Welttag der indigenen Völker

Mama Tierra lanciert Crowdfunding-Kampagne zugunsten von indigenen Frauen

Am Welttag der indigenen Völker präsentiert der Verein Mama Tierra seine Crowdfunding-Kampagne auf 100days.net. Das Ziel der Non-Profit Organisation ist es, den indigenen Wayuu-Frauen im Norden Kolumbiens Zugang zu Solarenergie zu verschaffen. Laut der UNO gehören indigene Völker zu den am meisten benachteiligten und verletzlichen Gruppen von Menschen in der Welt. Dem wirkt Mama Tierra mit seiner Mission und der „Licht ins Dunkel bringen“-Kampagne tatkräftig entgegen.

Durch die Kampagne sollen mindestens 100 Haushalte mit Solarlampen und Panels versorgt werden. Die Lampen sind die beste Unterstützung für die Frauen, die ohne Stromversorgung leben. Viele von ihnen sind Mütter oder umsorgen ältere Verwandte. Eine Lampe ist dabei eine grosse Stütze, da die Frauen ihre Umgebung während der Nacht besser wahrnehmen können.

Weltweit gibt es schätzungsweise 370 Millionen Indigene. Obwohl sie weniger als 5 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, zählen sie zu den 15 Prozent der ärmsten Schichten. Ihre kulturelle Vielfalt ist gross. Zusammen sprechen Indigene eine überwältigende Mehrheit der weltweit geschätzten 7 000 Sprachen und repräsentieren 5 000 verschiedene Kulturen. Mama Tierra fördert die materielle Kultur der Wayuu-Indigenen und löst damit ihre Hungersnot. Die NPO ermöglicht indigenen Frauen Zugang zum Weltmarkt. Zum Beispiel hat der Verein indigene Taschen in Asien als Luxusprodukt positioniert. Damit bietet Mama Tierra den Frauen ein stabiles Einkommen. Prominente wie Nina Burri, Karen Fleischmann und Mahara McKay unterstützen Mama Tierra als Botschafterinnen.

Die Idee des Crowdfundings oder Schwarmfinanzierung ist es, dass heute am Welttag der indigenen Völker jeder sich mit 15 CHF am Projekt beteiligt und somit die Kampagne schnellst möglichst finanziert werden kann.

Für grössere Spenden bietet Mama Tierra tolle Gegenleistungen wie: Freundschaftsarmbänder, Hängematten und Kissenbezüge die die Entstehung der Welt laut den indigenen schildern.
Zusammen bringen wir Licht ins Dunkel!

Über den Verein Mama Tierra

Mama Tierra ist eine Schweizer Non-Profit-Organisation, die indigene Völker aus der Karibik in ihrem Streben nach Selbstbestimmung, Menschenrechten und Umweltschutz unterstützt.

Im Fokus stehen Frauen, weil sie den Unterhalt der Familie sichern, die Kinder erziehen und für die Erhaltung der Natur sorgen. Die Frau ist das stärkste Bindeglied in der indigenen Gesellschaft, was besonders auf die Wayuu-Indigenen aufgrund ihrer matrilinearen Verwandtschaftsstruktur zutrifft. Das bedeutet, dass die Mutterlinie ausschlaggebend ist  für ihre soziale Organisation.

Die versteckte Ausbeutung der Wayuu-Frauen

Die Wayuu Taschen erreichen in Europa und den Vereinigten Staaten einen Verkaufswert von bis zu 600 USD. Allerdings ist die lächerliche Gewinnmarge der Wayuu Kunsthandwerkerin beunruhigend.

Der Mythus von „Waleker“, den Ramón Paz Ipuana meisterlich verfasst hat, erzählt von dem verwaisten Mädchen namens “Wokoloonat”, die der Jäger Irunnu als Tochter in seine Dorfgemeinschaft aufgenommen hat. Wokoloonat verwandelte sich in der Nacht in eine schöne junge Frau. Während alle schliefen, zog sie aus ihrem Mund leuchtende Fäden, mit denen sie die ganze Nacht bis zum frühen Morgen wunderschönes Kunsthandwerk kreierte. Der wahre Name von Wokoloonat war Walenker, was in Wayuunaiki, die Sprache der Wayuu-Indigenen, Spinne bedeutet. Laut den Erzählungen der Ältesten war sie diejenige, die den Wayuu das Herstellen von Kunsthandwerk beigebracht hat. Dieses ist wohl das typischste Kulturobjekt der Wayuu.

Die Designs sind weltweit bekannt und beliebt. Was zugleich als ein lukratives Geschäft in den Vereinigten Staaten, Europa und neulich in Ländern wie Südkorea erscheint. Webseiten, die „Wayuu Bags“ anbieten, überfluten das Internet. Auf virtuellen Marktplätzen wie ebay.com und amazon.com können die Susus (Wayuu Taschen) gekauft werden. Die Preise im Netz variieren zwischen 100 bis 600 USD.

Wayuu Taschen

Der Erfolg der traditionellen Wayuu-Tasche ist gross. Sogar die New York Times hat die Susu als Kultobjekt definiert. Es scheint, dass die ikonische „Stammes-Tasche“ die perfekte Mischung aus „exotisch und stilvoll” sei, sagte die Modekritikerin Anne Slowey in ihrem Artikel.

In Anbetracht des Status der Wayuu-Tasche, ihres Preises und ihrer Begehrtheit, erscheint die prekäre Situation ihrer Schöpferinnen unerklärlich. Obwohl die Wayuu-Frauen täglich ihre Zeit der akribischen Herstellung der Tasche widmen, leben viele von ihnen und deren Familien in extremer Armut. Tausende von Wayuu Kindern leiden an den verheerenden Folgen von Unterernährung. Wie kann das sein, wo sich doch hinter den Kreationen der Frauen ein weltweiter Markt ausbreitet?

Eine unterbewertete Kunst

Die Kunsthandwerkerin Gloria Flores Uraliyuu sagt, dass sie wenig vom Verkauf ihrer Produkte habe. „Die bunten Taschen verkaufen wir im Rio Hacha Markt für 55 000 Pesos (18,3 USD) und die unifarbigen für 45 000 Pesos (15 USD). Für eine einfarbige Tasche (die mit zwei Fäden gemacht wird) werden bis 3 Arbeitstage investiert, während eine mehrfarbige Tasche zwischen 4 und 5 Tage in Anspruch nimmt. Das Material kostet zwischen 11 000 bis 16 000 Pesos “, sagt sie.

Gloria hält die Arbeit der Wayuu im Allgemeinen für ungewürdigt, da Mittelmänner vom In- und Ausland die Taschen zu extrem niedrigen Kosten suchen. “Ich beobachtete vor kurzem eine indigene Frau, die mit einem Mann diskutierte, weil er ihre bunten Taschen für 20 000 Pesos (6,6 USD) kaufen wollte.

Manchmal geben die Käufer den Frauen sogar Falschgeld. Aber es gibt auch aus dem Ausland kommende Alijunas (Westliche), die unsere Arbeit würdigen. Zum Beispiel hat ein Herr meiner Mutter für Ihre Tasche den fairen Preis von 100 000 Pesos bezahlt (33,3 USD)“, sagt Gloria.

