Kueka-abuela will zurück

Die Gemeinde von Santa Cruz de Mapaurí, dessen Bevölkerung fast ausschliesslich zum Pemón Volk zählt, bewohnt den Nationalpark Canaima in der der Gran Sabana in Venezuela und erzählt in diesem Dokumentar Film die Geschichte der “Kueka-Abuela” (felsige Grossmutter). Ein Stein der für dieses Urvolk als heilig betrachtet wird. Er ruhte über Jahrhunderte in der Nähe im Canaima National Park in Venezuela und befindet sich, gegen den Willen des Pemón Volkes, im Tiergarten in Deutschland. Paradoxerweise dient das Ganze einem Friedensprojekt.

Der deutsche Bildhauer Wolfgang Kraker von Schwarzenfeld, suchte auf jedem Kontinent jeweils zwei Steine von etwa 30 Tonnen Gewicht die durch Material, Form oder Herkunft besonders ähnlich sind. Einer der beiden Geschwister-Steine verbleibt im Land seiner Herkunft. Die anderen Steine sind in um Berlin, im Tiergarten platziert. Gemäss von Schwarzenfelds Webseite beschreibt er die Mission der “Global Stones” als ein Weltfriedenprojekt. Einmal im Jahr am 21 Juni, verbindet das Licht der Sonne alle Steine durch Spiegelung. Alles für die Entwicklung eines globalen Bewusstseins für den Weltfrieden.

Zwar basiert diese Verbindung auf keine wissenschaftliche Gegebenheit, sondern gemäss Projektbeschreib „ist es dem Betrachter gebeten aus freier Entscheidung die fünf unsichtbaren Linien aus Licht zwischen den Steinen mit seiner aktiven Imagination zu einem Kreis als Symbol einer vereinten Menschheit zu verbinden”. In seiner Stellungnahme über diesen Dokumentarfilm, der er Hetzkampagne nennt, meint von Schwarzenberg, dass „der Stein in Berlin für ihre wahren Interessen stehe und mehr bewirke, als wenn er zurück an seinem alten Platz als einer unter vielen Steinen schnell in die Vergessenheit zurückfalle”. Am Ende der Mitteilung spricht er über den Selbstmord seines Vaters und stellt die Frage warum Menschen andere Menschen töten?

Wir fragen uns hingegen, was genau treibt jemand 30 Tonnen schwere Felsen aus den fünf Ecken der Welt umzudisponieren? Aufjedenfall haben hochkarätige Publikationen über den Bildhauer, der sich in Venezuela als Wissenschaftler ausgibt,  berichtet. Was der Öffentlichkeit verschweigen bleibt ist, dass Teil seiner Bekanntheit auf Kosten der Interessen von Ureinwohnern geht. Zwar zeigt sich Herr Global Stone bereit den Stein zurückzugeben, aber bittet die venezolanische Regierung ein Bearbeitungshonorar von 20 Mio. Euro. Schwarzenberg fordert weiter eine Stiftung in Höhe von einer Million Euro mit der Massgabe, dieses Geld zur Integration von Minderheiten und zur Wiederaufforstung zu verwenden.
Tatsache ist, das der Stein in den Jahrhunderten die er unter der Aufsicht des Pemón Volkes war, kein Kratzer abgekommen hat. Da dieses Volk den Stein verehrt und Teil ihrer Kultur ist, erlauben sie sich ihn nicht einmal die Kueka Abuela anzuschauen. Im Gegensatz zu Berlin, wo er jedermann zugänglich ist, wirkt der Stein stark beschädigt und mit Graffitis verschmutzt. Wenn jemand der Vatikan, der Mekka Fels oder die Khajuraho Tempel entführt würden.

Weiter erklärt der Film die Wahrnehmung der Venezolaner gegenüber den Ausländern. Ein Land wo jemand egal ob aus China, Deutschland oder der Türkei, als Entwicklung und Fortschritt bringend gesehen wird. Hingegen alles Urheimische oder Indianische Rückstand und Armut bedeutet, da es immer noch eine Scham der Ethnie wegen existiert. Vielleicht war sich Herr von Schwarzenfeld dessen nicht bewusst, doch spielte dieses kollektive Unterbewusstsein eine vorteilhafte Rolle für das Vorhaben des Bildhauers. Das zeigen die rechtskräftigen Dokumente, die die Pemón Indigene ihrer Kueka Abuela innerhalb Wochen enteigneten.

Das Pemon Volk kämpft bis heute vergebens um die Rückkehr der “Kueka-Grossmutter”. Der Film dokumentiert den Kampf dieser indigenen Völker, die Demütigung ihrer Kultur und der Raub der natürlichen Ressourcen des Canaima Nationalparks in Venezuela. RO ETAPONTOK ETOM, was in der Sprache der Pemon „der Kampf geht weiter” bedeutet und zugleich der Titel dieses Dokumentar Films ist, sammelt Interviews mit dem Pemón Volk die dessen Weltansicht beschreibt. Der Film schildert die kulturelle Bedeutung des „Kueka-Grossmutter” Steins für dieses venezolanische Urvolk, ihre Vermögenswerte und Vererbung von ihren Traditionen. Der Film leistet einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung der Plünderungen von Naturressourcen, die in Südamerika wie vor 500 Jahren immer noch stattfinden.

Dieser Film ist allen indigenen Stämme in Venezuela gewidmet. Er gibt ihrem Kampf zur Verteidigung ihrer Würde, Kultur, Weltanschauung, und Volkserbe eine Stimme. Zum Schutz ihrer indigenen Identität, Kultur, Sprache und Traditionen.

Kurzversion Deutsch

Ganzer Film Spanisch