Die Wahrheit über die UGG Boots

Seit ein paar Tagen denke ich über die UGGs nach, beziehungsweise gehe meinem Urbedürfnis nach, mich vor der Kälte zu schützen. Da die Philosophie „ich kaufe also bin ich“ für Trendbewusste ein Imperativ ist, dachte ich natürlich zuallererst an die UGG Boots! Das sanfte Lammfell, das weiche und bequeme Treten und die tausend Bilder von VIPs mit den UGG Boots, auch die wiederholten Beiträge in der Life-Style-Presse und in Blogs, haben mich einfach verführt.

Also surfte ich stundenlang und landete auf hunderten von Seiten und Online-Shops. Angesichts der Vielfalt der Angebote in unterschiedlicher Preisklasse konnte ich mich allerdings gar nicht entscheiden. Was mich stutzig machte: Wie kann ein Paar UGG Boots bei einem Anbieter 80 Euro kosten und bei einem Anderen 300 Euro?

From Wikipedia.org

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Viele der Billiganbieter sind in China ansässig auch wenn im Namen des E-Shops UGG Schweiz steht! Gemäss Foren und Online-Artikeln handelt es sich vielmals um Fälschungen, also aufgepasst. Doch beschäftigte mich das Thema immer mehr, also habe ich recherchiert und bin auf eine nicht verbreitete Wahrheit gestossen:

Die UGG-Stiefel existieren bereits seit Anfangs des 20. Jahrhunderts und sind in Australien oder Neuseeland entstanden,  man weiss das nicht so genau, da beide Länder Lämmer züchten. UGG steht nicht für eine Marke, sondern für eine Kategorie Schuhe. Die UGG haben die Eigenschaft, mit Lammfell gefüttert zu sein, und wurden seit jeher von Lammfellzüchtern hergestellt. So steht es im Oxford Diccionary. Interessant bleibt der Ursprung des Namens, der auf das Wort hässlich zurückzuführen ist. Die Frau von Frank Mortel, einem UGG Produzenten in den 60er Jahren, nannte diese Stiefel im Gegensatz zur Stöckelikultur der pompösen Ära nämlich UGLY (hässlich), und so verbreiteten sich die Abkürzungen UG, UGG und UGH.
In den 70ger Jahren wanderten aber australische Surfers in die USA nach Hawaii aus. Da sie die UGGs schon in Down Under benutzt hatten, um ihre Füsschen  nach dem Sprung ins Wasser zu wärmen, verkauften sie diese auch in den USA. In den Vereinigten Staaten wurden die UGG-Schuhe von einer kleinen Firma vertrieben; die UGG Holding. Bis sie dann 1995 der Sandalen Gigant Deckers Outdoor Corporation aufkaufte.

Deckers investierte millionenschweres Marketinggelder in die UGG Australia, unteranderem in Celebrity Endorsement und Produkt Placement (z.B. Black Swan mit Natalie Portman). Es gelang Deckers die Mode durchzusetzen mit der wiederholten Abbildung von Celebrities wie Sarah Jessika Parker (von Sex and the City), Cameron Diaz, Jennifer Lopez, Leonardo Di Caprio, Operah Winfrey mit den UGG.

Durch die Millioneninvestition kamen auch die legalen Auseinandersetzungen mit den herkömmlichen UGG Herstellern in Australien und Neuseeland. Die Firma Deckers, die UGG Australia vertreibt, erhob Klage gegen die Kleinbetriebe die diese Produkte  Jahrzehnte lang produzierte und verkauft hatten. Im Klartext: Deckers wollte die traditionelle Betriebe vom Markt drängen und argumentierte, dass die Boots für die Marke UGG Australia stünden und nicht für die Produktgruppe UGG und die australischen Unternehmen daher die Konsumenten verwirren würden. Diese Klage kam aber ausser in der Türkei nicht durch. Hinzuzufügen ist, dass das börsennotierte amerikanische Unternehmen Deckers kostensparend in China produziert, siehe Etikett  von UGG Australia. Wenn man bedenkt, dass in China die Menschenrechte nicht besonders respektiert werden und die UGG aus Lammfell fabriziert werden, mag ich mir die Bedingungen für die Tieren gar nicht vorstellen.

