Wayuu-Kunsthandwerkerin über ihre materielle Kultur

Interview mit der Wayuu-Kunsthandwerkerin Isabel Palmar Guedez

Foto: Armando Liñan, Isabel in ihrem Atelier

Foto: Armando Liñan, Isabel in ihrem Atelier

Isabel Palmar Guedez gehört dem Jusayu Clan an und stammt aus der Gemeinde Yoruma in der Alta Guajira im nördlichen Kolumbien. In der Guajira ist Isabel als eine der besten Wayuu Kunsthandwerkerin bekannt.

MAMA TIERRA: Isabel, weshalb ist Perfektion im Kunsthandwerk für die Kultur der Wayuu so wichtig?

Isabel: Genau wie es für einen Arzt wichtig ist seinen Beruf so gut wie möglich auszuüben, ist für eine Wayuu-Frau ein hervorragend hergestelltes Kunsthandwerk wichtig. Beide sind Profis und werden in ihrer Gemeinde aufgrund ihrer guten Arbeit von allen bewundert. Wenn sie vor einer perfekt gemachten Wayuu-Tasche oder Mochila stehen, fragen sich Wayuu oder Alijuna (Kreole), wer dieses hervorragende Stück Kunsthandwerk gemacht hat. Jeder wird dann den Urheber dieses Werkes kennenlernen wollen!

Die Wayuu-Taschen sind mein Spezialbereich. Kunsthandwerkliche Techniken wie Häkeln, Weben und Knüpfen sind das Erbe, das ich den anderen Frauen in meiner Familie weitergebe. Eine gute Kunsthandwerkerin wird immer ein gutes Beispiel für alle anderen Frauen sein. Diese Verbindung stellt die Existenz des Wayuu-Kunsthandwerks sicher.

Wayüu-Baby

“Häkeln, weben und knüpfen sind Künste, die ich von meiner Mutter gelernt habe, und meine Mutter hat es von ihrer Mutter gelernt.”, Isabel Guedez Palmar, Alpha Kunsthandwerkerin.

MAMA TIERRA: Was für einen kulturellen Stellenwert hat das Kunsthandwerk für die Wayuu?

Isabel: Damit Wayuu-Frauen Kunsthandwerk kreieren, braucht es Ruhe, Aufmerksamkeit sowie gute Laune. Andernfalls, wenn man in schlechter Stimmung ist, gelingt das Maschenbild nicht. Der Faden verhaspelt sich oder das Design wird unsymmetrisch. Ich muss mir ständig überlegen: Wie werde ich die Farben kombinieren? Stimmt die Grösse? Habe ich die Maschen richtig gezählt? Soll ich Garn oder Wolle benutzen? Das sind alles Fragen, die mir durch den Kopf gehen.

73 Jahre alte WayOo Indianerin Copyright:Wayuunaiki.org

Copyright:Wayuunaiki.org

“Eine Wayuu-Tasche fertigzustellen, ist ein bisschen wie ein Kind zur Welt zu bringen“.

MAMA TIERRA: Wie geben die Wayuu ihr Wissen weiter?

Isabel: Ich erlernte das Kunsthandwerk von meiner Mutter. Sie hat mir gezeigt kleine Täschchen zu häkeln. Als kleines Kind hat man kaum gespielt wie die Kinder von heute, unser Spiel waren das Häkeln und Weben. Das war ein besonderer Moment zwischen Mutter und Tochter. Ich erinnere mich noch, als meine Mutter mich auf einmal rief, um mir das Kunsthandwerk beizubringen. Sie meinte, wenn sie nicht mehr an meiner Seite sei, würde ich ein Handwerk beherrschen und könne es irgendwann mal meine Enkelkinder lehren. Und so war es! Wenn ich webe, erinnere ich mich an ihre Worte.

MAMA TIERRA: Was halten Sie von den Wayuu Taschen mit doppeltem Faden?

Isabel: Es gab schon immer Frauen, die die Kunst des Häkeln, Webens und Knüpfens nicht meisterten und etwas peinliche Maschenmuster erzeugten. Einige Wayuu-Frauen zogen in venezolanische Städte, allen voran nach Maracaibo, weil sie auf der Suche nach Jobmöglichkeiten waren. Die Wayuu-Frauen, die in Kontakt mit der Stadt kommen, nehmen den urbanen Lebensstil an und vergessen, was die Wayuu-Tasche bedeutet. Sie tauschen die Wayuu-Taschen gegen jene von Strassenhändlern oder Einkaufszentren.

Schlechte versus gute Qualität

Die älteren Frauen lehren die jüngeren Generationen das Kunsthandwerk nicht mehr. Junge Frauen bemühen sich nicht ein perfektes Maschenbild herzustellen und versuchen gar nicht mehr sich selber zu übertreffen. So geht die kulturelle Identität verloren; in den Clanen stirbt das Kunsthandwerk aus. Obwohl einige Frauen versuchen das Kunsthandwerk aufrechtzuerhalten, ist es so, dass gut gemachtes Kunsthandwerk verschwindet.

Die meisten Wayuu-Taschen, die in städtischen Gebieten gemacht werden, entsprechen nicht der erwarteten Qualität der Wayuu-Tradition. Auch wenn alle Wayuu sind, ist an einem gewissen Punkt die Kette der Tradition unterbrochen worden.

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MAMA TIERRA: Warum gehen die „traditionellen“ Designs verloren?

Isabel: Die kulturelle Identität verschwindet. Es wird wenig Wert auf die Verwendung und Bedeutung der Kanas (traditionelles Wayuu Design) gelegt. All dies ist Folge des Verlusts der Sprache der Wayuu: das Wayuunaiki. Die kulturelle Wichtigkeit des Kunsthandwerks gerät in Vergessenheit und die Bedeutung, die jede Wayuu-Tasche in sich trägt, wird nicht mehr erkannt.

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Wayuu Taschen in bester Qualität 15_Mayajut2

 

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Indígena es profesional mas preparado de Asamblea Nacional Venezolana

El Dr. Virgilio Antonio Ferrer Brujes fue apenas electo como diputado la Asamblea Nacional Venezolana. Se distingue de los demás diputados no solo por pertenecer orgullosamente al pueblo indígena Wayuu, si no por ser uno de los profesionales mas preparados en la Asamblea Nacional. El diputado Ferrer posee números títulos académicos: su primer grado universitario lo obtuvo como Médico Cirujano egresado de la Universidad del Zulia, posteriormente absolviendo un Doctorado en Ciencias Médicas especializados en Cirugía General y graduándose con un Magíster en la Enseñanza en Educación Superior. Posteriormente egresó como Abogado con mención Summa Cum Laude y como Economista otra vez de la Universidad del Zulia. En su curriculum se suman una lista larga de congresos, cursos, foros y talleres en el área social, médica, pedagógica y política.
Dr. Virgilio Ferrer
Con un 57% de votos, que representan a 1.346.787 de votantes, fue electo igualmente como represente indígena para la Asamblea Nacional Región Occidente de los estados Zulia, Mérida y Trujillo. El Dr. Ferrer, de 52 años de edad, es miembro del pueblo Wayuu y pertenece al clan matriarcal Epiayú. Los Wayuu son un pueblo indígena, que a diferencia de muchos otros pueblos han mas que resistido a ser diezmados. De hecho es el grupo étnico indígena mas numeroso en Venezuela y que aun conserva su idioma originario  denominado Wayuunaiki.

Maria Corina Machado denunció la situación deplorable en la Guajira venezolana. Hambre, enfermedades curables y falta de agua potable agobian la población indígena, que habitan en una de las zonas mas pobres de Latinoamérica. Para empeorar la situación, el gobernador del Zulia Arias Cardenas cerró el pasado 10 de agosto, por cierto día internacional de los pueblos indigenas, el único mercado de la Guajira situado en Paraguaipoa.  Acabando asi con una de las pocas fuentes de trabajo en zona, el gobernador del Zulia culpa a los Wayuu por la escasez de productos debido al supuesto ‘bachaqueo’.
Los abusos por parte de la fuerza armada en las ciudades son notorios, pero en la Guajira estos abusos pasan desapercibidos. Según el periodista Leonel Lopez han muerto alrededor 30 indigenas Wayuu por la fuerza armada. Estos casos de abuso de los derechos humanos hacia los Wayuu los hemos denunciado reiteradamente.

Si alguien puede impulsar un cambio en la sufrida Guajira venezolana, ese es el Dr. Ferrer! La fundación Mama Tierra felicita desde Suiza a el Dr. y le desea mucho éxito en su mandato.

 

Die Wayuu haben am Tag der indigenen Frau nichts zu feiern. Im Gegenteil!

Screenshot 2014-09-23 20.12.22Wayuu-Frauen haben anlässlich des Tages der indigenen Frau vom 5. September eine Informationsveranstaltung in Maracaibo organisiert. Die Wayuu sind das zahlreichste indigene Volk in Venezuela und Kolumbien. Wie die meisten Indigenen kämpfen die Wayuu täglich gegen Armut, Diskriminierung und Hunger an. Den Event haben die Frauen #WirSindAlleBartolina benannt und somit Bartolina Sisa gewidmet. Sie war eine bolivianische Indigene des 18. Jahrhunderts, die wegen ihres Befreiungskampfs von den Eroberern hingerichtet wurde. Mit der Veranstaltung wollten die Wayuu-Frauen über ihre Lebensumstände informieren und die Öffentlichkeit aufrütteln. Zu unserer Überraschung war der Saal war fast leer. Ein Zeichen der Gleichgültigkeit der Venezolaner gegenüber den Indigenen?

Angela Fernandez hat ihren Kampf, venezolanische Soldaten zu Rechenschaft zu ziehen, mit dem Publikum geteilt. Streitkräfte hatten im März ihren Ehemann Nelson Gonzalez erschossen. Er hatte den Halteschrei der Soldaten überhört, weil er im Auto laut Musik hörte. Daraufhin wurde er erschossen. Nelson wurde in einem Spital in einem kleinen Dorf namens Paraguaipoa behandelt, wo es an medizinischer Versorgung mangelte. Er erlag nach vier Stunden seinen Verletzungen. Der Soldat, der auf Nelson geschossen hat, ist Angela bekannt. Doch nach sechsmonatigem Streit mit den Behörden hat immer noch kein Gerichtsprozess stattgefunden.

Olimpia Palmar ist junge Journalistin für das Wayuu-Radio Fe y Alegria. Mit Tränen in den Augen beschrieb sie ihre täglichen Lasten. Olimpia hat zwei Kleinkinder, die sie trotz extremer Inflationsrate, trotz Wasser-, Lebensmittel- und Elektrizitätsknappheit durchbringt. Wochenlang fehlt die Wasserzufuhr, die Elektrizität kommt und geht. Aber was schwerer zu verkraften sei, seien die Beleidigungen der Stadtmenschen in Maracaibo. Die Wayuu seien alle Schmuggler! Sie würden das Essen, das in Venezuela fehlt, nach Kolumbien verkaufen. Alle seien Diebe, so die Alijuna (die Westlichen). Der Kampf aller Wayuu-Frauen ist es aber, ihren im Durchschnitt 7 Kindern genügend Nahrung zu bringen.

