Die Beposta-Behindertenschule für indigene Kinder in Venezuela

Für jeden investierten Franken in Bildung und Beschäftigung werden fast doppelt so viele Sozialdividenden erwirtschaftet

Mama Tierra beschafft Mittel seit 2011, um das Kinderdorf Benposta in Venezuela zu unterstützen. Wir arbeiten eng mit Maria Luisa Lundvik zusammen. Die Sechzigjährige fördert seit Jahrzehnten indigene Kinder in Venezuela. Mit Armut  beschäftigt sich die gebürtige Venezolanerin noch länger:

In den 70er Jahren reiste sie nach Indien, um von Mutter Teresa in Kalkutta Nützliches gegen das Hungerleiden zu lernen. Seitdem engagiert sich Maria Luisa als Direktorin des venezolanischen Kinderhilfswerks Benposta. Heute hängen dort rund 1100 Kinder von ihrer Arbeit ab.

2014 plant Maria-Luisa die Fertigstellung eines Heims, diesmal für behinderte Indigene Kinder an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela.

Behinderungen sind sonst ein Thema, das in Venezuela tabu ist. Deshalb existieren keine Instanzen, die das Wohlergehen der Behinderten garantieren. Viele leben wie Tiere oder verenden einsam. Das soll sich dank Maria Luisa nun endlich ändern. Mit Ihrer Hilfe wird Benposta diese Kinder versorgen.

Benposta ist eine Kinderstiftung, die an Peter Pan erinnert. Die Statuten und die Führung der Organisation werden demokratisch von den Kindern bestimmt. Die Non-Profit-Organisation gibt vernachlässigten Indigenen in Venezuela eine Überlebenschance. Sie bietet den Kindern eine familiäre Umgebung, ein Zuhause und eine Ausbildung.

In Maracaibo recycelt Maria-Luisa Lundvik gewaltige Mengen an Müll, um Jahr für Jahr die Weiterführung der Hilfswerke zu gewährleisten – wenigstens teilweise. Verschiedene Vereine sammeln Spenden, um die Projekte weiterzuführen. Auch unser Verein Amigos de Benposta Schweiz hilft mit: beispielsweise mit der Unterstützung der Lehrkräfte und den Bau von Lernzentren.

Die Volontariats-Einsätze sind entscheidend. Maria Luisa bemerkt dazu: „Die Volontariate haben einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Die Hilfe unserer Schweizer Freunde ist sehr wertvoll, weil sie Hoffnung gibt.

Die liebevolle Zuneigung und das Erlernen eines Handwerks sind das Effektivste bei der Armutsbekämpfung.“ 30 Jahre Arbeit mit den Kindern haben Maria-Luisa gezeigt, dass die Gesellschaft als Ganzes von der Kinderförderung profitiert. Eine Studie ermittelte, dass für jeden in Bildung und Beschäftigung investierten Dollar 1,68 Dollar an Sozialdividenden erwirtschaftet werden – durch Abnahme der Kriminalität und bessere Bildungs- und Arbeitsdisziplin.

Die Kinderheime Benposta legen Wert auf bewährte Methoden. Die Kinder erhalten eine gute Schulbildung, ihre Kreativität wird gefördert und sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Benposta verfügt über eine eigene Schule, deren Abschlüsse staatlich anerkannt sind.

Im fächerübergreifenden Unterricht spielen die Arbeit in Gruppen und die Entwicklung des kritischen Denkens eine wichtige Rolle. Zwei Stunden pro Tag sollen die Kinder und Jugendlichen – nach dem Motto „Mit den Händen denken“ – den Wert der eigenen praktischen Arbeit schätzen lernen. Sie können ihre Tätigkeit frei wählen und verschiedene Kenntnisse erwerben bzw. vertiefen.

Alle Mitglieder tragen gemeinsam die Verantwortung für das Funktionieren von Benposta. Dabei ist die direkte und aktive Teilnahme der Kinder und Jugendlichen gefordert. Die Erwachsenen haben die Aufgabe, den Erziehungsprozess zu begleiten und ein Beispiel zu geben.

Zulia-Staat zählt mit rund 450.000 Indigenen zu den venezolanischen Staaten mit der höchsten Rate an Urvölkern. Historisch ist das Gebiet interessant, weil es Venezuela seinen Namen gab. Die noch heute existierenden indigenen Hütten an der Küste des Maracaibo-Sees erinnerten die europäischen Eroberer an Venedig. Aus vulgär-italienisch „Klein-Venedig“ entstand der Name des südamerikanischen Staats Venezuela.

Seit 2 500 Jahren sind am Maracaibo-See in Zulia indigenen Völker beheimatet. Während der Expeditionen von Europäern Ende des 15. Jahrhunderts wehrten sich die Indigenen mit Pfeil und Bogen. Doch sie konnten der Waffengewalt nicht standhalten und flohen in die Gebirge der Sierra de Perija an der Grenze zu Kolumbien. Zwischen 1908 und 1935 übergab der Putschist Juan Vicente Gómez den grössten Teil der einheimischen Wälder und Flüsse an die Ölwirtschaft.

Die Bevölkerungsexplosion in den 50er Jahren vertrieb die Indigenen endgültig. Der Zulia-Staat entwickelte sich zum Mekka des Aufschwungs und man benötigte billige Arbeitskräfte. So ergab es sich, dass sich Indigene als Dienstmädchen, Chauffeure und Schichtarbeiter gegen Unterkunft, Nahrung und Almosen verdingten. Andere prägen noch heute das Strassenbild als Bettler.

Die Indigenen gehören der ärmsten Bevölkerungsschicht in Venezuela an. Selbstversorgung ist wegen der grossen Umweltverschmutzung durch Öl- und Minenwirtschaft schwierig. Allgemein leben die Urvölker in grösster Armut. Es fehlen sauberes Trinkwasser und Kläranlagen, auch medizinische Versorgung und Bildung.

Benposta ist eine der wenigen Hoffnungen für die Indigenen. Setzen auch Sie sich für eine bessere Zukunft dieser Urvölker ein. Venezuela ist schliesslich dank seinen Urwäldern wie zum Beispiel der Amazonas die Lunge unserer Welt!

Spenden: Verein Mama Tierra, Post-Konto 61-806037-0

 

 

 

 

Mama Tierra

October 26th, 2012 View Profile

Supporting indigenous people, saving mother earth!

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