Rafael Uraliyuu aus der Kabras Dorfgemeinschaft vertreibt seit acht Jahren Kunsthandwerk und macht nur Verlust. “Eigentlich verkaufen wir die Taschen ohne viel an ihnen zu verdienen. Der Gewinn beläuft sich meistens auf 5 000 Pesos (1,7 USD). Es gibt viele Leute, die die Taschen sehr billig kaufen wollen. Sie zahlen höchstens 40 000 Pesos, um sie dann für 100 oder 200 000 Pesos wiederzuverkaufen.

Mit einem Gewinn von 3 Tausend Pesos pro Tasche kann meine Familie nicht überleben. Also widmet sich meine ganze Familie, mehr als 40 Menschen, der Herstellung und dem Verkauf der Taschen. Die Leute scheinen unsere Anstrengungen nicht zu schätzen und unsere Arbeit ist schlecht bezahlt”, klagt Rafael Uraliyuu.

Wayuu Frau schützt sich vor der Sonne

Paula Restrepo, die Direktorin der Stiftung “Talento Colectivo”, hat sich der Förderung des fairen Handels von Kunsthandwerk in Kolumbien verpflichtet. Paula ist der Meinung, dass die Wayuu-Frau eine schwache Stellung im Handel von Kunsthandwerk einnehme. “Jeden Tag kann man beobachten, wie Wayuu-Frauen um 5 Uhr morgens von ihren Dörfern auf den Markt kommen, um ihre Produkte zu verkaufen. Wir stehen vor einer Situation, in der gegen die Wayuu-Frauen Gewalt eingesetzt wird. Eine Frau, die kaum Spanisch spricht, alleine unterwegs ist und schlecht für ihre Arbeit bezahlt wird“, sagt Paula.

Für Paula stellt es kein Problem dar, wie viel eine Tasche in Frankreich, Deutschland oder Italien kostet, sondern was mit der Wayuu-Gemeinschaft passiere. Man solle sich folgende Fragen stellen: Wer verteidigt die Rechte von einigen Frauen, wenn sie ihr Kunsthandwerk verkaufen?

“Solange die Wayuu-Frauen keine Unterstützung haben, versuchen Schlaumeier ihre Produkte unter der Logik des konventionellen Handels zu billigen Preisen zu bekommen. Niemand kümmert sich darum, wie die Kunsthandwerkerin heisst, wie viele Kinder sie hat, ob ihr das Geld ausreicht oder ob sie mit ihrem Verkauf Verlust macht. Die Logik des Händlers hat nichts mit Menschenrechten zu tun, sie wollen einfach billige Produkte kaufen”, sagt sie.

Dieser Artikel wurde von Leonel Lopez, ein Wayuu-Indigener Journalist geschrieben. Der Ganze Artikel ist hier auf Spanisch verfügbar:

http://www.wayuunaiki.com.ve/reportaje/la-explotacion-silenciosa-de-la-mujer-artesana-wayuu/?platform=hootsuite

Wayuu women and their work from Mama Tierra on Vimeo.

Kultur und Kunsthandwerk

Eine mindere Qualität des Wayuu-Kunsthandwerks ist verheerend und führt zu einem kulturellen Verlust. Die Aufmerksamkeit zum Detail, die in Übergangsriten erlernt wurde, wird durch das westliche Effizienzstreben ersetzt. Händler vermitteln ein romantisiertes Bild der Wayuu. Die Wahrheit ist, dass diese ethnische Gruppe einen Überlebenskampf führt. Eine faire Bezahlung kann das Leben vieler Wayuu-Familien vollkommen verändern.

Mehr Infos hier klicken

qualität

Wayuu women and their work from Mama Tierra on Vimeo.

 

Wayuu-Kunsthandwerkerin über ihre materielle Kultur

Interview mit der Wayuu-Kunsthandwerkerin Isabel Palmar Guedez

Foto: Armando Liñan, Isabel in ihrem Atelier

Foto: Armando Liñan, Isabel in ihrem Atelier

Isabel Palmar Guedez gehört dem Jusayu Clan an und stammt aus der Gemeinde Yoruma in der Alta Guajira im nördlichen Kolumbien. In der Guajira ist Isabel als eine der besten Wayuu Kunsthandwerkerin bekannt.

MAMA TIERRA: Isabel, weshalb ist Perfektion im Kunsthandwerk für die Kultur der Wayuu so wichtig?

Isabel: Genau wie es für einen Arzt wichtig ist seinen Beruf so gut wie möglich auszuüben, ist für eine Wayuu-Frau ein hervorragend hergestelltes Kunsthandwerk wichtig. Beide sind Profis und werden in ihrer Gemeinde aufgrund ihrer guten Arbeit von allen bewundert. Wenn sie vor einer perfekt gemachten Wayuu-Tasche oder Mochila stehen, fragen sich Wayuu oder Alijuna (Kreole), wer dieses hervorragende Stück Kunsthandwerk gemacht hat. Jeder wird dann den Urheber dieses Werkes kennenlernen wollen!

Die Wayuu-Taschen sind mein Spezialbereich. Kunsthandwerkliche Techniken wie Häkeln, Weben und Knüpfen sind das Erbe, das ich den anderen Frauen in meiner Familie weitergebe. Eine gute Kunsthandwerkerin wird immer ein gutes Beispiel für alle anderen Frauen sein. Diese Verbindung stellt die Existenz des Wayuu-Kunsthandwerks sicher.

Wayüu-Baby

“Häkeln, weben und knüpfen sind Künste, die ich von meiner Mutter gelernt habe, und meine Mutter hat es von ihrer Mutter gelernt.”, Isabel Guedez Palmar, Alpha Kunsthandwerkerin.

MAMA TIERRA: Was für einen kulturellen Stellenwert hat das Kunsthandwerk für die Wayuu?

Isabel: Damit Wayuu-Frauen Kunsthandwerk kreieren, braucht es Ruhe, Aufmerksamkeit sowie gute Laune. Andernfalls, wenn man in schlechter Stimmung ist, gelingt das Maschenbild nicht. Der Faden verhaspelt sich oder das Design wird unsymmetrisch. Ich muss mir ständig überlegen: Wie werde ich die Farben kombinieren? Stimmt die Grösse? Habe ich die Maschen richtig gezählt? Soll ich Garn oder Wolle benutzen? Das sind alles Fragen, die mir durch den Kopf gehen.

73 Jahre alte WayOo Indianerin Copyright:Wayuunaiki.org

Copyright:Wayuunaiki.org

“Eine Wayuu-Tasche fertigzustellen, ist ein bisschen wie ein Kind zur Welt zu bringen“.

MAMA TIERRA: Wie geben die Wayuu ihr Wissen weiter?

Isabel: Ich erlernte das Kunsthandwerk von meiner Mutter. Sie hat mir gezeigt kleine Täschchen zu häkeln. Als kleines Kind hat man kaum gespielt wie die Kinder von heute, unser Spiel waren das Häkeln und Weben. Das war ein besonderer Moment zwischen Mutter und Tochter. Ich erinnere mich noch, als meine Mutter mich auf einmal rief, um mir das Kunsthandwerk beizubringen. Sie meinte, wenn sie nicht mehr an meiner Seite sei, würde ich ein Handwerk beherrschen und könne es irgendwann mal meine Enkelkinder lehren. Und so war es! Wenn ich webe, erinnere ich mich an ihre Worte.

MAMA TIERRA: Was halten Sie von den Wayuu Taschen mit doppeltem Faden?

