Maxima Acuña Chaupe – Die Beschützerin des Wassers

Maxima Acuña de Chaupe

Maxima Acuña de Chaupe ist Analphabetin aber ein Leader ihrer Gemeinschaft

Die Quechua Maxima Acuña Chaupe hat in Bern die Gewalt geschildert, der sie in Peru täglich ausgesetzt ist. Maxima sitzt buchstäblich auf einer Goldmine, reich ist sie aber nicht; im Gegenteil.
Die grösste Goldmine weltweit droht ihr mit Mord, falls sie ihr Land nicht verlässt. Die peruanische Bergbaufirma Yanachocha plant den Bau der Conga-Mine auf  ihr Anwesen. Dieses Anwesen hat Maxima unter grösster Mühe zusammen mit ihrem Mann gekauft. “Mein Schweiss ist in jedem Zentimeter Land, das ich besitze. Es ist einfach nicht fair”, sagt sie.
70% des Goldes importiert ein Schweizer Unternehmen. Maxima wünscht sich deshalb Unterstützung von der Schweizer Bevölkerung und Regierung, da es in ihrer Heimat keine Gerechtigkeit gebe. 
Schweizer Goldraffinerie mitverantwortlich
Die grösste Käuferin des Goldes der Minera Yanacocha, der Bergbaufirma, die Maxima das Leben schwer macht, ist die Tessiner Raffinerie Valcambi in Balerna: In den letzten Jahren kaufte Valcambi zwischen 60% und 70% des gesamten exportierten Yanacocha-Goldes, so die Gesellschaft für Bedrohte Völker in Bern. Alleine im ersten Quartal von 2014 importierte das Tessiner Unternehmen 5,9 Tonnen Gold im Wert von 157 Millionen USD von Yanacocha. Sowohl Minera Yanacocha als auch Valcambi werden vom amerikanischen Goldkonzern Newmont Mining kontrolliert. Recherchen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigen: Die Goldproduktion der alten Yanacocha-Mine geht deutlich zurück – die Mine brauche angeblich einen neuen Standort. LAMMP und die GfbV befürchten, dass Minera Yanacocha den Bau der Mine Conga aus diesem Grund – auch gegen den Willen grosser Teile der Bevölkerung – durchzusetzen versucht.

Ein Kampf zwischen David und Goliath

Zusammen mit ihrer Tochter Ysidora kämpft Maxima gegen die Vertreibung durch das Yanacocha-Unternehmen. Ständig sind die Frauen Einschüchterungen ausgesetzt. Manchmal stehen 300 Polizisten vor dem Haus von Maxima und fordern sie auf, ihr Land aufgrund von illegaler Besetzung zu verlassen. Die Eigentumspapiere von Maxima kümmern die Polizei nicht. Der öffentliche Bus, der sie in die nächste Stadt bringt, hält auf Anordnung der Yanacocha-Mine meistens nicht. Manchmal müssen sie Tage in ihrem Haus eingeschlossen bleiben, weil Männer vor ihrem Anwesen lauern, die ihnen etwas antun könnten. Männer haben ihr Haus verwüstet und in Brand gesetzt. Nicht einmal ein Löffel ist ganz geblieben. Maxima bleibt stark. Als Beschützerin des Wassers, wie sie sich nennt, weigert sie sich, ihr Land zu verkaufen.

Maxima Acuña de Chaupe: the defender of the water – from Mama Tierra on Vimeo.

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Vor dem Bergbau, nach dem Bergbau (Venezuela)

Zerstörung der Umwelt

Der Bau der Mine Conga hat massive Eingriffe in die Umwelt zur Folge: Vier Bergseen werden verschwinden und damit wird eine ganze Region in den Anden mit bedrohten Tierarten trockengelegt. Das Gebiet mit der reinsten Luft der Welt würde verseucht werden.

Das Einverständnis der betroffenen Bevölkerung wurde nie eingeholt

Die Macht der Akteure ist in Peru sehr ungleich verteilt. Im Dezember letzten Jahres zeigte die GfbV zusammen mit peruanischen Organisationen auf, wie Rohstofffirmen mit meist geheimgehaltenen Verträgen jederzeit Einsätze der Nationalpolizei gegen die Bevölkerung beantragen können. Diese Rohstofffirmen unterstützen die Einsätze finanziell, materiell und logistisch. Staatliche und wirtschaftliche Interessen verbünden sich damit gegen die Interessen der lokalen Bevölkerung, eine Lösung des Konflikts rückt in weite Ferne.

Brutale Auseinandersetzungen 

Seit Herbst 2011 nehmen die Konflikte um die Mine Conga zu; im Juli 2012 starben bei Protesten fünf Personen. Kurz darauf besetzten Dutzende von Polizisten ohne richterliche Genehmigung das Landgut von Maxima Acuña.

Maxima Acuña ist 150 cm gross

Maxima Acuña ist 150 cm gross

Forderungen

Maxima und Ysidora Acuña sowie die GfbV und LAMMP fordern die Schweizer Raffinerie Valcambi auf, sich bei ihrer Schwesterfirma Yanacocha für eine friedliche Lösung des Konflikts einzusetzen. Valcambi soll Einfluss nehmen, damit Yanacocha das Mitbestimmungsrecht der Lokalbevölkerung respektiert. Ausserdem wird das Schweizer Unternehmen aufgefordert, eine Sorgfaltsprüfung aller Aktivitäten durchzuführen und die Namen sämtlicher Rohgoldlieferanten zu publizieren. Denn die Firmen haben es in der Hand, ob einer der blutigsten Rohstoffkonflikte Perus friedlich gelöst wird oder weiter eskaliert.

Vom Opfer zur Aktivistin

Die Nichtregierungsorganisation Latin American Mining Monitoring Programme (LAMMP) schult Indigene und Bäuerinnen zu Aktivisten. So können Sie Eigenverantwortung übernehmen und selber für ihre Rechte kämpfen. Maxima beschützt weiter die Wasserquellen. Begleitet von LAMMP informiert sie die Menschenrechtsgremien bei der UNO in Genf über die massiven Einschüchterungsversuche.

Was kannst du tun, um Maxima zu helfen?

– Schreibe eine Postkarte an Valcambi, via Passeggiata 3, 6828 Balerna

Bitte die Raffinerie, die Menschenrechte der Quechua-Indigenen wie Maxima zu respektieren.

– Schreibe eine Postkarte an die peruanische Botschaft in Bern: Embajada del Perú en Suiza, Thunstrasse 36, 3005 Bern
Bitte die Regierung von Peru, die Menschenrechte der Quechua-Indigenen wie Maxima zu schützen.

– Spende hier, dieses Geld geht direkt an Maxima

http://www.mama-tierra.com/de/home/195-support-maxima.html

Kein Blut am Finger!

Heiratest du bald? Recycle Gold, es liegt genügend Gold in den Banken oder in Antiquitätenläden. Gehe zu einem Goldschmied und lass dir daraus einen Ehering anfertigen. Ich persönlich boykottiere die Goldindustrie, weil ich den Gedanken nicht aushalte, Menschen das Leben mit meinem Kauf zur Hölle zu machen und dazu die Umwelt zu zerstören.

Quellen:
www.lammp.org
www.gfbv.ch
Ein Teil des Textes basiert auf einer Pressemeldung der GfbV

Mama Tierra

May 15th, 2014 View Profile

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