Viele Wayuu-Frauen leben in ruralen Gebieten ausserhalb der Städte. Um dorthin zu gelangen, durchlaufen die Frauen eine Vielzahl von Militärsperren. Dort nimmt man ihnen das Essen weg oder sperrt sie wegen illegalen Schmuggels ein. Über die venezolanische Grenze nach Kolumbien ist die Zufuhr von einem Kilo pro Produktkategorie gestattet, beispielsweise 1 Kilo Mehl nicht 2. Das ist ein Problem, denn die Wayuu-Frauen haben eine grosse Familie zu ernähren und reisen alle paar Wochen, um in Venezuela einzukaufen. In Kolumbien Einkaufen ist zu teuer für sie, und warum auch, sie sind ja auch Venezolanerinnen. Gemäss Olivia, die in der Organisation für Menschenrechte der Guajira tätig ist, sitzen 110 Wayuu-Frauen wegen “Nahrungs-Schmuggel” im Gefängnis.

Soraia Morales ist Direktorin der indigenen Universität Aldea Universitaria in Venezuela. Sie gratulierte Olivia, weil sie noch imstande ist zu weinen. Ihre Tränen habe die Fünfzigjährige vor langem vergossen. Sie sei jetzt nur noch wütend. Um pünktlich an der Konferenz zu erscheinen, die um 9 Uhr morgens angefangen hatte, sei sie um 3 Uhr morgens aufgestanden. Obwohl ihr Zuhause nur knapp eine Stunde entfernt liegt, musste sie stundenlang Schlange stehen. Die Strassen von La Guajira nach Maracaibo sind von Soldaten gesperrt. Sie mobben die Wayuu, beleidigen sie und nehmen ihnen weg, was immer sie können.

Soraia träumt von einem Wayuu-Kalender, Masterstudiengängen in Wayuunaiki (die Wayuu-Sprache) oder Büchern über die Wayuu-Kultur. Leider bleiben diese Projekte Träume, denn der Kampf der Wayuu-Frau ist es, ihre Familie durchzubringen und nicht dabei im Gefängnis zu landen.

Conferencia dia de la Mujer indigena from Mama Tierra on Vimeo.

Hintergrundinformationen zum Schmuggelproblem in Venezuela

Der verstorbene Präsident Hugo Chavez verabschiedete eine Reihe von Gesetzen, um den Indigenen aus der Armut zu verhelfen und somit „Gerechtigkeit“ geschehen zu lassen. In diesem Rahmen vergab Chavez Kredite an die Wayuu-Indigenen, um Lastwagen zu kaufen und das günstige Benzin in Kolumbien zu verkaufen. Das Geschäft mit dem Benzin eskalierte aber zu einem politischen Konflikt mit Kolumbien. Dort kostet das Benzin hundertmal mehr als in Venezuela. 2010 war Schluss! Derselbe Hugo Chavez erklärte die Guajira in Venezuela zum Militärdistrikt der „Bolivarianischen Republik Venezuela“, um dem “Schmuggel” ein Ende zu setzten. Laut Leonel Lopez, Sekretär der Organisation für Menschenrechte der Guajira, haben Streitkräfte seit der militärischen Besetzung in La Guajira 25 Wayuu-Indigene umgebracht.

Rassismus und Xenophobie

Obwohl das Volk in Venezuela ethnisch durchmischt ist und indigenes Blut in ihren Adern strömt, verteufelt die Mehrheit der Kreolen die Wayuu. Der Warenmangel und die Versorgungsknappheit seien Schuld der Wayuu. Die „Indianer“ würden die subventionierten Lebensmittel und Benzin mit Profit in Kolumbien verkaufen, so die Medien und Politiker in Venezuela. Doch ist diese Minderheit in der Lage, einen derart organisierten Schmuggel zu betreiben? Rund 10 Militärwachen auszutricksen oder zu bestechen, um von Maracaibo nach Maicao zu gelangen? 8% der Bevölkerung des angrenzenden Staat Zulia sind Wayuu-Indigene.

Ganz Venezuela leidet an Warenmangel. Die Wahrheit ist, dass die Privatwirtschaft praktisch nichts mehr produziert, sei es wegen der hohen Inflationsrate oder der Enteignungsgefahr. Die Diskriminierung von Indigenen wie den Wayuu seitens der Venezolaner bleibt ein gravierendes soziales Problem.

Fakt ist, die Wayuu-Frauen stehen alleine mit ihrem Leid. Wie die indigene Freiheitskämpferin Bartolina, leiden auch die Wayuu-Frauen. Ständig werden ihre Menschenrechte verletzt.

Survival International präsentiert satirischer Zeichentrickfilm

Die Nichtregierungsorganisation “Survival International” mit einem neuen Kurzfilm einen satirischen Blick auf die zerstörerischen Folgen von “Entwicklungshilfeprojekten” für indigene Völker. Der Zeichentrickfilm ‘Da habt ihr’s!’, zeigt wie im Namen von “Entwicklung” Raubbau an Land und Ressourcen indigener Völker betrieben wird.

Mit dem Film bekräftigt die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker vor der UN-Weltkonferenz auch ihre Forderung nach einer Ratifizierung der Konvention ILO 169, dem einzigen verbindlichen internationalen Abkommen, das die Landrechte indigener Völker schützt. Viele Staaten lehnen es noch immer ab, das Abkommen zu ratifizieren, darunter auch Deutschland, obwohl nicht zuletzt Maßnahmen ihrer Entwicklungspolitik Auswirkungen auf indigene Völker haben.

Davi Kopenawa, Schamane und Sprecher der Yanomami in Brasilien, erklärte zu seinen Erfahrungen mit “Entwicklung”: “Es ist nicht so, dass die Yanomami keinen Fortschritt wollen oder andere Dinge, die weiße Menschen haben. Sie wollen selbst entscheiden, anstatt Veränderungen aufgezwungen zu bekommen, als ob es egal wäre, ob sie es wollen oder nicht”.

Maxima Acuña Chaupe – Die Beschützerin des Wassers

Maxima Acuña de Chaupe

Maxima Acuña de Chaupe ist Analphabetin aber ein Leader ihrer Gemeinschaft

Die Quechua Maxima Acuña Chaupe hat in Bern die Gewalt geschildert, der sie in Peru täglich ausgesetzt ist. Maxima sitzt buchstäblich auf einer Goldmine, reich ist sie aber nicht; im Gegenteil.
Die grösste Goldmine weltweit droht ihr mit Mord, falls sie ihr Land nicht verlässt. Die peruanische Bergbaufirma Yanachocha plant den Bau der Conga-Mine auf  ihr Anwesen. Dieses Anwesen hat Maxima unter grösster Mühe zusammen mit ihrem Mann gekauft. “Mein Schweiss ist in jedem Zentimeter Land, das ich besitze. Es ist einfach nicht fair”, sagt sie.
70% des Goldes importiert ein Schweizer Unternehmen. Maxima wünscht sich deshalb Unterstützung von der Schweizer Bevölkerung und Regierung, da es in ihrer Heimat keine Gerechtigkeit gebe. 
Schweizer Goldraffinerie mitverantwortlich
Die grösste Käuferin des Goldes der Minera Yanacocha, der Bergbaufirma, die Maxima das Leben schwer macht, ist die Tessiner Raffinerie Valcambi in Balerna: In den letzten Jahren kaufte Valcambi zwischen 60% und 70% des gesamten exportierten Yanacocha-Goldes, so die Gesellschaft für Bedrohte Völker in Bern. Alleine im ersten Quartal von 2014 importierte das Tessiner Unternehmen 5,9 Tonnen Gold im Wert von 157 Millionen USD von Yanacocha. Sowohl Minera Yanacocha als auch Valcambi werden vom amerikanischen Goldkonzern Newmont Mining kontrolliert. Recherchen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigen: Die Goldproduktion der alten Yanacocha-Mine geht deutlich zurück – die Mine brauche angeblich einen neuen Standort. LAMMP und die GfbV befürchten, dass Minera Yanacocha den Bau der Mine Conga aus diesem Grund – auch gegen den Willen grosser Teile der Bevölkerung – durchzusetzen versucht.

Ein Kampf zwischen David und Goliath

Zusammen mit ihrer Tochter Ysidora kämpft Maxima gegen die Vertreibung durch das Yanacocha-Unternehmen. Ständig sind die Frauen Einschüchterungen ausgesetzt. Manchmal stehen 300 Polizisten vor dem Haus von Maxima und fordern sie auf, ihr Land aufgrund von illegaler Besetzung zu verlassen. Die Eigentumspapiere von Maxima kümmern die Polizei nicht. Der öffentliche Bus, der sie in die nächste Stadt bringt, hält auf Anordnung der Yanacocha-Mine meistens nicht. Manchmal müssen sie Tage in ihrem Haus eingeschlossen bleiben, weil Männer vor ihrem Anwesen lauern, die ihnen etwas antun könnten. Männer haben ihr Haus verwüstet und in Brand gesetzt. Nicht einmal ein Löffel ist ganz geblieben. Maxima bleibt stark. Als Beschützerin des Wassers, wie sie sich nennt, weigert sie sich, ihr Land zu verkaufen.

Maxima Acuña de Chaupe: the defender of the water – from Mama Tierra on Vimeo.

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Vor dem Bergbau, nach dem Bergbau (Venezuela)

Zerstörung der Umwelt

Der Bau der Mine Conga hat massive Eingriffe in die Umwelt zur Folge: Vier Bergseen werden verschwinden und damit wird eine ganze Region in den Anden mit bedrohten Tierarten trockengelegt. Das Gebiet mit der reinsten Luft der Welt würde verseucht werden.

Das Einverständnis der betroffenen Bevölkerung wurde nie eingeholt

Die Macht der Akteure ist in Peru sehr ungleich verteilt. Im Dezember letzten Jahres zeigte die GfbV zusammen mit peruanischen Organisationen auf, wie Rohstofffirmen mit meist geheimgehaltenen Verträgen jederzeit Einsätze der Nationalpolizei gegen die Bevölkerung beantragen können. Diese Rohstofffirmen unterstützen die Einsätze finanziell, materiell und logistisch. Staatliche und wirtschaftliche Interessen verbünden sich damit gegen die Interessen der lokalen Bevölkerung, eine Lösung des Konflikts rückt in weite Ferne.

Brutale Auseinandersetzungen 

Seit Herbst 2011 nehmen die Konflikte um die Mine Conga zu; im Juli 2012 starben bei Protesten fünf Personen. Kurz darauf besetzten Dutzende von Polizisten ohne richterliche Genehmigung das Landgut von Maxima Acuña.

Maxima Acuña ist 150 cm gross

Maxima Acuña ist 150 cm gross

Forderungen

Maxima und Ysidora Acuña sowie die GfbV und LAMMP fordern die Schweizer Raffinerie Valcambi auf, sich bei ihrer Schwesterfirma Yanacocha für eine friedliche Lösung des Konflikts einzusetzen. Valcambi soll Einfluss nehmen, damit Yanacocha das Mitbestimmungsrecht der Lokalbevölkerung respektiert. Ausserdem wird das Schweizer Unternehmen aufgefordert, eine Sorgfaltsprüfung aller Aktivitäten durchzuführen und die Namen sämtlicher Rohgoldlieferanten zu publizieren. Denn die Firmen haben es in der Hand, ob einer der blutigsten Rohstoffkonflikte Perus friedlich gelöst wird oder weiter eskaliert.