Wer ECHTE UGG kaufen möchte, der sollte sie lieber in Australien oder in folgenden australischen Online-Shops. Diese Produkte sind auch günstiger und werden vom Australischem Verband für Lammfell empfohlen. Auch besitzen fast alle Shops ein Gütesiegel für Umweltschutz.

Übrigens erkennt man die UGG Originale laut dem Australischem Verband für Lammfell daran:

– der Verbrennung des Fells. Falls es nach verbranntem Haar riecht, sind sie echt.

– Wenn das Fell auf Stoff genäht ist und nicht direkt das Leder zu sehen ist, sind sie eine Fälschung.

– Auch miefen die Imitate nach ein paar Mal tragen ziemlich schlecht.

Wer aber im Internet nach Online-Shops stöbert, sollte folgendes beachten:

  • Immer nach einer physischen Adresse schauen.
  • auf whoiswho.com die Webadresse kopieren und nach dem Herkunftsland gucken. Mir ist es auch schon passiert, dass ich auf zum Beispiel uggschweiz.com ein Paar bestellt habe und die Ware zu meinem Überraschen aus China geliefert wurde.
  • genau nachlesen, ob es sich um Imitate handelt. Wer nämlich Replikat kauft, kann eine saftige Busse vom Zoll einkassieren, die bei wiederholten Vorfällen auch mehrere tausend Franken kosten kann!

Fazit: Wenn UGG dann die echten, nämlich die aus tier- und umweltgerechter Haltung von Unternehmen aus Australien

Produktionsstätte von UGG Australia in China (Deckers Outdoor Corporation)

 

Mama Tierra

July 28th, 2012 View Profile

Supporting indigenous people, saving mother earth!

Comments

  1. Yasmin Skeirek

    Reply

    Herzlichen Dank für die Information, aber kann man denn sicher sein, daß die genannten Firmen ihre Tiere artgerecht behandeln ,laut Peta-Viedeos ja nicht?

    1. Katherine Portmann

      Reply

      Das wissen wir leider nicht. Die Recherche zeigt den legalen Konflikt zwischen einer amerikanischen Firma und den Herstellern aus Australien. Aber wenn jemand Vegi oder Veganer ist, dann die Schuhe lieber nicht kaufen!Für diese Fragen bitte sich direkt an den Anbieter wenden.

      Um den Artikel zu balancieren, publizieren wir einen Kommentar einer Leserin:

      Hallo, ich las auf Ihrer website “die Wahrheit über die Ugg-Boots”… Es ist mir ein dringendes Bedürfnis, diesen Artikel zu kommentieren, doch leider war dies nicht möglich (Button funktionierte nicht). Darum wende ich mich auf diesem Wege an Sie, mit der herzlichen Bitte, es zu veröffentlichen:
      Sie schreiben am Schluss “Fazit: Wenn UGG dann die echten, nämlich die aus tier- und umweltgerechter Haltung von Unternehmen aus Australien” Dies ist so nicht richtig. Auch in Australien leiden die Tiere für die Leder- und Fellindustrie.

      UGG-Boots, Mäntel oder EMU-Stiefel aus Lammfell – wussten Sie, dass für diese Produkte Lämmer und Schafe getötet werden und dass ihnen ihre Haut mitsamt der Wolle abgezogen wird – wie bei Pelz? Bei Lammfell handelt es sich nicht um geschorene Wolle, die auf Textil aufgebracht worden ist. Vielmehr ist die Innenwolle der UGG-Boots noch fest mit der gegerbten Schafhaut auf der Außenseite der Produkte verbunden. Als Ex-Baywatch-Star Pamela Anderson diese blutige Wahrheit erfuhr, war sie so entsetzt, dass sie sich sofort von ihren UGG-Boots trennte.
      Für feines Lammfell – etwa für Mantelkrägen oder Schlafunterlagen von Babys – werden Lämmer meist kurze Zeit nach ihrer Geburt per Kehlenschnitt getötet. Wer einmal die Schlachtung von Lämmern gesehen hat, wird sicherlich keine Lammfellprodukte mehr kaufen wollen (1).