Isabel: Es gab schon immer Frauen, die die Kunst des Häkeln, Webens und Knüpfens nicht meisterten und etwas peinliche Maschenmuster erzeugten. Einige Wayuu-Frauen zogen in venezolanische Städte, allen voran nach Maracaibo, weil sie auf der Suche nach Jobmöglichkeiten waren. Die Wayuu-Frauen, die in Kontakt mit der Stadt kommen, nehmen den urbanen Lebensstil an und vergessen, was die Wayuu-Tasche bedeutet. Sie tauschen die Wayuu-Taschen gegen jene von Strassenhändlern oder Einkaufszentren.

Schlechte versus gute Qualität

Die älteren Frauen lehren die jüngeren Generationen das Kunsthandwerk nicht mehr. Junge Frauen bemühen sich nicht ein perfektes Maschenbild herzustellen und versuchen gar nicht mehr sich selber zu übertreffen. So geht die kulturelle Identität verloren; in den Clanen stirbt das Kunsthandwerk aus. Obwohl einige Frauen versuchen das Kunsthandwerk aufrechtzuerhalten, ist es so, dass gut gemachtes Kunsthandwerk verschwindet.

Die meisten Wayuu-Taschen, die in städtischen Gebieten gemacht werden, entsprechen nicht der erwarteten Qualität der Wayuu-Tradition. Auch wenn alle Wayuu sind, ist an einem gewissen Punkt die Kette der Tradition unterbrochen worden.

Nelly

MAMA TIERRA: Warum gehen die „traditionellen“ Designs verloren?

Isabel: Die kulturelle Identität verschwindet. Es wird wenig Wert auf die Verwendung und Bedeutung der Kanas (traditionelles Wayuu Design) gelegt. All dies ist Folge des Verlusts der Sprache der Wayuu: das Wayuunaiki. Die kulturelle Wichtigkeit des Kunsthandwerks gerät in Vergessenheit und die Bedeutung, die jede Wayuu-Tasche in sich trägt, wird nicht mehr erkannt.

Flor

Flor4

 

 

 

 

 

 

Wayuu Taschen in bester Qualität 15_Mayajut2

 

15_Mayajut3

 

 

 

 

 

Internationaler Tag der indigenen Völker 2015

Baden, 9. August 2015 – Heute ist der Internationale Tag der indigenen Völker. Er wird veranstaltet, um die Rechte der indigenen Bevölkerung zu fördern und zu schützen. Als kleine Non-Profit-Organisation unterstützt Mama Tierra Indigene in ihrem Streben nach Selbstbestimmung, Menschenrechten und Umweltschutz. Danke, dass Sie sich auch für die Indigenen einsetzen!

Wayuu frau schützt sich vor der Sonne

Unglaublich aber wahr!

Auch im Jahr 2015 werden die Rechte der Indigenen verletzt. Dies zeigt auch das Beispiel der Wayuu-Indigenen aus Kolumbien und Venezuela. Die Wayuu leben in einer kargen Wüste, in der es seit einem Jahr nicht mehr geregnet hat. Im selben Gebiet ist aber auch das Schweizer Rohstoffhandelsunternehmen Glencore Xtrata tätig. Das in Zug ansässige Unternehmen verbraucht Millionen Liter Wasser für die Förderung des grössten Kohlebergwerkes der Welt in La Guajira, Kolumbien. Kohlebergwerke sind extrem umweltfeindlich: Sie sind die schmutzigste Energiequelle die es gibt, und Hauptverursacher der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen.

carbon

In Kolumbien verdursten die Indigenen

Da die Indigenen Selbstversorger sind, fehlt ihnen das Wasser für den Gartenbau und um Tiere aufzuziehen. Die Folgen sind verheerend. Stillende Mütter haben nicht ausreichend zu essen und zu trinken, mehr als 30.000 Kinder sind stark geschwächt, Tausende bereits an Durst und Unterernährung gestorben.

Die Lage in Venezuela sieht genau so düster aus

Denn die Situation in Venezuela war noch nie so schlimm. Was letztes Jahr 100 Bolivares kostete, kostet heute 168 Bolivares! Viele Wayuu-Frauen leben in ruralen Gebieten ausserhalb der Städte. Um dorthin zu gelangen, müssen die Frauen eine Vielzahl von Militärsperren überwinden. Dort nimmt man ihnen das Essen weg oder sperrt sie wegen illegalen Schmuggels ein. Über die venezolanische Grenze nach Kolumbien ist die Zufuhr von einem Kilo pro Produktkategorie gestattet, beispielsweise ein Kilo Mehl, da in Venezuela Produkte viel weniger kosten. Das ist ein Problem, denn die Wayuu-Frauen haben eine grosse Familie zu ernähren und reisen alle paar Wochen, um in Venezuela einzukaufen. In Kolumbien einzukaufen ist zu teuer für sie. Und warum auch, die Wayuu haben ja in der Regel doppelte Bürgerschaft. Laut Olivia Palmar, einer indigenen Journalistin, sitzen 110 Wayuu-Frauen wegen “Nahrungs-Schmuggels” im Gefängnis.

Wayuu women

Emanzipation von indigenen Frauen!

Besonders fördern wir die Unabhängigkeit der indigenen Frauen. Den indigenen Frauen steht eine besondere Rolle zu, weil sie die grösste Verantwortung in ihrer Gemeinschaft tragen. Deshalb stehen indigene Frauen bei uns im Zentrum. Sie sichern den Unterhalt der Familie, erziehen die Kinder, kämpfen für die Erhaltung der Natur und geben ihre Kultur weiter.

Wenn die indigene Frau Unterstützung erhält, wird ihrer ganzen Gemeinschaft und ihrem Umfeld geholfen. Deshalb vertreiben wir indigenes Kunsthandwerk und fördern damit die finanzielle Unabhängigkeit der indigenen Frauen. Mama Tierra hält sich an die Grundsätze und Standards von Swiss Fair Trade.

​Unterstütze Indigene, rette Mutter Natur! Spenden an 

Verein Mama Tierra
IBAN Number: CH06 0900 0000 6180 6037 0
Kontonummer: 61-806037-0
Adresse: 5400 Baden, Schweiz
PostFinance BIC (SWIFT-Code) POFICHBEXXX

Ein Tag mit Maria Luisa Lundvik

Maria Luisa Lundvik ist die Direktorin der von Mama Tierra unterstützten Kinderorganisation Benposta in Venezuela. Maria Luisa hat das Kinderdorf 1990 gegründet und leitet das Projekt noch heute. Die 65-Jährige denkt nicht daran, nach Schweden zu ihren Kindern auszuwandern. Die schwierigen Umstände, die in Venezuela herrschen, nehmen Maria Luisa keineswegs den Mut. Die schlimmste Krise in der Geschichte Venezuelas ist für die 65-Jährige kein Grund zur Pensionierung. Im Gegenteil, sie hat noch 10 Projekte offen, die baldmöglichst zu realisieren sind. Nach 45 Jahren Aktivismus und Sozialarbeit ist Maria Luisa fitter als je zuvor.
Zufällig bin ich im Internet auf einen Artikel einer deutschen Journalistin namens Andrea Tönnißen gestossen. Andrea hat Maria Luisa 2005 kennengelernt und einen Bericht über ihre Arbeit geschrieben. Diesen betitelte sie “Mutige Einzelkämpfer braucht das Land”.