Vom Opfer zur Aktivistin

Die Nichtregierungsorganisation Latin American Mining Monitoring Programme (LAMMP) schult Indigene und Bäuerinnen zu Aktivisten. So können Sie Eigenverantwortung übernehmen und selber für ihre Rechte kämpfen. Maxima beschützt weiter die Wasserquellen. Begleitet von LAMMP informiert sie die Menschenrechtsgremien bei der UNO in Genf über die massiven Einschüchterungsversuche.

Was kannst du tun, um Maxima zu helfen?

– Schreibe eine Postkarte an Valcambi, via Passeggiata 3, 6828 Balerna

Bitte die Raffinerie, die Menschenrechte der Quechua-Indigenen wie Maxima zu respektieren.

– Schreibe eine Postkarte an die peruanische Botschaft in Bern: Embajada del Perú en Suiza, Thunstrasse 36, 3005 Bern
Bitte die Regierung von Peru, die Menschenrechte der Quechua-Indigenen wie Maxima zu schützen.

– Spende hier, dieses Geld geht direkt an Maxima

http://www.mama-tierra.com/de/home/195-support-maxima.html

Kein Blut am Finger!

Heiratest du bald? Recycle Gold, es liegt genügend Gold in den Banken oder in Antiquitätenläden. Gehe zu einem Goldschmied und lass dir daraus einen Ehering anfertigen. Ich persönlich boykottiere die Goldindustrie, weil ich den Gedanken nicht aushalte, Menschen das Leben mit meinem Kauf zur Hölle zu machen und dazu die Umwelt zu zerstören.

Quellen:
www.lammp.org
www.gfbv.ch
Ein Teil des Textes basiert auf einer Pressemeldung der GfbV

Miriam Romero, Tochter des Yukpa-Caciques Sabino Romero, ist tot

Miriam RomeroSierra de Perija, Venezuela – Die Yukpa-Indigene Miriam Romero Martinez fiel am 5. Mai in Ciudad Bolivar der Malaria zum Opfer. Eine Krankheit, die in Europa seit den 60ern ausgerottet ist, an der aber weltweit noch Hunderttausende sterben. Die älteste Tochter des Häuptlings Sabino Romero hinterlässt vier minderjährige Kinder.

Ihr Vater Sabino Romero war der meistgefürchtete Häuptling in Venezuela. Er kämpfte bis zum bitteren Ende um das Land seiner Vorfahren. Drei bewaffnete Männer erschossen den Kaziken am 3. März 2013 in der Sierra de Perija. Er hatte es gewagt, sein Land, seine Kultur und seine Familie zu verteidigen. Sein Tod ist bis heute noch ungesühnt und die Familie ungeschützt. Silverio Romero, Sabinos Sohn, wurde im Januar dieses Jahres angeschossen. Seine Angreifer sind noch auf freiem Fuss. 

Todesfälle in Venezuela durch vermeidbare und heilbare Krankheiten!

Sabino Romero LusbiPortillo AlexanderFernandez

Sabino Romero LusbiPortillo AlexanderFernandez

Laut der Non-Profit Organisation Homo et Natura aus Maracaibo starb Miriams Tante vor kurzem ebenfalls an Malaria im Perija-Regenwald. Vor zwei Wochen hörte ihr frühgeborener Neffe in der Universitätsklinik von Maracaibo wegen Unterernährung auf zu atmen. Kürzlich verstarb auch Ipica Ishishu mit 30 Jahren an Tuberkulose. Alle Verstorbenen waren unterernährt und  zeigten Blutmangel auf, so die Organisation.

Spannungen zwischen Grossbauern und Indigenen wegen Landesrechten

Obwohl der verstorbene Präsident Hugo Chavez im Jahr 1999 die venezolanische Verfassung änderte, hatte dies wenig Nutzen für die Indigenen. Heute haben weniger als 3 % der Urvölker das Land für ihre Gemeinschaften zurückerhalten. Die Verzögerung bei der Rückgabe des Landes an die Urvölker hat zu starken Spannungen zwischen Bauern und Indigenen geführt, so auch in Perija, wo jeden Monat ein Indigener aufgrund dieses Streites ermordet wird. Die Familienmitglieder von Miriam und Sabino Romero sind fast alle tot. Miriams 90-jähriger  Grossvater, José Manuel Romero, erlag im Alter von 90 Jahren seinen Verletzungen nach dem Sicarios ihn verprügelt hatten, die angeblich die Großgrundbesitzer Vargas geschickt hatten.

Los indigenas en Venezuela son para la politica publicidad gratis

Die Korruption ist das grösste Hindernis in der Gesundheitsförderung

Das grösste Problem der Krankheitsprävention, Heilung und Behandlung liegt aber in der Korruption. Die Budgets der Regierung, um die Gesundheit der Urvölker in Venezuela zu fördern und zu schützen, werden gestohlen. Die Indigenen sprechen meistens kein Spanisch und wissen auch nicht, wie sie sich wehren könnten. Soziale Projekte werden wankelmütig improvisiert, öffentliche Budgets verschwinden in Korruption. Die Gier der Politiker leert die Kassen, die die Grundrechte der Indigenen finanzieren sollten, in rasantem Tempo. 

Die Prävention muss im Einklang mit der einheimischen Kultur erfolgen

Gesundheits-Vorhaben für die Indigenen sind in Venezuela nicht nur knapp, sondern in vielen Gebieten inexistent. Das Misstrauen der Indigenen wie der Yukpa gegenüber den westlichen Leuten ist gross. Es erschwert den Urvölkern den Zugang zur Medizin zusätzlich. Es braucht einen starken Willen und viel Vorbereitung seitens der Regierung, um eine nachhaltige Lösung für die indigenen Gemeinschaften zu schaffen. Ohne die Urvölker zu erschrecken, ohne ihre medizinischen Rituale zu verspotten und ohne sich über ihre Bräuche lustig zu machen.

In Venezuela gibt es Tausende von indigenen Gemeinschaften in schlechtem Gesundheitszustand. Während die sozialistische Regierung angibt, den Indigenen zu helfen, und ihre Fotos in politischen Kampagnen verwendet, verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Indigenen. Im Jahr 2008 kam eine 10-Bolivar-Fuerte-Note mit dem Portrait des Kaziken Guaicaipuro heraus, ein indigener Führer der Karibik, der im XVI. Jahrhundert bis zum Tode gegen die Eroberer gekämpft hatte. Aber welchen Vorteil hat diese Note gebracht? Ausser gute Publicity für das Chavez-Lager?

muecke-moskito-malariaWas ist Malaria?

Malaria ist ohne Medizin tödlich, aber vermeidbar und mit etwas Geld in der Tasche meistens auch heilbar. Diese Krankheit wird durch Parasiten, die dem Menschen durch den Biss von infizierten Moskitos übertragen werden, verursacht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, dass die Malaria im Jahr 2012 fast 627.000 Todesfälle verursacht hat. Alle in Schwellen- oder Drittweltländern. 

Was gäbe es für Möglichkeiten der Prävention?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Verwendung von Moskitonetzen oder Insektiziden in den Innenräumen der Schlüssel für den Schutz gegen dieses Übel. Heilmittel, die kostengünstig und sehr effektiv sind. Es wären 2,6 Milliarden Dollar nötig, um den Auswirkungen dieser Krankheit, die 90 Länder auf der ganzen Welt bedroht, entgegenzuwirken. Doch Prävention allein ist nicht genug: Früherkennung und Behandlung reduzieren die Ausbreitung von Krankheiten und Todesfällen.

Wo ist Malaria verbreitet?

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Mutter Erde: indigene Mütter und ihre Lebensweise

Heute ist Muttertag. Viele Mütter feiern diesen Tag nicht, sie haben eine andere Sicht der Dinge. Für die Indigenen ist die Erde die eigentliche Mutter, hierbei sind sich alle Urvölker einig. Die Erde ist unsere Mutter weil sie uns alles Nötige zum Leben schenkt. Spirituell wie auch materiell.

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Miriam Romero ist letzte Woche an Malaria gestorben. Ihr Vater Sabino Romero war ein Kämpfer um die Landesrechte der Yukpa Indigenen. Landbauer, Minen und eine Inflation von 60% fördert die Ausrottung der Yukpa-Indigenen in Venezuela. Das Volk zählt noch 8000 Personen. Foto: Juan Carlos La Rosa

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Bei den Wayuu-Indigenen bestimmt die Mutter den Nachnamen und somit die Kaste der Kinder. Sie ist zuständig für die Übermittlung der Kultur an die Nachfahren. Fotos: Mama Tierra 

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Die Yanomamis geben über Jahre ihren Kindern die Brust, somit vermeiden sie eine weitere Schwangerschaft sagen sie. Foto:Claudia Andujar/Survival

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Die Añu Frauen, ein fast ausgestorbenes Volk in Venezuela kämpfen mit Umweltverschmutzung. Viele der Frauen fehlt ein Auge, weil sie Stunden im Meer Algen sammeln. Da dieses Wasser stark verschmutzt ist, löst es in den Augen der Frauen Infektionen aus. Einen Besuch im Krankenhaus können sie sich nicht leisten. Die Laguna de Sinamaica, das Gebiet in welches die westliche Kultur vor über 500 Jahren in Amerika eingedrungen sind, war noch nie so arm wie heute.  Fotos: Mama Tierra 

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Die Penan-Kinder in Malasia lernen seit früher Kindheit, dass um ein friedliches Leben in ihrer Gesellschaft zu führen, steht das Kollektive über den persönlichen Bedürfnissen. Fotos: Survival International

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“Wir sind nicht hier für uns selbst, sondern für unsere Kinder und Grosskinder”. Bosquimano, Botsuana.
Foto: Fiona Watson Survival International

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Die Penanes aus Malaysia erzählen, dass der Regenwald die Mutter der Menschen sei. Sie gehört den Verstorbenen, den Lebenden und denen, die noch geboren werden. Foto: Survival International

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Die Awas aus Brasilien, geben den verwaisten Baby-Affen die Brust. Foto: Survival International

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Das Jumma-Volk aus Bangladesch wird stark bedroht. Hunderte von Frauen, Männer und Kinder wurden bei lebendigem Leibe verbrannt, erzählt Sophie Grig von Survival International.

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Die Hadzas, das letzte Volk von Jägern und Nomaden in Afrika. Die Bevölkerung zählt noch 1300 Personen.