      Der Gedanke, ein Menschenkind auf die Haut eines toten Babylamms zu legen, ist wohl schon befremdlich genug. Hinzu kommt jedoch, dass Lammfelle häufig mit gesundheitsschädlichen Substanzen aus dem Gerb- und Verarbeitungsprozess belastet sind. Die Verarbeitung der Lammhäute ist neben dem Lammfleisch das profitabelste Standbein der Schlachthäuser, und Käufer von Lammfellen unterstützen dieses Tierleid.

      Auch die wenig älteren Schafe müssen in der Fleisch- oder Wollindustrie leiden, wenn sie mit engen Gummiringen schmerzhaft kastriert oder ihnen die Schwänze mit stumpfen Messern abgetrennt werden. Die sanftmütigen Schafe werden bei der Akkordschur geschlagen und getreten – manche sogar getötet. Häufig erleiden die Tiere hierbei tiefe Schnittverletzungen, die im Anschluss nur notdürftig und ohne die Gabe von Schmerz- oder Betäubungsmitteln zugenäht werden.

      Schafe, die schwer genug sind oder nicht mehr ausreichend Wolle produzieren, werden getötet und häufig bei lebendigem Leib gehäutet, da die Betäubungsversuche mit Elektrozange oder Bolzenschussgerät sehr fehleranfällig sind. Dies beweisen auch verdeckte Videoaufnahmen aus Italien oder Frankreich, wo Lämmer und Schafe bei vollem Bewusstsein am Haken aufgehängt um sich treten und ausbluten (2, 3). Auch beim Lammfell- und Wollexporteur Australien wurden im Jahr 2015 über 22 Millionen Lämmer geschlachtet und häufig für die Modeindustrie oder als „Dekoprodukte“ nach Deutschland exportiert (4).

      Auch in Deutschland hat PETA wegen Vernachlässigung und Misshandlung Strafanzeigen gegen Schäfer und Scherer gestellt. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 906.200 Schafe bereits im Kindesalter geschlachtet, da hierzulande lediglich der Verkauf von Lammfleisch lukrativ ist (5). Aufgrund der mangelnden Versorgung sterben auf deutschen Weiden jedes Jahr zehntausende Lämmer schon kurz nach der Geburt, da sich die individuelle Behandlung kranker oder verletzter Schafe angesichts hoher Tierarzt- und Medikamentenkosten für Großbetriebe meist nicht lohnt.

      Profit auf Kosten der Tiere!
      Die Felle von Lämmern und Schafen sind – genau wie Leder und Pelz von anderen Tieren – ein weiterer profitabler Wirtschaftszweig der Woll- und Fleischindustrie. Wer Lammfelle kauft, finanziert die systematische Tierquälerei dieser Industrien mit und trägt zu weiteren Züchtungen und Tötungen von Lämmern und Schafen bei.

      Doch es gibt Alternativen!
      Wer den typischen Look der UGG-Boots möchte, schaut sich am besten einmal die vegane Schuhkollektion der Schauspielerin Pamela Anderson an oder greift zu einem der vielen anderen leder- und fellfreien Imitate von UGG-Boots und Mänteln im PETA Shopping Guide.
      Auch Mütter finden in Fleecedecken aus feiner Bio-Baumwolle oder leichten Steppdecken mit Lyocellfüllung tierfreundliche Alternativen für ihre Babys.

      Quelle: https://www.peta.de/lammfell#.WCsRgRrhAdU

      Freundliche Grüße,
      Jutta Stein

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