Maracaibo, 18. Feb. 2005. Der Bundesstaat Zulia gehört zu den reichsten Regionen der Erde. Im äußersten Nordwesten Venezuelas lagern die größten Erdölvorkommen Amerikas. Das Ufer des Maracaibo-Sees hat sich schon einige Meter abgesenkt, so stark wurde hier in den vergangenen Jahrzehnten Öl gefördert. Kein Wunder, denn mit der Entdeckung der ersten Ölquelle im Jahr 1914 wurde Venezuela immer reicher und machte sich gleichzeitig abhängig vom Öl.
In den fetten Jahren mit hohen Ölpreisen ging es dem Land gut, aber es gab auch schlechte Zeiten. Egal wie hoch oder wie niedrig der Ölpreis gerade war, in Zulia wurde das schwarze Gold gefördert und unendlich viel Geld gescheffelt. Doch gerade in diesem Bundesstaat leben extrem viele Menschen in bitterer Armut. Grund dafür ist, wie so oft, die ungerechte Verteilung von Geld und Macht. Der Reichtum aus dem Ölgeschäft kommt nur wenigen zugute, der Rest geht leer aus.

Erste Ölförderung in ZumaqueIma, Zulia 1914

Erste Ölförderung in ZumaqueIma, Zulia 1914

Die größte Gruppe stellen die Guajiros, die im Nordwesten des Bundesstaats beheimatet sind. In der Hauptstadt Maracaibo erkennt man die Guajiro-Frauen leicht an ihren traditionellen bunten und langen Kleidern. Die einheimischen Volksgruppen leiden am stärksten unter der ungerechten Verteilung von Geldern und Hilfeleistungen im Land. Das Elend ist so groß, dass täglich Menschen an Unterernährung und Infektionskrankheiten sterben.
Das wollte Maria Luisa Lundvik aus El Mojan, einem Dorf im Nordwesten Zulias, nicht länger mit ansehen. Sie kümmert sich seit 30 Jahren um die einheimische Bevölkerung in der Region Guajira nahe der kolumbianischen Grenze. Wegbereiter für ihr Engagement war die katholische Organisation Benposta, die 1990 ihre Aktivitäten nach Venezuela ausweitete.

FESTIVAL DE LA CULTURA WAYÚUBenposta bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in einer Gemeinschaft aufzuwachsen und dabei soziale Zusammenhänge zu erleben, eine Schule zu besuchen und Artist im Zirkus zu werden. Diese Gemeinschaft nennt sich Nación de Muchachos und funktioniert wie ein eigener kleiner Staat. Es werden Bürgermeisterwahlen abgehalten, es gibt eigenes Geld und Arbeit für alle. Maria Luisa war von der Philosophie Benpostas so begeistert, dass sie dieses Projekt nach Los Frailes in den Bundesstaat Zulia holte. Die Menschen leben hier ohne fließendes Wasser, Strom und medizinische Versorgung, Unterernährung und Infektionskrankheiten sind normal.

CIMG5170

Erst vor einem Jahr starb wieder ein siebenjähriger Junge aus ihrem Dorf an Hunger. Maria Luisa und die Anwohner waren darüber so aufgebracht, dass sie das Kind im Sarg auf den Dorfplatz brachten, um gegen die Ungerechtigkeit zu demonstrieren. Mit dieser Aktion schaffte es Maria Luisa sogar ins Fernsehen, das ihre Erschütterung landesweit übertrug. Doch die Ungerechtigkeit nimmt kein Ende.

nene muerto

Vor einem Jahr erstritt sie 30 Steinhäuser für die Dorfgemeinschaft, die Weihnachten absichtlich überschwemmt wurden. Ende 2004 regnete es tagelang heftig in der Region. Die Flüsse schwollen an und wurden zu reißenden Strömen. Die Regierung entschloss sich kurzerhand, die Schleusen zu öffnen, obwohl sie wusste, dass damit die Gebiete der Guajiros überschwemmt würden. Maria Luisa ist jetzt noch verzweifelt und wütend, wenn sie an diese Zeit denkt, denn bis heute weigert sich die Regierung des Bundesstaats, Wiedergutmachung zu zahlen. Sogar das Auto ihres Mannes hat sie bei den Fahrten in die Überschwemmungsgebiete ruiniert, nur um den Menschen Lebensmittel und Kleidung zukommen zu lassen.

CIMG1398

Ohne Auto ist man in der Region aber aufgeschmissen, und so hat sich Maria Luisa einen Geländewagen von einem Freund ausgeliehen. Der Wagen ist voll gepackt mit Shampoo, Reis, Klopapier und Obst, als wir zu den Dörfern aufbrechen. Ein bewaffneter Gardist der Bundesarmee ist zu unserem Schutz mit dabei. Ohne ihn würde man uns den Wagen sofort stehlen und uns gleich mit.

Als wir nach fast zwei Stunden die Benposta-Gemeinde erreichen, sind die ausländischen, freiwilligen Helfer die einzigen, die arbeiten, der Rest der Gemeinde hängt herum. Noch schlimmer ist es in Los Frailes, dem ehemals überschwemmten Gebiet. Die im 2004 errichtete Vorschule ist geschlossen, die Kinder sind dreckig und laufen nackt herum bzw. schwimmen im Abwasser der Gemeinde. Maria Luisa ist sauer und ruft alle Frauen zusammen. Sie versteht nicht, wieso die Kinder nicht die Kleider tragen, die sie vor zwei Monaten mitgebracht hat. Schweigen auch auf die Frage, warum die Schule geschlossen ist. Dann endlich fangen die Frauen doch noch an zu reden. Es gibt leider keine Antworten auf die Fragen, aber dafür Vorwürfe und Forderungen, zum Beispiel, wann endlich Strom und Wasser in das Dorf kommen. Maria Luisa bleibt ruhig, diskutiert noch eine Weile mit den Frauen, und ich bewundere immer mehr die Energie dieser Frau.

Ich frage mich, woher Maria Luisa die Kraft nimmt, für die Menschen hier zu streiten, obwohl die Zusammenarbeit sehr schleppend läuft. Maria Luisa lächelt und antwortet, dass sie nur an die Kinder heran will. Die Erwachsenen interessieren sie nicht, die sind bereits verloren, aber die Kinder sind wichtig, denn sie sind die Zukunft. Und bei den Kindern hat Maria Luisa schon einiges bewirkt. Drei Jungs üben am Ufer des Flusses in der Benposta-Gemeinde Zirkuskunststücke. Sie sagen, dass sie noch härter üben müssen, denn wenn sie gut genug sind, schickt sie Benposta vielleicht nach Spanien in die Zirkusschule. Dort lernen sie nicht nur Kunststücke, sondern gehen auf eine gute Schule und machen anschließend eventuell sogar eine Ausbildung. In diesem Moment verstehe ich, was Maria Luisa meinte. Die Kinder muss sie erreichen, und dann ändert sich auch etwas.

Maria Luisa mit Añu-Indianer-Babies

Der Weg dahin ist anstrengend, und einen Eindruck von den Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Geldern und Mitteln bekomme ich, als ich sie einen Tag lang bei Behördengängen in Maracaibo begleite. Maria Luisa scheucht ihren kolumbianischen Mitarbeiter und Fahrer John energisch durch die Straßen von Maracaibo. Springt die Ampel gerade auf grün, ruft sie ihm schon „Pita, pita!“ zu, also Hupen. Wir sind unterwegs zu dem staatlichen Institut für berufliche Weiterbildung INCE. Die Behörde bietet Kurse für Jugendliche und Erwachsene an.