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Die Awas aus Brasilien glauben an Gleichberechtigung. Frauen haben verschiedene Partner. Sie sind das zweitletzte nomade Volk in Brasilien. Ihr Territorium ist wegen dem Bergbau um 30% geschrumpft. Foto Survival International

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Eine Awa Mutter sagt: “Wenn der Urwald getötet wird, sterben auch wir”. Foto Survival International

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 Yanomami, Brasil.
Foto: Survival International

Die Kinder sind die Zukunft: helfe uns ihnen zu helfen

Zu Weihnachten 2012 hat Maria Luisa Lundvik, die Direktorin des Kinderwerks Benposta, in Venezuela über 6800 Geschenke unter den ärmsten indigenen Kindern in Lateinamerika verteilt. Wir fuhren über holprige Strassen und überquerten Flüsse, um die indigenen Völker Añu und Wayuu zu erreichen.

Maria Luisa mit  Añu-Indianer-Babies

Nach stundenlangem Reisen war es soweit: Die Indigenen empfingen uns herzlich mit einem riesigen Applaus. Unter der brennenden Sonne haben wir tausende von Spielzeugen unter den Kindern verteilt. Für viele war es das erste Mal, dass sie überhaupt ein Geschenk erhielten. Das Lächeln, das auf ihre Gesichter trat, ist unbeschreiblich. Ihre Augen strahlten vor Glück. Gleichzeitig fühlte ich mich schuldig, im helvetischen Wohlstand zu leben. Obwohl ich alles habe, bin ich manchmal unzufrieden. Auf jeden Fall schätze ich die Vorteile, die das Leben in der Schweiz bietet, aufgrund dieses Erlebnisses umso mehr.

Das Schönste war, die Kinder dabei zu beobachten, wie sie mit ihren neuen Spielzeugen spielten. Maria Luisa erklärte mir, wie wichtig es ist, diese Kinder zu lieben, denn sie sind unsere Zukunft. Ein beschenktes Kind erfährt so, dass es geliebt wird. Dass es nicht wertlos ist, nur weil es in extremer Armut geboren wurde.

Nenes_Benposta

Maria Luisa ist seit bald 30 Jahren die Direktorin von Benposta, einer Non-Profit Organisation für indigene Kinder in Venezuela, mit der WayOo International eng zusammenarbeitet. Sie erzählte mir von Jose. Jose bekam sein erstes Geschenk, ein Auto aus Holz, von Maria Luisa. Seine Mutter arbeitete als Haushaltangestellte für eine reiche Familie, die Jose seine Ausbildung bezahlte.
Jahre später traf ihn Maria Luisa wieder. Ein 35-jähriger schöner Mann, der als Verwalter einer venezolanischen Institution arbeitet und richtig Karriere machte. Jose erzählte ihr, dass er das Holzauto immer noch aufbewahrt und es für ihn Hoffnung symbolisiert. Das Geschenk liess in ihm einen Kampfwillen aufblühen, der ihn im Leben weitergebracht hat.

Ein anderes Mal wurde Maria Luisa an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela von bewaffneten Männern überfallen. Doch der Mann der ihr die Pistole an den Kopf hielt, senkte die Waffe und rief die anderen Schuften auf Maria Luisa und ihre Freunde in Ruhe zu lassen. Maria Luisa konnte es nicht lassen und auf die Frage hin, weshalb er sie laufen liess antwortete er: Du hast meiner Grossmutter vor 8 Jahren einen Rollstuhl geschenkt, als ich noch ein Kind war, du bist eine gute Person, geh!

MAMA TIERRA unterstützt das Kinderdorf Benposta in Venezuela. Bitte vergiss nicht, dass Venezuela dank seinen Urwäldern und seiner grossen Artenvielfalt die Lunge unserer Welt ist. Trage dazu bei, auch in diesen Kindern das Bewusstsein dafür zu verstärken.

Werde Aktiv

Behindertenhaus für Indigene

Befreiung des indigenen Lebensraums von Müll

Die Beposta-Behindertenschule für indigene Kinder in Venezuela

Für jeden investierten Franken in Bildung und Beschäftigung werden fast doppelt so viele Sozialdividenden erwirtschaftet

Mama Tierra beschafft Mittel seit 2011, um das Kinderdorf Benposta in Venezuela zu unterstützen. Wir arbeiten eng mit Maria Luisa Lundvik zusammen. Die Sechzigjährige fördert seit Jahrzehnten indigene Kinder in Venezuela. Mit Armut  beschäftigt sich die gebürtige Venezolanerin noch länger:

In den 70er Jahren reiste sie nach Indien, um von Mutter Teresa in Kalkutta Nützliches gegen das Hungerleiden zu lernen. Seitdem engagiert sich Maria Luisa als Direktorin des venezolanischen Kinderhilfswerks Benposta. Heute hängen dort rund 1100 Kinder von ihrer Arbeit ab.

2014 plant Maria-Luisa die Fertigstellung eines Heims, diesmal für behinderte Indigene Kinder an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela.

Behinderungen sind sonst ein Thema, das in Venezuela tabu ist. Deshalb existieren keine Instanzen, die das Wohlergehen der Behinderten garantieren. Viele leben wie Tiere oder verenden einsam. Das soll sich dank Maria Luisa nun endlich ändern. Mit Ihrer Hilfe wird Benposta diese Kinder versorgen.

Benposta ist eine Kinderstiftung, die an Peter Pan erinnert. Die Statuten und die Führung der Organisation werden demokratisch von den Kindern bestimmt. Die Non-Profit-Organisation gibt vernachlässigten Indigenen in Venezuela eine Überlebenschance. Sie bietet den Kindern eine familiäre Umgebung, ein Zuhause und eine Ausbildung.

In Maracaibo recycelt Maria-Luisa Lundvik gewaltige Mengen an Müll, um Jahr für Jahr die Weiterführung der Hilfswerke zu gewährleisten – wenigstens teilweise. Verschiedene Vereine sammeln Spenden, um die Projekte weiterzuführen. Auch unser Verein Amigos de Benposta Schweiz hilft mit: beispielsweise mit der Unterstützung der Lehrkräfte und den Bau von Lernzentren.

Die Volontariats-Einsätze sind entscheidend. Maria Luisa bemerkt dazu: „Die Volontariate haben einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Die Hilfe unserer Schweizer Freunde ist sehr wertvoll, weil sie Hoffnung gibt.

Die liebevolle Zuneigung und das Erlernen eines Handwerks sind das Effektivste bei der Armutsbekämpfung.“ 30 Jahre Arbeit mit den Kindern haben Maria-Luisa gezeigt, dass die Gesellschaft als Ganzes von der Kinderförderung profitiert. Eine Studie ermittelte, dass für jeden in Bildung und Beschäftigung investierten Dollar 1,68 Dollar an Sozialdividenden erwirtschaftet werden – durch Abnahme der Kriminalität und bessere Bildungs- und Arbeitsdisziplin.

Die Kinderheime Benposta legen Wert auf bewährte Methoden. Die Kinder erhalten eine gute Schulbildung, ihre Kreativität wird gefördert und sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Benposta verfügt über eine eigene Schule, deren Abschlüsse staatlich anerkannt sind.

Im fächerübergreifenden Unterricht spielen die Arbeit in Gruppen und die Entwicklung des kritischen Denkens eine wichtige Rolle. Zwei Stunden pro Tag sollen die Kinder und Jugendlichen – nach dem Motto „Mit den Händen denken“ – den Wert der eigenen praktischen Arbeit schätzen lernen. Sie können ihre Tätigkeit frei wählen und verschiedene Kenntnisse erwerben bzw. vertiefen.

Alle Mitglieder tragen gemeinsam die Verantwortung für das Funktionieren von Benposta. Dabei ist die direkte und aktive Teilnahme der Kinder und Jugendlichen gefordert. Die Erwachsenen haben die Aufgabe, den Erziehungsprozess zu begleiten und ein Beispiel zu geben.

Zulia-Staat zählt mit rund 450.000 Indigenen zu den venezolanischen Staaten mit der höchsten Rate an Urvölkern. Historisch ist das Gebiet interessant, weil es Venezuela seinen Namen gab. Die noch heute existierenden indigenen Hütten an der Küste des Maracaibo-Sees erinnerten die europäischen Eroberer an Venedig. Aus vulgär-italienisch „Klein-Venedig“ entstand der Name des südamerikanischen Staats Venezuela.

Seit 2 500 Jahren sind am Maracaibo-See in Zulia indigenen Völker beheimatet. Während der Expeditionen von Europäern Ende des 15. Jahrhunderts wehrten sich die Indigenen mit Pfeil und Bogen. Doch sie konnten der Waffengewalt nicht standhalten und flohen in die Gebirge der Sierra de Perija an der Grenze zu Kolumbien. Zwischen 1908 und 1935 übergab der Putschist Juan Vicente Gómez den grössten Teil der einheimischen Wälder und Flüsse an die Ölwirtschaft.

Die Bevölkerungsexplosion in den 50er Jahren vertrieb die Indigenen endgültig. Der Zulia-Staat entwickelte sich zum Mekka des Aufschwungs und man benötigte billige Arbeitskräfte. So ergab es sich, dass sich Indigene als Dienstmädchen, Chauffeure und Schichtarbeiter gegen Unterkunft, Nahrung und Almosen verdingten. Andere prägen noch heute das Strassenbild als Bettler.

Die Indigenen gehören der ärmsten Bevölkerungsschicht in Venezuela an. Selbstversorgung ist wegen der grossen Umweltverschmutzung durch Öl- und Minenwirtschaft schwierig. Allgemein leben die Urvölker in grösster Armut. Es fehlen sauberes Trinkwasser und Kläranlagen, auch medizinische Versorgung und Bildung.

Benposta ist eine der wenigen Hoffnungen für die Indigenen. Setzen auch Sie sich für eine bessere Zukunft dieser Urvölker ein. Venezuela ist schliesslich dank seinen Urwäldern wie zum Beispiel der Amazonas die Lunge unserer Welt!

Spenden: Verein Mama Tierra, Post-Konto 61-806037-0

 

 

 

 

Der letzte Kampf der Yukpa Indigenen

Am 12. Oktober, anlässlich des Gedenktages der Ankunft von Christopher Kolumbus in Amerika vor 520 Jahren, macht LAMMP auf den Ethnozid der Yukpa im Zulia-Staat in Venezuela aufmerksam. LAMMP ist eine Non-Profit Organisation, die dem Umweltschutz und der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet ist. Sie verfolgt eine verbesserte Lebensqualität von indigenen Völkern in Latein-Amerika.

Im Zulia-Staat in Venezuela werden zunehmende Morde an Indigenen ohne rechtliche Strafverfolgung, sogenannte verschwiegene Morde, gemeldet. Zulia zählt zu den venezolanischen Staaten mit der höchsten Rate an indigenen Völkern in Venezuela. Wegen der vielen ungestraften Gewalttaten wird das Gebiet Sierra de Perija im Zulia gesetzloses Land genannt.

Allein im Jahr 2012 wurden sechs Yukpa-Indigene getötet und sieben weitere verletzt, angeblich durch Auftragskiller der Landbesitzer der Sierra de Perija in Zulia. Die Interessenskonflikte, die die Sierra auseinanderzerren, reichen von Landwirtschaft, FARC, Militär und Drogenhandel bis zu multinationalen Kohlenbergwerken. Doch die schlimmste Bedrohung stellen die Kohlen- und Mineralienminen von Guasare und Paso Diablo dar. Die Minen sind eine grosse Bedrohung für die indigenen Völker und für die grosse Biodiversität der Sierra.