Maria Luisa hat es wie immer eilig, denn sie will mit der neuen Präsidentin von INCE sprechen. Die ist seit drei Tagen im Amt, und Maria Luisa will sie sofort auf die Probleme ihrer Leute in den Dörfern aufmerksam machen. Die Präsidentin thront hinter einem Schreibtisch, der unter der Last der vielen Papierstapel fast zusammenbricht. Drei Assistentinnen schwirren um sie herum, telefonieren mit ihren Handys und machen Termine aus. Maria Luisa kommt in einer kleinen Pause zu Wort, aus ihrer großen, schwarzen Dokumentenmappe zieht sie nach und nach Papiere mit Statistiken, erläutert kurz und knapp die Lage und bittet um finanzielle Unterstützung. Die Präsidentin verspricht, sich persönlich ein Bild von allem zu machen, und lässt Maria Luisas Namen notieren. Danach geht es ein paar Stockwerke höher in die Verwaltung von INCE. Dort sitzt eine Frau, die Maria Luisa gut kennt, und das ist viel wert. Vor sechs Monaten hatte INCE eine berufliche Fortbildungsmaßnahme für die Einheimischen in den abgelegenen Dörfern an der Grenze bewilligt. Natürlich sind die Lehrkräfte nicht regelmäßig gekommen, und wenn sie da waren, hatten sie oft keine Lust zu unterrichten, aber darauf war Maria Luisa schon vorbereitet. Unvorbereitet traf sie die Tatsache, dass INCE die Kosten für die Verpflegung während der Fortbildung nicht bezahlen würde. Dazu ist die Behörde aber verpflichtet, und nun versucht Maria Luisa das Geld für sechs Monate Essen einzutreiben. Die Dame in der Verwaltung ist ihr wohl gesonnen, kann ihr aber nur einen Scheck für 2,5 Monate Verpflegung ausstellen.
Sie gibt Maria Luisa noch den Rat, ihn sofort bei einer Bank einzulösen, denn wer weiß, ob er in zwei Tagen noch gültig ist, schließlich gibt es eine neue Chefin in der Behörde. Das ließ sich Maria Luisa nicht zweimal sagen, und so fahren wir danach direkt zur Bank. Von dort aus geht es zu einer großen Ölfirma, von der sie das Geld für die Medikamente eines krebskranken Jungen in ihrem Dorf bekommen will.

El Mojan from Mama Tierra on Vimeo.

John und ich besorgen in der Zwischenzeit alles Mögliche von Türschlössern bis hin zu neuen Plastikbezügen für die gynäkologischen Stühle in der Ambulanz der Benposta-Gemeinde. Dann in den Supermarkt und in ein Möbelgeschäft, um Matratzen und Bettgestelle für ihre kleine Pension einzukaufen, ein kurzer Zwischenstopp in einem chinesischen Schnellimbiss und dann endlich zurück in ihr Dorf. Auf dem Rückweg halten wir kurz bei einer Frau, die ohne Arme und Beine geboren wurde, vor einigen Jahren an Brustkrebs erkrankte und dringend auf ihre Medikamente wartet. Gegen 22 Uhr sind wir in El Mojan, ich bin völlig erledigt, Maria Luisa auch, aber bei ihr brennt noch Licht bis weit nach Mitternacht, und am nächsten Morgen ist sie schon wieder um 5.30 Uhr auf den Beinen.

Der Wayuu-Taschen-Markt: Kunst versus Kommerz

Yonna

Rusvelt Machado, Asociación Wayuu Araurayu

Wer sind die Wayuu?

Die Wayuu-Indigenen besiedeln den nördlichsten Zipfel Südamerikas. Mit 600 000 Personen ist es das zahlenmäßig größte indigene Volk Kolumbiens und Venezuelas. Als benachteiligte Bevölkerungsgruppe führen die Wayuu allerdings kein idyllisches Leben, sondern einen Überlebenskampf. Gründe dafür sind mangelnder Zugang zu sauberem Trinkwasser, Umweltverschmutzung und Inflation. Gemäss Recherchen des kolumbianischen Senders RCN sterben in La Guajira monatlich 50 Wayuu-Kinder unter 5 Jahren. 2013 zählte UNICEF Kolumbien 27,9 Prozent unterernährte Kinder in La Guajira Kolumbien.

Wayuu-Tasche mit Si'ira TragendPerfekte Wayuu-TascheWas ist eine Wayuu-Tasche?

Das Kunsthandwerk hat einen hohen Stellenwert in der Wayuu-Kultur. Letztere kommt in Mythen, Übergangsriten und Bräuchen zum Ausdruck. Eine Wayuu-Tasche wird mit drei Techniken kreiert: Weben, Knüpfen und Crochet-Häckeln, wobei das Häkeln relativ innovativ ist.

Das Wayuu-Volk lebte für viele Jahrhunderte abseits der westlichen Welt. Erst im 19. Jahrhundert drängte die katholische Kirche in die La Guajira Wüste ein und bewegte eine Grosszahl Indigener zum katholischen Glauben zu konvertieren. So haben die Wayuu-Frauen von Nonnen häkeln gelernt.

Heute haben laut der NY Times diese Ethno-Taschen Kultstatus erreicht.

Wie wurden die Wayuu-Taschen zum Mode-Accessoire? 

Die Geschichte beginnt im Jahr 2001, als das venezolanische Model Patricia Velazquez, Darstellerin im Blockbuster „Die Mumie“, ihren Hollywood-Kollegen Wayuu-Taschen umhängte.

Der Erfolg des Models mit indigenen Wurzeln war gross. Prompt gründete Patricia die Wayuu-Taya-Stiftung zugunsten von Wayuu-Kindern in Venezuela. Leider vertreibt Wayuu Taya Taschen mit doppeltem Faden; diese sind in Europa weit verbreitet und zeigen ein lockeres, ungenaues Maschenbild.

Bei den Wayuu-Taschen existieren Qualitätsunterschiede

Laut der bekannten Wayuu-Kunsthandwerkerin Eudoxia Iguaran (88 Jahre) sind jene Wayuu-Taschen, die mit doppeltem Faden gehäkelt werden, eine Neuerscheinung. Die Wayuu-Kultur setzt Perfektionismus im Kunsthandwerk voraus. Diesem Qualitätsanspruch werden die meisten Taschen, die mit doppeltem Faden hergestellt werden, nicht gerecht.

Schlechte versus gute Qualität

Die wahre Tradition der Wayuu ist das perfekt kreierte Kunsthandwerk

Nach der ersten Menstruation eines Wayuu-Mädchens führen erfahrene Kunsthandwerkerinnen sie in die Wayuu-Kunst ein. Durch das Weben und Häkeln prägt sich das Mädchen positive Werte wie Fleiss, Respekt und Perfektionismus ein. Die Qualität der Tasche zeugt von ihrer Intelligenz, ihrem Können und ihrer Lernfähigkeit.

Was zeichnet eine Qualitätstasche aus?