Der Fall des Yukpa-Anführers Sabino Romero

Sabino Romero Lusbi Portillo Alexander Fernandez

Im Kampf um die Rückgewinnung ihres Landes wird der Yukpa-Stamm durch Landwirte und Soldaten bedrängt und bedroht. Der Hunger, vermeidbare Krankheiten und der Mangel an sauberem Trinkwasser gefährden die Existenz der Yukpa-Indigenen. Derzeit erleidet die Familie des Kazique von Shaktapa, Sabino Romero Izarra, ständige Nötigungen von Grossbauern, gestützt vom Militär. 2008 wurde der 102-jährige Yukpa-Schamane Juan Manuel Romero, Vater von Sabino Romero, zu Tode geprügelt. Ein Video zeigt den Schamanen Jose Manuel, wie er einen vorherigen Überfall bei einem Landwirt schildert. Die Strafanzeigen an die Behörden wurden nie verfolgt.

Im Jahr 2009 folgte ein tödlicher Angriff auf die Yukpa-Indigene. Die schwangere Mireya Romero und Ever Garcia, enge Familienangehörige von Sabino Romero, starben. Fünf weitere, darunter Kinder, und Sabino selbst wurden verletzt. Der Vorfall brachte Sabino Romero, Olegario Romero und den Wayuu-Indigenen Alexander Fernandez hinter Riegel. Es wurden keine Dolmetscher zur Verfügung gestellt, dazu wurden die Indigenen Tausende von Kilometern weg von zu Hause in einem Militärgefängnis weggesperrt. Weibliche Angehörige des Yukpa-Stamms beschwerten sich bei den Besuchen im Gefängnis über Soldatenübergriffe. Mit Waffen zwang das Militär sie sich auszuziehen, worauf die Soldaten die nackten Frauen erniedrigten. Es kam zu einer versuchten Vergewaltigung.

Nach 17 Monaten wurde Sabino Romero dank des unermüdlichen Kampfes des Anthropologie-Professors der Universität Zulia, Lusbi Portillo, und des Hungerstreiks des 81-jährigen Priesters Jose Maria Korta freigesprochen. Der Rechtsanwalt des Viehzüchterverbands Machiques (GADEMA), Alfonso Chacin, der den Yukpa Olegario vertrat, verdeutlicht die Interessen des Vereins an der Inhaftierung von Sabino. Olegario gesteht das Verbrechen im nachfolgenden indigenen Yukpa-Gericht.

Die Verfolgung der mächtigen Landwirte

Der Präsident Hugo Chavez verschärfte die Spannungen zwischen Indigenen und Viehzüchtern in Folge einer öffentlichen Parteinahme für die Yukpa. Allerdings ohne die Landwirte für das von ihnen bewirtschaftete Land zu entlöhnen.

Der Konflikt eskalierte Ende 2011, als das nationale Institut für Landwirtschaft (INTI) auf den Landkarten das von den Indigenen beanspruchte Gebiet um 90% vergrösserte. In der Folge entzündete sich in Perija eine Hetze gegen die Yukpa. Der kollektive Hass wird täglich durch die Kriminalisierung der Yukpa-Indigenen in Medien wie „La Verdad“ und durch den Viehzüchter-Verein GADEMA verstärkt.

Darauf wurden 2012 die Yukpa-Indigenen Wilfrido Ramos, Lorenzo Romero, Leonel Romero, Dario Garcia und die jungen Wayuu Alexander Fernandez und José Luis Fernández in Perija ermordet. Alexander war gleichzeitig mit dem Yukpa-Kazique Sabino wegen des Kampfes für das indigene Territorium verhaftet worden.

Immer noch lauern bewaffnete Männer in der Nähe der Yukpa-Anführerin Carmen Fernandez. Carmen Fernandez hat schon zwei Söhne verloren, darunter Alexander Fernandez. Einem Dritten fügte man eine schwere Magenverletzung zu, so dass eine wöchentliche kostenintensive medizinische Versorgung nötig ist. Als Carmen Anzeige erstattete, wiesen die Behörden diese zurück und drohten der Yukpa-Indigenen „ihre weiteren Kinder zu töten und ihr Blut zu trinken“.

Fiona Watson von Survival International betont: “Die Situation der Yukpa ist extrem ernst. Seit Jahrzehnten ist der Stamm Opfer von Gewalt der mächtigen Landwirte in Perija. Obwohl seit 1999 die venezolanische Verfassung indigenen Völkern ein kollektives Eigentum an ihrem Territorium gewährleistet, hat der Staat wenig unternommen, um diese Rechte zu sichern. Die Besetzung durch das Militär hat verheerende Auswirkungen auf ihre Kultur und Lebensweise. Yukpa-Indigene werden politisch verfolgt, um sie im Gefängnis zum Verstummen zu bringen.”

Die Yukpas sind Dissidenten der venezolanischen Chavez-Regierung

Der Kazique Sabino Romero stellt sich gegen die Pläne der Regierung für den Bergbau. Laut der NGO Homo et Natura hat Venezuela Bewilligungen an die russische Regierung für die Förderung von Coltan und Uran erteilt. Die wirtschaftlichen Absichten von Hugo Chavez wurden kürzlich in seinem Kandidaturvorschlag deutlich, der die ausdrückliche Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in Venezuela anstrebt.

Eine Strategie, die der indigenen Weltsicht widerspricht. Denn die Indigenen beanspruchen naturbelassenes Land, sprich frei von Vieh, Kohlenminen oder Bergbau. Die Indigenen sind Teil des Ökosystems des Naturparks Sierra de Perija. Die Weiterverfolgung des Steinkohlenbergbaus der Flüsse Socuy, Maché und Cachirí in der Sierra de Perija stellt nicht nur eine Bedrohung für die indigenen Gemeinschaften in der Region dar. Es ist auch eine erhebliche Gefahr für die Erhaltung des schon angeschlagenen Ökosystems des Naturparks Sierra de Perija. Seine Verschlechterung würde den Wasserressourcen einer der grössten Regionen von Venezuela schaden: Maracaibo und der gesamten Westküste des Sees. Der Verlust der tropischen Wälder durch Kohlebergbau verursacht nicht wieder gutzumachende Schäden. Der Naturpark Sierra de Perija weist unter allen Ökosystemen weltweit einen der grössten Reichtümer Pflanzen- und Tierarten pro Flächeneinheit auf.

Die Non-Profit-Organisation Homo et Natura, die den Kampf mit den indigenen Völkern in der Perija führt, erklärt: “Der eigentliche Grund der Chavez-Regierung den Bari- und Yukpa-Indigenen nur Bruchteile der Grundstücke zuzuerkennen und ihnen ihre Rechte auf das kollektive Ahnengebiet zu verweigern, liegt in der geo-ökonomischen Strategie Latein-Amerikas. Diese Pläne werden vom Bau von vier Hauptverkehrsstraßen und fünf Mitlitärstandorten begleitet werden.” Fakt ist, dass nur 2,4% der indigenen Landfläche ausschließlich an die Protagonisten der Bolivarischen Revolution vergeben wurden.

Verlust von Ahnengebieten, heiligen Stätten und Kultur

Wenn die Indigenen ihr Land verlieren oder dieses verschmutzt ist, verschwinden Fischfang und Jagd, die Nahrungsversorgung der indigenen Bevölkerung. Beispiel sind die Añu, die ihr Territorium, ihre heiligen Stätten und ihre indigene Sprache verloren haben. Die Mission von Maria Luisa Lundvik, Direktorin des Kinderdorfs Benposta in Maracaibo, ist es, die Zahl der an Unterernährung oder heilbaren Krankheiten sterbenden Kinder zu reduzieren. Auch heilbare Krankheiten wie Malaria bekämpft Maria Luisa in Los Frailes in Zulia dank eines mit Hilfe von Spenden selbsterbauten Kinderhauses.

Die Yukpa-Indigenen 

Die Yukpa sind eine ethnische Gruppe, die vor 2 500 Jahren am Maracaibo-See beheimatet war und dessen Siedlungsgebiet bis in die Sierra de Perija in Venezuela und Kolumbien reicht. Anlässlich der Expedition des Deutschen Ambrosio Alfinger kam es 1528 zum ersten Kontakt mit der westlichen Kultur. 1722 gründeten die Kapuzinermissionare das Macuaes-Dorf, das heutige Machiques, um die Indigenen zu „zivilisieren“. Zwischen 1908 und 1935 übergab der Putschist Juan Vicente Gómez viele von den einheimischen Wäldern und Flüssen an Grosskonzerne wie Shell. Dank Nestlé wurde die Massentierhaltung in den 40er Jahren verdreifacht. Während ein wirtschaftlicher Aufschwung der Landwirtschaft stattfand, usurpierte die schwere Invasion durch Viehzüchter, Bauern und Pächter zwischen 1956 und 1975 90% des indigenen Territoriums Zulia. Die Bevölkerungsexplosion in den 50er Jahren, als sich die venezolanische Bevölkerung alle drei Jahre verdoppelte, vertrieb die Yukpa-Indigenen mehr und mehr in die Höhen der Sierra-Berge in Perija. Machiques entwickelte sich zum Mekka der Viehzucht, die billige Arbeitskräfte benötigte. So ergab sich, dass sich Indigene als Dienstmädchen, Chauffeure und Schichtarbeiter gegen Obdach, Nahrung und Almosen verdingten. Andere Indigene suchten Zuflucht in der Zulia-Hauptstadt Maracaibo, wo sie noch heute als Bettler das Strassenbild prägen.

Heute leben in Venezuela rund 15 000 und in Kolumbien 7 000 Yukpa-Indigene in der Sierra de Perija.

LAMMP.org

Das Latin-American Mining Monotoring Programme LAMMP ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in London, die sich mit der Unterstützung lateinamerikanischer Frauen und ihrer Gemeinschaften in ihrem Kampf für Menschenrechte, nachhaltige und beteiligte Entwicklung im Bergbau befasst.

http://lammp.org

 

La organizacion Yanomami HORONAMI urge al gobierno venezolano de actuar frente a los mineros ilegales

En el día de hoy, 25 de Septiembre de 2012, nosotros, el pueblo indígena Yanomami, representados por la Organización Yanomami HORONAMI, reunidos en Puerto Ayacucho, queremos realizar el siguiente pronunciamiento sobre la PRESENCIA DE MINERÍA ILEGAL EN EL ALTO OCAMO, Municipio Alto Orinoco:

1.- Nuestra Organización Yanomami HORONAMI tiene por objetivo general “lograr el fortalecimiento integral y la defensa de la vida del pueblo Yanomami en su territorio ancestral y tradicional, de acuerdo a los derechos de los pueblos indígenas reconocidos en la Constitución de la República Bolivariana de Venezuela”. Todos los miembros de la Organización Horonami hemos hecho un juramento para cumplir con esto.

2.- Reconocemos nuevamente los esfuerzos realizados por los órganos del Estado venezolano, en particular la Fuerza Armada Nacional Bolivariana, el Ministerio Público y el CICPC, que se trasladaron hasta las cabeceras y la serranía del Alto Ocamo, recorriendo la zona durante 5 días en compañía de nuestros representantes de Horonami.