Die Wayuu-Tasche sollte fest gewoben sein. Ein lockeres Gewebe ist ein Indiz dafür, dass die Kunsthandwerkerin an Faden gespart hat. Nach der Erfahrung von Alex Garcia Palmar, der aus einer Familie von Kunsthandwerkern aus Maicao stammt, weist ein lockeres Maschenbild darauf hin, dass der Kunsthandwerker unterbezahlt ist. So sprechen auch lose Fäden oder einfach verdrehte anstatt geknüpfter Schnürbänder für eine verkürzte Fertigungszeit. Ein ausgearbeiteter Taschenboden weist auf einen höheren Rang der Kunsthandwerkerin hin. Die Faustregel ist: je komplexer und symmetrischer das Design, desto höher die Qualität der Tasche.

7

Der Wayuu-Taschen-Markt

Seit ein paar Jahren vertreiben Einzelhändler, Luxusmarken und Designer Wayuu-Taschen und das stets unter der Prämisse, dass der Vertrieb der Taschen das Wayuu-Volk unterstützt. Aber ist dem so? Recherchen des kolumbianischen Fernsehsenders RCN zeigen, dass eine Ausbeutung der Wayuu-Indigenen stattfindet. Enttäuschend ist, dass auch Indigene selbst an der Ausbeutung der eigenen Stammesleute beteiligt sind.

Wie unterstützt man die Wayuu nun? 

  1. Den Händler nach der Herkunft der Taschen fragen.

Falls diese vom Rio Hacha-Markt kommen, ist das kein gutes Zeichen. Der Rio Hacha-Markt ist Hort von Wiederverkäufern, die Wayuu-Taschen laut dem RCN Sender zu Hungerlöhnen beziehen. Eine billige Tasche kostet dort 18 USD, in der Schweiz wird sie zu 200 USD verkauft. Gemäss dem kolumbianischen Fernsehsender RCN erhalten die Indigenen rund 8 USD.

Leider genügt es auch nicht, von Wayuu-Indigenen Taschen zu kaufen. Die Informationen des RCN-Senders sind ernüchternd. Auch die Wayuu sind Menschen und davon gibt es gute und böse.

Der Markt in Rio Hacha Kolumbien

2. Non-Profit Organisationen als Anbieter bevorzugen

Die Statuten, ein Jahresbericht der NPO oder eine Beschreibung ihrer sozialen Projekte geben Aufschluss über das Engagement und Professionalität. Schauen Sie sich genau den Werdegang und Erfahrung der Anbieter an.
Händler sollten einen glaubhaften Codex für ihren Handel aufweisen können. Die Frage danach wieviel eine Kunsthandwerkerin für ihre Arbeit erhält ist berechtigt.

3. Versteigerungsplattformen bitte nicht

Finger weg von Amazon oder Ebay, wo sich Taschen für 40 USD finden lassen. Die Herkunft der Taschen ist ungewiss, eventuell stammen sie aus China.

4. Qualitativ hochstehende Taschen vorziehen

Bevor die Wayuu-Taschen kommerziell ins Rollen gekommen sind, haben sie Wayuu-Frauen mit nur einem Faden gehäkelt. In der Kultur der Wayuu häkeln die Frauen die Taschen als Sozialisierungsinstrument, um sich weibliche Tugenden wie Perfektionismus und Geduld einzuprägen. Deswegen empfehlen die Ethnologen und Wayuu-Kunsthandwerker von Mama Tierra in Kolumbien und der Schweiz feinmaschige Taschen.

Seit die Taschen Absatz gefunden haben, lassen Zwischenhändler sie mit doppeltem Faden produzieren, was einen Qualitätsverfall des Produkts zur Folge hat: die Erstellungsdauer verringert sich von 3 Wochen auf 3 Tage, die Muster werden ungenau und die Maschen locker. Bei Taschen aus zwei Fäden braucht es nur 1,5 Stiche, um einen Zentimeter zu häkeln. Somit benötigen jene Taschen, die mit zwei Maschen gefertigt werden, fast dreimal weniger Aufwand.

Laut der Kunsthandwerkerin Eudoxia Iguaran (88 Jahre) entsprechen Taschen, die schnell hergestellt werden,  nicht der Wayuu-Kultur. Frau Iguaran sieht diese Taschen als Imitate, die die echten Wayuu-Taschen vom Markt vertreiben und die Wayuu-Kunsthandwerker schlecht dastehen lassen. Dem halten Händler entgegen, dass sie für die Wayuu Arbeitsstellen kreieren würden. Als NPO fordern wir Sozialleistungen und faire Löhne (250 USD ist der Mindestlohn in Kolumbien) für die Wayuu als Arbeitnehmer.

Eudoxia María Iguarán ist als die beste Wayuu-Handwerkering in Kolumbien bekannt. Hier übergibt der kolumbianische Präsident Santos Frau Iguaran einen Preis für exzellentes Kunsthandwerk.

Eudoxia María Iguarán ist als die beste Wayuu-Handwerkerin in Kolumbien bekannt. Hier übergibt der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos Frau Iguaran einen Preis für exzellentes Kunsthandwerk.

Wie erkennt man hochqualitative Wayuu-Taschen?

Copyright: Verein Mama Tierra (Schweiz), Asociación Indigena Mama Tierra (Kolumbien). Dieser Inhalt kann ohne unser Einverständnis nicht publiziert werden. Der Artikel spiegelt unsere Meinung und Recherche als NPO wider.

Interviews mit Wayuu-Kunsthandwerkerinnen.

Eudoxia María Iguarán (Nazaret Colombia) from Mama Tierra on Vimeo.

Wayuu women and their work from Mama Tierra on Vimeo.

Beim Kauf einer Wayuu-Tasche unbedingt auf Folgendes achten!

Wayuu Frauen1Die Wayuu sind das zahlreichste indigene Volk in Kolumbien und Venezuela und leben in der Grenzregion beider Länder. Das Volk ist für seine Ethno-Kunst weltweit bekannt. So sieht man Wayuu-Taschen in Läden von Amsterdam bis Zürich. Die grossen Qualitätsunterschiede zwischen den Tribal-Taschen sind eher unbekannt.
Auf die Qualität sollte man aber unbedingt achten, denn sie ist eine Garantie für einen besseren Lohn der Wayuu-Frauen, die die Taschen herstellen. Bei Billiglöhnen tritt ein Negativeffekt ein. Die Indigenen fertigen die Taschen immer schneller, mit einfachen Mustern und in niedrigerer Qualität: Hauptsache günstig. Durch das Kürzen der Anfertigungszeit von vier Wochen auf drei Tage verliert die Tasche an spiritueller und kultureller Bedeutung.

READ MORE

Die Wayuu haben am Tag der indigenen Frau nichts zu feiern. Im Gegenteil!

Screenshot 2014-09-23 20.12.22Wayuu-Frauen haben anlässlich des Tages der indigenen Frau vom 5. September eine Informationsveranstaltung in Maracaibo organisiert. Die Wayuu sind das zahlreichste indigene Volk in Venezuela und Kolumbien. Wie die meisten Indigenen kämpfen die Wayuu täglich gegen Armut, Diskriminierung und Hunger an. Den Event haben die Frauen #WirSindAlleBartolina benannt und somit Bartolina Sisa gewidmet. Sie war eine bolivianische Indigene des 18. Jahrhunderts, die wegen ihres Befreiungskampfs von den Eroberern hingerichtet wurde. Mit der Veranstaltung wollten die Wayuu-Frauen über ihre Lebensumstände informieren und die Öffentlichkeit aufrütteln. Zu unserer Überraschung war der Saal war fast leer. Ein Zeichen der Gleichgültigkeit der Venezolaner gegenüber den Indigenen?