3.- Consideramos fundamental que la comisión de organismos del Estado que estuvo en la zona emita el informe correspondiente con los resultados de la investigación que llevó a descartar la denuncia presentada por los Yanomami. Nosotros, como Organización Yanomami Horonami, ya presentamos un informe a los organismos competentes (Ministerio Público, Defensoría del Pueblo, 52 Brigada de Infantería de Selva y la Comisión de Pueblos Indígenas de la Asamblea Nacional), solicitando que se abra una investigación sobre la presencia e impactos de la minería ilegal en la zona del Alto Ocamo y la adopción de las medidas necesarias por parte de los organismos del estado venezolano.

4.- Consideramos que si bien no se pudieron determinar hasta el momento indicios de una masacre en la zona, lo cual para nosotros es motivo de alegría, queremos dejar saber a la opinión pública que existe una presencia abundante de mineros ilegales acampados desde hace años en la zona del Alto Ocamo, provenientes de Brasil. A través de los medios se ha dicho que “no hay nada” pasando en el Alto Ocamo, que todo esta tranquilo y la gente está feliz. Nosotros, los yanomami de Horonami que estuvimos en la comisión, vimos los campamentos de mineros ilegales, vimos pasar una avioneta, vimos una pista clandestina, vimos algunos garimpeiros huyendo de la comisión que caminaba por la selva. Nosotros tenemos las evidencias de lo que decimos. Los efectivos de las Fuerzas Armadas, de la Fiscalía y el CICPC que venían en la comisión, también fueron testigos de esto.

5.- Es muy fácil pensar que los Yanomami y su organización Horonami están mintiendo porque la comisión no encontró una masacre de indígenas Yanomami. Estas noticias que llegaron sobre hechos violentos no son mentiras, son los signos claros de que hay mucho conflicto en la zona del Alto Ocamo. La mentira es decir que en esa zona todo está bien.

6.- No queremos atacar a nuestro Presidente Hugo Chávez Frías, ni que nuestra situación sea manipulada para las elecciones. Nuestra verdad es lo que tenemos que mostrar y nuestra motivación es la defensa de nuestro pueblo, nuestro hábitat y nuestra tierra que está siendo depredada y contaminada. Pedimos respeto a nuestra organización Horonami por parte del Estado venezolano y nos ponemos a la entera disposición para colaborar con los organismos gubernamentales. Rechazamos los esfuerzos de la Ministra Nicia Maldonado por dividir nuestra organización y repudiamos a los medios y otras personas que han manipulado la información con fines políticos, tratando de vincularnos con actores de la oposición, aprovechándose de esta grave situación con fines electoreros.

7.- Reconocemos los esfuerzos de las Fuerzas Armadas Bolivarianas en 2009, 2010, 2011 y 2012 por atender los llamados de los yanomami y de su organización Horonami en atención a denuncias de garimpeiros. También supimos de los esfuerzos recientes del estado brasileño a través de la Operación Xawara para la retirada de garimpeiros. Pero es necesario insistir sobre la necesidad de que se tomen medidas permanentes y coordinadas entre Brasil y Venezuela para controlar la dañina y masiva presencia de mineros ilegales que desde hace varios años ingresan a Venezuela, nuestro país, desde Brasil, representando una grave amenaza a la integridad y la vida del pueblo Yanomami.

8.- Queremos explicar que cuando los garimpeiros viven cerca de las comunidades yanomami, los amenazan para que no digan nada a las autoridades cuando les preguntan sobre la presencia de campamentos mineros. Este es el motivo por el cual una visita rápida con autoridades que los Yanomami no conocen, no va a tener éxito en encontrar denuncias espontáneas por parte de los Yanomami. Cuando fuimos con la comisión, los representantes de Horonami nos quedamos toda la noche hablando con los Yanomami de las comunidades, en ese momento cuando los funcionarios y militares dormían, los Yanomami sí nos contaron informaciones detalladas de la presencia de mineros ilegales.

9.- Aunque no se confirmó la información sobre hechos violentos, la presencia abundante de mineros ilegales en la zona desde hace varios años resulta en conflictos constantes entre los yanomami y los garimpeiros, que además dividen a las propias comunidades yanomami y perjudican a nuestras familias. Son estos conflictos los que pueden estar en el origen de las informaciones de matanzas y abusos de todo tipo. No podemos descartar, en el estado actual de la investigación, que muertes, violaciones, amenazas, y otro tipo de abusos a los Yanomami no estén sucediendo en las áreas visitadas. Por el contrario, todo el contexto de la región nos dice que hay un conflicto instalado entre mineros y varias comunidades en el Alto Ocamo.

10.- Es sabido también que la presencia de mineros ilegales entre los Yanomami genera serias consecuencias para la salud (focos de transmisión de malaria, enfermedades venereas, contaminación por mercurio y otras). En la visita a la zona encontramos comunidades con graves problemas de salud que necesitan atención sanitaria urgente.

11.- La degradación del hábitat, del cual dependen los Yanomami para alimentarse, para tomar agua y para vivir, es también consecuencia de la presencia de mineros ilegales, su maquinaria y la contaminación por mercurio.

12.- Sin mineros establecidos en la zona, amenazando y explotando a los Yanomami, y dañando la naturaleza, este tipo de noticias no llegarían a nuestos oidos. Los yanomami de estas zonas remotas están a merced de los mineros. No podemos decir que las noticias que llegaron a los medios son “mentiras de los yanomami” ni “mentiras de la organización Horonami” ni “mentiras de las organizaciones indígenas de Amazonas”. En un área de conflicto, este tipo de noticias tienen que ser tomadas muy en serio. Tenemos el recuerdo de la masacre de Hashimú de 1993 muy presente en nuestra memoria. Esto no son mentiras, son los signos claros del conflicto.

13.- Solicitamos que se continúe el patrullaje permanente y sostenido para el desalojo definitivo de los campamentos de minería ilegal en la zona del Alto Ocamo y otras zonas del Alto Orinoco, como Hashimú, Cerro Delgado Chalbaud y el río Siapa, entre otros. Este esfuerzo debe ser conjunto entre las Fuerzas Armadas Bolivarianas y los Yanomami de nuestra organización Horonami, que conocemos a nuestro pueblo y nuestro territorio.

14.- Solicitamos un plan de atención en salud que sea continuo y eficiente para la zona del Alto Ocamo. La atención sanitaria con formación de Agentes de Salud Yanomami de las propias comunidades y la instalacion de radios de comunicación, son fundamentales para mejorar la salud y evitar la reincidencia de mineros ilegales en la zona.

15.- Por lo delicado del problema, solicitamos que se profundice la investigación sobre los posibles hechos violentos y otros posibles abusos de los garimpeiros en la zona del Alto Ocamo, con mas calma y rigor, y con la participación de los propios yanomami de Horonami, tomándose para ello todo el tiempo que sea necesario y considerando las particularidad culturales del pueblo Yanomami.

16.- Queremos que los medios de comunicacón se remitan al contenido de este documento, no vamos a dar declaraciones.

El pueblo y las comunidades Yanomami seguimos luchando para defender nuestro hábitat y tierras. Si no lo hacemos ¿qué le dejaremos a nuestros nietos?

HORONAMI ORGANIZACIÓN YANOMAMI

Itirio Hoariwë (Vice-Coordinador)

Luis Shatiwë (Secretario Ejecutivo)

Acayajuana Silva (Coordinador Sector Parima “B”)

Ciro Borges (Administrador)

Virginio Posiewë (Coordinador Sector Orinoco)

Miguel Medina (Representante Koyowë)

Pronunciamiento de los indigenas del Amazonas sobre la masacre de indigenas Yanomami en Irotatheri por mineros brasileños

PRONUNCIAMIENTO DE LAS ORGANIZACIONES INDÍGENAS DEL ESTADO AMAZONAS (COIAM) sobre la nueva MASACRE DE INDÍGENAS YANOMAMI en la Comunidad IROTATHERI cometida por mineros ilegales brasileños.
En el día de 27 de Agosto de 2012, nosotros, pueblos y comunidades indígenas de la Amazonía venezolana, agrupados en la Coordinación de Organizaciones Indígenas de Amazonas (COIAM), representados por la Organización Regional de Pueblos Indígenas de Amazonas (ORPIA), la Organización Indígena Piaroa Unidos del Sipapo (OIPUS), la Organización Ye´kuana del Alto Ventuari (KUYUNU), la Organización Indígena Jivi Kalievirrinae (OPIJKA), la Organización Yanomami (HORONAMI), la Organización Mujeres Indígenas de Amazonas (OMIDA), la Organización de Comunidades indígenas Huôttuja del Sector Parhuaza (OCIUSPA), la Asociación de Maestros Piaroa (Madoya Huarijja), La Organización Piaroa del Cataniapo “Reyö Aje”, la Organización Indígena de Río Negro (UCIABYRN), la Organización Piaroa de Manapiare, la Organización Ye´kuana del Alto Orinoco (KUYUJANI Originario), el Movimiento Político Pueblo Unido Multiétnico de Amazonas (PUAMA), reunidos en Puerto Ayacucho, queremos realizar el siguiente pronunciamiento sobre la NUEVA MASACRE DE INDÍGENAS YANOMAMI ocurrida en la comunidad IROTATHERI, Municipio Alto Orinoco, cometida por mineros ilegales provenientes de Brasil y cuya información fue suministrada por sobrevivientes y testigos durante el mes de agosto de 2012:

1.- Nos solidarizamos con el pueblo Yanomami en Venezuela y su organización HORONAMI, quien ha sido víctima en el mes de julio 2012, de una NUEVA MASACRE OCURRIDA EN LA COMUNIDAD IROTATHERI, ubicada en las cabeceras del río Ocamo, Municipio Alto Orinoco y área de influencia de varias comunidades Yanomami como son MOMOI, HOKOMAWE, USHISHIWE y TORAPIWEI, las cuales vienen siendo agredidas e invadidas por mineros ilegales provenientes de Brasil (GARIMPEIROS) desde hace más de 04 años.

2.- Lamentamos profundamente este nuevo ataque violento contra el pueblo Yanomami, en el cual habría muerto un número indeterminado de personas, con 03 sobrevivientes en una comunidad (shapono) de aproximadamente 80 indígenas Yanomami en el Alto Ocamo, la cual fue quemada y agredida con armas de fuego y explosivos según testimonios de los sobrevivientes y testigos que se trasladaron a la comunidad de Parima “B” entre el 15 y el 20 de agosto de 2012, donde trasmitieron el trágico testimonio a miembros de la organización HORONAMI y autoridades venezolanas de la 52 Brigada del Ejército y el Centro Amazónico de Investigación y Control de Enfermedades Tropicales (CAICET).