Angela Fernandez hat ihren Kampf, venezolanische Soldaten zu Rechenschaft zu ziehen, mit dem Publikum geteilt. Streitkräfte hatten im März ihren Ehemann Nelson Gonzalez erschossen. Er hatte den Halteschrei der Soldaten überhört, weil er im Auto laut Musik hörte. Daraufhin wurde er erschossen. Nelson wurde in einem Spital in einem kleinen Dorf namens Paraguaipoa behandelt, wo es an medizinischer Versorgung mangelte. Er erlag nach vier Stunden seinen Verletzungen. Der Soldat, der auf Nelson geschossen hat, ist Angela bekannt. Doch nach sechsmonatigem Streit mit den Behörden hat immer noch kein Gerichtsprozess stattgefunden.

Olimpia Palmar ist junge Journalistin für das Wayuu-Radio Fe y Alegria. Mit Tränen in den Augen beschrieb sie ihre täglichen Lasten. Olimpia hat zwei Kleinkinder, die sie trotz extremer Inflationsrate, trotz Wasser-, Lebensmittel- und Elektrizitätsknappheit durchbringt. Wochenlang fehlt die Wasserzufuhr, die Elektrizität kommt und geht. Aber was schwerer zu verkraften sei, seien die Beleidigungen der Stadtmenschen in Maracaibo. Die Wayuu seien alle Schmuggler! Sie würden das Essen, das in Venezuela fehlt, nach Kolumbien verkaufen. Alle seien Diebe, so die Alijuna (die Westlichen). Der Kampf aller Wayuu-Frauen ist es aber, ihren im Durchschnitt 7 Kindern genügend Nahrung zu bringen.

Viele Wayuu-Frauen leben in ruralen Gebieten ausserhalb der Städte. Um dorthin zu gelangen, durchlaufen die Frauen eine Vielzahl von Militärsperren. Dort nimmt man ihnen das Essen weg oder sperrt sie wegen illegalen Schmuggels ein. Über die venezolanische Grenze nach Kolumbien ist die Zufuhr von einem Kilo pro Produktkategorie gestattet, beispielsweise 1 Kilo Mehl nicht 2. Das ist ein Problem, denn die Wayuu-Frauen haben eine grosse Familie zu ernähren und reisen alle paar Wochen, um in Venezuela einzukaufen. In Kolumbien Einkaufen ist zu teuer für sie, und warum auch, sie sind ja auch Venezolanerinnen. Gemäss Olivia, die in der Organisation für Menschenrechte der Guajira tätig ist, sitzen 110 Wayuu-Frauen wegen “Nahrungs-Schmuggel” im Gefängnis.

Soraia Morales ist Direktorin der indigenen Universität Aldea Universitaria in Venezuela. Sie gratulierte Olivia, weil sie noch imstande ist zu weinen. Ihre Tränen habe die Fünfzigjährige vor langem vergossen. Sie sei jetzt nur noch wütend. Um pünktlich an der Konferenz zu erscheinen, die um 9 Uhr morgens angefangen hatte, sei sie um 3 Uhr morgens aufgestanden. Obwohl ihr Zuhause nur knapp eine Stunde entfernt liegt, musste sie stundenlang Schlange stehen. Die Strassen von La Guajira nach Maracaibo sind von Soldaten gesperrt. Sie mobben die Wayuu, beleidigen sie und nehmen ihnen weg, was immer sie können.

Soraia träumt von einem Wayuu-Kalender, Masterstudiengängen in Wayuunaiki (die Wayuu-Sprache) oder Büchern über die Wayuu-Kultur. Leider bleiben diese Projekte Träume, denn der Kampf der Wayuu-Frau ist es, ihre Familie durchzubringen und nicht dabei im Gefängnis zu landen.

Conferencia dia de la Mujer indigena from Mama Tierra on Vimeo.

Hintergrundinformationen zum Schmuggelproblem in Venezuela

Der verstorbene Präsident Hugo Chavez verabschiedete eine Reihe von Gesetzen, um den Indigenen aus der Armut zu verhelfen und somit „Gerechtigkeit“ geschehen zu lassen. In diesem Rahmen vergab Chavez Kredite an die Wayuu-Indigenen, um Lastwagen zu kaufen und das günstige Benzin in Kolumbien zu verkaufen. Das Geschäft mit dem Benzin eskalierte aber zu einem politischen Konflikt mit Kolumbien. Dort kostet das Benzin hundertmal mehr als in Venezuela. 2010 war Schluss! Derselbe Hugo Chavez erklärte die Guajira in Venezuela zum Militärdistrikt der „Bolivarianischen Republik Venezuela“, um dem “Schmuggel” ein Ende zu setzten. Laut Leonel Lopez, Sekretär der Organisation für Menschenrechte der Guajira, haben Streitkräfte seit der militärischen Besetzung in La Guajira 25 Wayuu-Indigene umgebracht.

Rassismus und Xenophobie

Obwohl das Volk in Venezuela ethnisch durchmischt ist und indigenes Blut in ihren Adern strömt, verteufelt die Mehrheit der Kreolen die Wayuu. Der Warenmangel und die Versorgungsknappheit seien Schuld der Wayuu. Die „Indianer“ würden die subventionierten Lebensmittel und Benzin mit Profit in Kolumbien verkaufen, so die Medien und Politiker in Venezuela. Doch ist diese Minderheit in der Lage, einen derart organisierten Schmuggel zu betreiben? Rund 10 Militärwachen auszutricksen oder zu bestechen, um von Maracaibo nach Maicao zu gelangen? 8% der Bevölkerung des angrenzenden Staat Zulia sind Wayuu-Indigene.

Ganz Venezuela leidet an Warenmangel. Die Wahrheit ist, dass die Privatwirtschaft praktisch nichts mehr produziert, sei es wegen der hohen Inflationsrate oder der Enteignungsgefahr. Die Diskriminierung von Indigenen wie den Wayuu seitens der Venezolaner bleibt ein gravierendes soziales Problem.

Fakt ist, die Wayuu-Frauen stehen alleine mit ihrem Leid. Wie die indigene Freiheitskämpferin Bartolina, leiden auch die Wayuu-Frauen. Ständig werden ihre Menschenrechte verletzt.

Photoshooting mit Sandra Gojkovic

Shooting_web

Gürkan Sengül, Sandra Gojkovic, Alexandra Vera und Helferinnen

MAMA TIERRA hatte das erste Shooting mit den Wayuu-Taschen! *Freude herrscht* Auf aargauischem Boden an der Aare haben wir mit der Geschäftsführerin von The India School Project, Sandra Gojkovic, geblitzt. Der Photograph: Gürkan Sengün vom Photostudio AIEI aus Brugg. Stilistin: Alexandra Vera und Katherine Portmann. 

Alexandra and Sandra

Alexandra and Sandra

Die Prämisse war: Primavera! Uns inspirierten die Farben des Frühlings und die Bedeutung der Blumen in der Wayuu-Kultur. Für die Wayuu bedeutet der Frühling Fülle und Überfluss: Im Mai regnet es in der Guajira-Wüste. Neue Nahrungsquellen sprissen aus dem Boden, Blumen und Früchte gedeihen. Die Landschaft verändert sich rasch, sie wird von einer Wüste zu einer grünen Oase.