3.- Expresamos nuestra preocupación debido a que desde el año 2009, se viene informado a varios órganos del Estado venezolano sobre la presencia de GARIMPEIROS en el Alto Ocamo y sobre diversas agresiones contra las comunidades de MOMOI y HOKOMAWE quienes fueron víctimas de violencia física, amenazas, uso de mujeres y contaminación del agua por mercurio con saldo de varios Yanomami muertos y sin haber TOMADO MEDIDAS EFECTIVAS PARA DESALOJAR A LOS GARIMPEIROS DE LA ZONA y diseñar un plan de control y vigilancia sobre su entrada cíclica en la zona, en momentos en que hay reportes del aumento de la actividad minera ilegal en toda la Amazonía brasileña.

4.- Esta situación no sólo afecta los derechos a la VIDA, LA INTEGRIDAD FÍSICA y LA SALUD DEL PUEBLO YANOMAMI, sino que constituye un nuevo genocidio y una nueva amenaza a la sobrevivencia física y cultural de los Yanomami, en un momento en que se cumplen en el año 2013, veinte (20) años de la Masacre de HAXIMÚ en la que fueron asesinados 16 mujeres, niños y ancianos.

5.- Solicitamos al Gobierno Nacional y a los demás órganos del Estado venezolano la realización de una INVESTIGACIÓN JUDICIAL URGENTE, el TRASLADO INMEDIATO HASTA EL LUGAR DE LOS HECHOS y LA ADOPCIÓN DE MEDIDAS BILATERALES CON BRASIL para controlar y vigilar la entrada de garimpeiros en el ALTO OCAMO, lugar de la masacre y con presencia de Yanomami amenazados por la acción incontrolada de mineros ilegales (garimpeiros). Recordamos que la omisión de investigar y tomar medidas eficaces como en el caso de HAXIMÚ, podría comprometer la responsabilidad internacional del Estado venezolano, por permitir que agentes externos agredan a nacionales venezolanos en su territorio.

Organización Regional de Pueblos Indígenas de Amazonas (ORPIA)

Organización Indígena Piaroa Unidos del Sipapo (OIPUS)

Organización Yabarana del Parucito (OIYAPAM)

Movimiento Político Pueblo Unido Multiétnico de Amazonas (PUAMA)

Organización Ye´kuana del Alto Ventuari (KUYUNU)

Organización Indígena Jivi Kalievirrinae (OPIJKA)

Organización Yanomami (HORONAMI)

Organización Mujeres Indígenas de Amazonas (OMIDA)

Organización de Comunidades indígenas Huôttuja del Sector Parhuaza (OCIUSPA)

Asociación de Maestros Piaroa (Madoya Huarijja)

Organización Yekuana del Alto Orinoco (KUYUJANI Originario)

Organización Piaroa del Cataniapo “Reyö Aje”

Organización Indígena de Río Negro (UCIABYRN)

Organización Piaroa de Manapiare,

 

José Gregorio Díaz Mirabal

Vice-Coordinador CONIVE

 

Guillermo Guevara

(Constituyente Indígena 1999)

Die indigenen Yukpa in Venezuela kämpfen um ihr Land

Von Andrés Otálvaro und Maxim Graubner – Lateinamerika Nachrichten Nr. 429 – März 2010

Die neue Verfassung stärkte 1999 die Rechte der Indigenen in Venezuela deutlich. Wie schwierig die Umsetzung in der Realität ist, zeigt das Beispiel der Yukpa. Diese kämpfen im Westen Venezuelas um ihr angestammtes Territorium und agieren in einer komplizierten Gemengelage zwischen GroßgrundbesitzerInnen, Großkonzernen, Militärs und verschiedenen staatlichen Instanzen.

Früher wurde in Venezuela am 12. Oktober alljährlich der “Tag der Rasse” gefeiert. An jenem Tag betrat Christoph Kolumbus in der Karibik 1492 erstmals den amerikanischen Kontinent. Im Jahr 2002 war Schluss mit dem offiziellen Gedenken an den Beginn der Kolonisierung Amerikas. Die Regierung von Hugo Chávez nannte den 12. Oktober symbolträchtig in “Tag des indigenen Widerstands” um. In Venezuela wird vor allem Guaicaipuro gewürdigt. Der Kazike, wie sich die Indigenenführer auch heute noch nennen, soll vor fünfhundert Jahren den Eindringlingen heldenhaften Widerstand geleistet haben. Seine leiblichen Überreste liegen heute im nationalen Pantheon in der venezolanischen Hauptstadt Caracas neben den Gebeinen anderer Nationalhelden wie dem Befreier Simón Bolivar.

Doch neben allen Anstrengungen und Symbolik sieht die Realität heute immer noch schwierig aus, wie die Auseinandersetzungen der letzten Jahre um ein Territorium für das Indigenenvolk der Yukpa zeigen. Die Yukpa beanspruchen ein zusammenhängendes Gebiet im nordwestlichen Grenz-Bundesstaat Zulia, der von der rechten Opposition regiert wird. Einflussreiche ViehzüchterInnen wollen ihre Ländereien nicht den Indigenen überlassen. Diese GroßgrundbesitzerInnen verfügen über hervorragende Beziehungen zu Politik und Sicherheitsorganen um ihre Machtposition zu sichern. Zudem sind UnternehmerInnen und transnationale Konzerne mit von der Partie, die in den Indigenengebieten umfangreiche Bodenschätze ausbeuten wollen. Dabei bekommen sie Unterstützung von der oppositionellen Regionalregierung, die ohne Konsultation der Yukpa Bergbau-Konzessionen vergibt. Aber auch Verantwortliche der nationalen Regierung in der Hauptstadt Caracas bauen auf die Zusammenarbeit mit den Konzernen und missachten damit die Selbstbestimmungsrechte der Indigenen, denen die Zerstörung der Natur durch die Ausbeutung der Bodenschätze wie Kohle ein Dorn im Auge ist.

In dieser unübersichtlichen Situation mischt zudem das Militär mit, das im Zuge der besseren Absicherung der Grenze zu Kolumbien gegen erbitterten Widerstand einen Stützpunkt auf Yukpa-Land errichten will.
Die Beziehungen der Yukpa zu den militärischen Verantwortlichen und der Nationalgarde vor Ort sind äußerst angespannt, auch weil diese immer wieder Yukpa-Gemeinden abriegeln. Willkürlich werden dann Bewohner an dem Verlassen ihrer Gebiete gehindert und Hilfslieferungen sowie Besucher, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten abgewiesen. Die Sicherheitskräfte scheinen über enge Verbindungen zur örtlichen Elite zu verfügen und sehen sich den offenbar gut zahlenden ViehzüchterInnenn und InvestorInnen verpflichtet.

In Venezuela gibt es heute etwa eine halbe Million Einwohner, die den über 30 Urvölkern im Land zuzurechnen sind. Das sind nur etwas mehr als zwei Prozent der Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: Im lateinamerikanischen Land mit der größten indigenen Bevölkerung Bolivien sind es dagegen über 70 Prozent. Heute sind die meisten EinwohnerInnen indigener Abstammung in das öffentliche Leben Venezuelas integriert und nur noch wenige leben in unzulänglichen Gebieten weit weg von den Städten. Viele der Indigenen kämpfen heute mit neuem Selbstbewusstsein für ihre Rechte, die durch die neue Verfassung von 1999 garantiert sind. Ein ganzes Kapitel im Abschnitt über Menschenrechte widmet sich darin den Rechten der Indigenen Gemeinden. Damit sollte ein Ende der jahrhundertelangen Diskriminierung der Urbevölkerung eingeläutet und diese rehabilitiert werden. Bis zur Wahl von Hugo Chávez, der unter anderem auch indigene Wurzeln hat, Ende 1998, war Venezuela berüchtigt, die rückständigste Ureinwohner-Politik des Kontinents zu betreiben.

In den bereits über 10 Jahren an der Regierung bemühte sich die chavistische Bewegung, die umfangreichen Vorgaben der Verfassung umzusetzen: Indigene profitierten von der 2001 begonnenen Landreform, zur Klärung der Landfrage für diese wurde 2004 eine spezielle Kommission zur Bestimmung der Demarkation von Indigenengebieten ins Leben gerufen. Zudem wurde ein spezielles Ministerium für die Belange der Indigenen gegründet und die wichtigsten indigenen Sprachen sind heute als Amtssprachen anerkannt. Mit umfangreichen Sozialprogrammen soll den verbliebenen Ureinwohnern aus der oft extremen Armut geholfen werden: Sie bekommen Gesundheitsversorgung, Schul- und Weiterbildung, Stromversorgung sowie Arbeits- und Kommunikationsmittel zur Verfügung gestellt. Allerdings nicht im Sinne von Almosen sondern mit dem Ziel, die Menschen zu aktivieren und ihnen langfristig selbstständig die Entwicklung von Lebensqualität zu ermöglichen. Sogar eine spezielle indigene Universität, selbstverständlich offen für alle Teile der Bevölkerung, wurde mit staatlicher Unterstützung gegründet.

In den 1970er Jahren stiegen die Yukpa aus dem schutzbietendem Perijá-Gebirge hinab, um das Land ihrer Vorfahren wieder zu besiedeln. Heute leben sie auf beiden Seiten der unübersichtlichen kolumbianisch-venezolanischen Grenze. Doch der Großteil ihres angestammten Landes ist weiterhin in den Händen von vornehmlich weißen GroßgrundbesitzerInnen. Viele der heute 7.000 Yukpa kämpfen um ein würdiges Territorium. Dabei fordern sie die Restaurierung von Landrechten aus vorkolonialen Zeiten. Ihre Vorfahren waren seit der spanischen Eroberung gewaltsam von ihrem Land vertrieben worden, die meisten erst im vergangenen 20. Jahrhundert. Besonders intensiv war die Enteignung in den 1950er Jahren während der Diktatur von Marcos Pérez Jiménez. Die Yukpa verbinden ihre Forderungen nach einem Territorium mit dem Anspruch, angestammte Lebens- und Produktionsweisen ausüben zu können, wie ihre Sprache zu erhalten und ihre Traditionen zu leben.

Einige kämpferische Yukpa-Gemeinden führen regelmäßige Protestkampagnen durch, um die Verletzungen der verfassungsmäßigen Rechte anzuklagen und ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen. Sie wollen auf Basis der Verfassung die “Wiedergewinnung” ihres angestammten Territoriums erreichen. KritikerInnen aus den Yukpa-Gemeinden sind mit der Arbeit der Demarkationskommission unzufrieden und werfen dieser Korruption vor, ihnen gehen die Fortschritte zu langsam und sie befürchten, dass sie mit faulen Kompromissen mit Viehzüchtern und transnationalen Konzernen abgespeist werden sollen.

Radikale AktivistInnen, wie der Kazike Sabino Romero, sind zudem starker Repression ausgesetzt. Gefährdete Großgrundbesitzer nutzen alle Mittel, um einflussreiche Interessenvertreter wie Sabino Romero unschädlich zu machen. Regelmäßig erhält er Morddrohungen, zuletzt wurde er im Oktober 2009 unter fadenschneidigen Gründen von Staatsanwälten, die den Großgrundbesitzern nahe stehen, angeklagt. Kurz darauf wurde er dann von den Behörden von Zulia verhaftet. Bis heute sitzt er im Gefängnis, sein Prozess beginnt nur schleppend. Die Anklagepunkte gegen ihn sind Mord und Viehdiebstahl. Diese Vorwürfe seien vorgeschoben und die juristische Verfolgung politisch motiviert, sagt Lusbi Portillo, Professor der Universität von Zulia, der sich für die Rechte der Indigenen engagiert. Er sieht sich ebenfalls der Repression der Regionalregierung ausgesetzt.

Die Anklage gegen Sabino Romero wurde kurioserweise kurz nach einem gewaltsamen Überfall auf die Gemeinde Sabinos durch so genannte Sicarios (dt.: Meuchelmörder) der Großgrundbesitzer erhoben und der Haftbefehl dann eine Woche später vollzogen. Während der Konfrontation war eine schwangere Frau, Mireya García, sowie ein Schwiegersohn Sabinos, Ever García, getötet worden, andere Indigene wurden von Schüssen verwundet, darunter auch Sabino selbst. Die Strafanzeigen der Indigenen wegen dieser Verbrechen wurden dagegen bisher nicht von den Justizbehörden behandelt. Im Juli 2008 hatte bereits ein anderer Fall für Aufsehen gesorgt: Der Vater Sabinos, José Manuel Romero, erlag im Alter von 90 Jahren seinen Verletzungen nach einem Überfall von Sicarios, die angelich die Großgrundbesitzer Vargas geschickt hatte. Zuvor hatte das Dorf von Sabino den Anspruch auf dessen Ländereien bekräftigt und dies auch mit Landbesetzungen untermauert. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt, die Verantwortlichen sind auf freiem Fuß und offensichtlich weiter aktiv. Fatalerweise scheinen andere Yukpa-Gemeinden in Angriffe auf das Dorf von Sabino verstrickt zu sein. So gibt es laut Portillo opportunistische Allianzen zwischen Indigenen und Viehzüchtern, die ihre ökonomische Macht nutzen, um Konflikte innerhalb der Yukpa anzuheizen.

Viele Yukpa hatten kurz vor dem Überfall Mitte Oktober 2009 den Kampf für ein eigenes zusammenhängendes Territorium aufgegeben und einen von der Zentralregierung angebotenen Kompromiss angenommen, der zähneknirschend auch von den Großgrundbesitzern akzeptiert worden war. Sie erhalten Entschädigungen für das bisher von ihnen okkupierte Land. Der genannte Kompromiss sah die Übergabe von großen Flächen Land an die Yukpa vor, jedoch nur für einzelne Gemeinden und fragmentiert über ihr gefordertes Territorium verteilt. Die Yukpa müssen daher weiter viele Kontrollposten der oft willkürlichen Nationalgarde passieren, um von ihrem Dorf zu ihren Feldern zu gelangen.

Die Vergabe der Landtitel war am 12. Oktober 2009, dem Tag des indigenen Widerstandes, im Rahmen einer pompösen Zeremonie vollzogen worden. Live im Fernsehen überreichten Minister aus Caracas mehr als 40.000 Hektar an drei Yukpa-Gemeinden mit ungefähr 500 Einwohnern. Die anderen Gemeinschaften gingen leer aus. Dementsprechend zeigten manche anwesenden Yukpa-Anführer damals ihre Zufriedenheit und ihre Unterstützung einer öffentlichen Politik, die aber nicht alle Mitglieder ihres Volkes begünstigt. Damit wurde die Bewegung der Yukpa gespalten, doch die Mehrheit der Yukpa will den Kampf nicht aufgeben und fordert weiter ein eigenes Territorium für das ganze Volk, darunter auch Sabino Romero. Dementsprechend beteiligte er sich nicht an der Veranstaltung zur Landübergabe: Seit Jahren fordert er Land für seine Gemeinde, doch diese Forderungen sind bisher nicht erfüllt worden. Doch die kürzliche Vergabe von Landtiteln an ausgewählte Gemeinden war offensichtlich auch eine Reaktion auf die unablässige Lobbyarbeit der Yukpa sowie unter anderem von Unterstützern wie Lusbi Portillo und seiner Organisation Homo Et Natura.

Die Forderungen von Sabino und Portillo nach einem Yukpa-Territorium bleiben allerdings weitestgehend ungehört, trotz immer wiederkehrenden öffentlichen Aufforderungen von Präsident Chávez an seinen Staatsapparat, den Ansprüchen der Indigenen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Doch offensichtlich scheuen die Verantwortlichen in der Regierung vor einem globalen Konflikt mit den mächtigen GroßgrundbesitzerInnen in Zulia zurück oder sind sogar mit ihnen verbunden, denn der von Chávez regierte Staat hat weitestgehend immer noch die alten Strukturen der vergangenen Vierten Republik. Überall sitzen opportunistische Beamte in der Verwaltung, die sich den alten Verhältnissen verpflichtet fühlen. Daher lief der Prozess der Landverteilung an die Yukpa bisher äußerst langwierig, auch weil im Rahmen der Landreform bereits Gebiete an regierungstreue Kleinbauern vergeben wurden, die heute von den Yukpa beansprucht werden, was zusätzliche Interessenkonflikte im Regierungsapparat hervorruft.

Doch die Yukpa geben nicht auf, sie setzen optimistisch weiter darauf, dass sie den Kampf gegen die alte und neue Oligarchie und ihre Handlanger gewinnen werden. Dabei sind sie ohne Illusionen, dass sie auf sich allein gestellt sind, auch wenn Präsident Chávez für sie eher ein Verbündeter als ein Gegner ist. Die Ministerien seiner Regierung sehen sie allerdings ebenso wie die oppositionelle Regionalregierung auf der anderen Seite, wie der Menschenrechtler Lusbi Portillo immer deutlicher betont.

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Kueka-abuela will zurück

Die Gemeinde von Santa Cruz de Mapaurí, dessen Bevölkerung fast ausschliesslich zum Pemón Volk zählt, bewohnt den Nationalpark Canaima in der der Gran Sabana in Venezuela und erzählt in diesem Dokumentar Film die Geschichte der “Kueka-Abuela” (felsige Grossmutter). Ein Stein der für dieses Urvolk als heilig betrachtet wird. Er ruhte über Jahrhunderte in der Nähe im Canaima National Park in Venezuela und befindet sich, gegen den Willen des Pemón Volkes, im Tiergarten in Deutschland. Paradoxerweise dient das Ganze einem Friedensprojekt.

Der deutsche Bildhauer Wolfgang Kraker von Schwarzenfeld, suchte auf jedem Kontinent jeweils zwei Steine von etwa 30 Tonnen Gewicht die durch Material, Form oder Herkunft besonders ähnlich sind. Einer der beiden Geschwister-Steine verbleibt im Land seiner Herkunft. Die anderen Steine sind in um Berlin, im Tiergarten platziert. Gemäss von Schwarzenfelds Webseite beschreibt er die Mission der “Global Stones” als ein Weltfriedenprojekt. Einmal im Jahr am 21 Juni, verbindet das Licht der Sonne alle Steine durch Spiegelung. Alles für die Entwicklung eines globalen Bewusstseins für den Weltfrieden.

Zwar basiert diese Verbindung auf keine wissenschaftliche Gegebenheit, sondern gemäss Projektbeschreib „ist es dem Betrachter gebeten aus freier Entscheidung die fünf unsichtbaren Linien aus Licht zwischen den Steinen mit seiner aktiven Imagination zu einem Kreis als Symbol einer vereinten Menschheit zu verbinden”. In seiner Stellungnahme über diesen Dokumentarfilm, der er Hetzkampagne nennt, meint von Schwarzenberg, dass „der Stein in Berlin für ihre wahren Interessen stehe und mehr bewirke, als wenn er zurück an seinem alten Platz als einer unter vielen Steinen schnell in die Vergessenheit zurückfalle”. Am Ende der Mitteilung spricht er über den Selbstmord seines Vaters und stellt die Frage warum Menschen andere Menschen töten?

Wir fragen uns hingegen, was genau treibt jemand 30 Tonnen schwere Felsen aus den fünf Ecken der Welt umzudisponieren? Aufjedenfall haben hochkarätige Publikationen über den Bildhauer, der sich in Venezuela als Wissenschaftler ausgibt,  berichtet. Was der Öffentlichkeit verschweigen bleibt ist, dass Teil seiner Bekanntheit auf Kosten der Interessen von Ureinwohnern geht. Zwar zeigt sich Herr Global Stone bereit den Stein zurückzugeben, aber bittet die venezolanische Regierung ein Bearbeitungshonorar von 20 Mio. Euro. Schwarzenberg fordert weiter eine Stiftung in Höhe von einer Million Euro mit der Massgabe, dieses Geld zur Integration von Minderheiten und zur Wiederaufforstung zu verwenden.
Tatsache ist, das der Stein in den Jahrhunderten die er unter der Aufsicht des Pemón Volkes war, kein Kratzer abgekommen hat. Da dieses Volk den Stein verehrt und Teil ihrer Kultur ist, erlauben sie sich ihn nicht einmal die Kueka Abuela anzuschauen. Im Gegensatz zu Berlin, wo er jedermann zugänglich ist, wirkt der Stein stark beschädigt und mit Graffitis verschmutzt. Wenn jemand der Vatikan, der Mekka Fels oder die Khajuraho Tempel entführt würden.

Weiter erklärt der Film die Wahrnehmung der Venezolaner gegenüber den Ausländern. Ein Land wo jemand egal ob aus China, Deutschland oder der Türkei, als Entwicklung und Fortschritt bringend gesehen wird. Hingegen alles Urheimische oder Indianische Rückstand und Armut bedeutet, da es immer noch eine Scham der Ethnie wegen existiert. Vielleicht war sich Herr von Schwarzenfeld dessen nicht bewusst, doch spielte dieses kollektive Unterbewusstsein eine vorteilhafte Rolle für das Vorhaben des Bildhauers. Das zeigen die rechtskräftigen Dokumente, die die Pemón Indigene ihrer Kueka Abuela innerhalb Wochen enteigneten.

Das Pemon Volk kämpft bis heute vergebens um die Rückkehr der “Kueka-Grossmutter”. Der Film dokumentiert den Kampf dieser indigenen Völker, die Demütigung ihrer Kultur und der Raub der natürlichen Ressourcen des Canaima Nationalparks in Venezuela. RO ETAPONTOK ETOM, was in der Sprache der Pemon „der Kampf geht weiter” bedeutet und zugleich der Titel dieses Dokumentar Films ist, sammelt Interviews mit dem Pemón Volk die dessen Weltansicht beschreibt. Der Film schildert die kulturelle Bedeutung des „Kueka-Grossmutter” Steins für dieses venezolanische Urvolk, ihre Vermögenswerte und Vererbung von ihren Traditionen. Der Film leistet einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung der Plünderungen von Naturressourcen, die in Südamerika wie vor 500 Jahren immer noch stattfinden.

Dieser Film ist allen indigenen Stämme in Venezuela gewidmet. Er gibt ihrem Kampf zur Verteidigung ihrer Würde, Kultur, Weltanschauung, und Volkserbe eine Stimme. Zum Schutz ihrer indigenen Identität, Kultur, Sprache und Traditionen.

Kurzversion Deutsch

Ganzer Film Spanisch