Sandra

Sandra

Sandra Goji

Sandra Gojkovic

Katherine Portmann

Katherine Portmann

Sandr

Sandra Gojkovic

Tooloichimananaa (Aranaga Epieyu)

Tooloichimananaa, ein Gebiet in La Guajira (Aranaga Epieyu)

Hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen

alex

Alex Vera

Sandra Gojkovic

Sandra Gojkovic

MAMA TIERRA protestiert für die Rechte der Indigenen

Als Schweizerin mit wayuu-indigenen Wurzeln lasse ich keine Möglichkeit aus, um die Leute über die schlimme Situation dieses Urvolkes zu informieren. Auf diesen Fotos bin ich bei verschiedenen Demos für Menschenrechte in Venezuela anwesend, die in Bern und Zürich stattgefunden haben. Viele Venezolaner wissen gar nicht, wie schlecht es um die Indigenen steht. Mein Ziel war es, sie über die Situation der Urvölker im eigenen Land zu informieren. Die Rolle der Indigenen als Beschützer der Natur und der Wasserquellen ist den Kreolen nicht klar. Der Regierungsplan Venezuelas 2013 bis 2019 sieht die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen vor. Die Regenwälder in Venezuela werden der Korruption in Venezuela zum Opfer fallen, falls sich nicht mehr Venezolaner dagegen wehren. Mich hat es überrascht, dass von 400 Personen nur eine Bruchzahl den Regierungsplan der Chavez-Regierung überhaupt gelesen hat. 

Die venezolanische Regierung plant, in Naturparks wie der Sierra de Perija Bergwerke zu bauen, die die Trinkwasserquellen zerstören. Dadurch drohen einheimische Pflanzen und Tiere auszusterben. Gebiete grösser als die ganze Schweiz werden dadurch trockengelegt. Indigene Aktivisten wie der Yukpa Sabino Romero, der dagegen protestierte, werden ermordet. Venezuela ist dank seinen Urwäldern wie dem Amazonasgebiet die Lunge unserer Welt. Die Situation in Venezuela geht uns alle etwas an!

Diese Demos gaben mir die Möglichkeit, die Menschenrechtsverletzungen an Indigenen durch den venezolanischen Staat zu thematisieren. Ein paar sagten, das sei ein “soziales” Thema und es habe keinen Platz auf diesen Demos, bei denen es um Menschenrechtsverletzungen an Venezolanern gehe. Eine Frau war so wütend, weil ich über die “Indianer”gesprochen hatte, dass sie mir das Mikrofon aus der Hand riss. 

Sind denn die Indigenen keine Venezolaner? Werden deren Rechte denn nicht auch verletzt? Es ist schockierend, dass das eigene Volk sich nicht um diese Thematik kümmert. Zum Glück sind wir von MAMA TIERRA auch noch da! 

Nach einer Diskussion kam ich doch zu Wort und meine späteren Reden brachten die Leute dazu, über das Thema nachzudenken. Ein paar hielten auch unsere Plakate in die Höhe, die mehr Rechte für Indigene forderten, und identifizierten sich mit der Thematik. Es ist ein langer Weg, aber MAMA TIERRA hat sich zum Ziel gesetzt, für und mit den Indigenen für ihre Interessen zu kämpfen. Ein wichtiger Schritt ist sicher, die Bevölkerung aus Ländern wie Venezuela über die Situation der Indigenen und ihre Rolle im Umweltschutz wachzurütteln. 

Katherine Portmann

Bern, Mai 2013

Bern, Mai 2013

Zürich Bürkliplatz 2014 Katherine Portmann, spricht über die Situation der Indigenen in Venezuela an der Grenze zu Kolumbien

Zürich Bürkliplatz 2014
Katherine Portmann, spricht über die Situation der Indigenen in Venezuela an der Grenze zu Kolumbien

Plakat

MAMA TIERRA hat 20 Plakate produziert für die Demo und unter den Demonstrierenden verteilt

Zürich Bürkliplatz 2014

Protestierend um den Tot von Sabino Romero

Protestierend wegen den Tot von Sabino Romero

Sehr bestürtzt wegen den 28 Wayuu-Indigenen die seit 2011 ermordet wurden durch die venezolanischen Streitkräften.

Sehr bestürtzt wegen den 28 Wayuu-Indigenen die seit 2011 ermordet wurden durch die venezolanischen Streitkräften.

Unterstütze Mutter Erde: Spende deine Vorhänge

Spende deinen verstaubten Schmuck und trage so zur umweltfreundlichen Produktion von Taschen bei

awa1Für die Indigenen ist die Erde die Mutter aller Menschen, weil sie ihnen alles Nötige zum Leben schenkt. Darin sind sich alle Urvölker einig. In der westlichen Kultur aber sind Effizienz und Rendite wichtiger. Besonders in der Modewelt sind Umweltsünden bei der Produktion gang und gäbe. Unser System bietet uns wenig kostengünstige Möglichkeiten, Mode umweltfreundlich zu produzieren und einzukaufen.

In diesem Wissen macht Shopping keinen Spass mehr.


Im Kaufrausch Unnötiges gekauft? Ist dein Schmuck kaputt? Hat dein Kleid ein Loch? Wohin damit?

BijouxSpende deinen verstaubten Schmuck und unterstütze Mutter Erde!
Umweltfreundliche Produktion ist unser Leitmotiv. MAMA TIERRA ist die erste Sammelstelle für Bijous und Vorhänge in der Schweiz. Mit viel Kreativität recyceln wir alten Schmuck und auch Vorhänge, um aus Altem Neues zu gestalten.

Die Vorhänge reinigen wir und benutzen sie anschliessend als Futter für Taschen und Etuis. Die Bijous schmücken unsere wundervollen Unikate, beispielsweise verschönern sie unsere Taschen und machen sie stabiler.

Interessiert? Bitte sende Vorhänge und Bijous sowie gerne auch Leintücher oder Lederbekleidung an:

MAMA TIERRA, Chilenaustrasse 10, 8108 Dällikon

gizeh


Ich liebte das Kleid und konnte mich schwer von diesem trennen, deshalb lag es mehrere Jahre im Schrank. Jetzt wurde es als Futter wieder geboren!

MAMA TIERRA

MAMA TIERRA

Maxima Acuña Chaupe – Die Beschützerin des Wassers

Maxima Acuña de Chaupe

Maxima Acuña de Chaupe ist Analphabetin aber ein Leader ihrer Gemeinschaft

Die Quechua Maxima Acuña Chaupe hat in Bern die Gewalt geschildert, der sie in Peru täglich ausgesetzt ist. Maxima sitzt buchstäblich auf einer Goldmine, reich ist sie aber nicht; im Gegenteil.
Die grösste Goldmine weltweit droht ihr mit Mord, falls sie ihr Land nicht verlässt. Die peruanische Bergbaufirma Yanachocha plant den Bau der Conga-Mine auf  ihr Anwesen. Dieses Anwesen hat Maxima unter grösster Mühe zusammen mit ihrem Mann gekauft. “Mein Schweiss ist in jedem Zentimeter Land, das ich besitze. Es ist einfach nicht fair”, sagt sie.
70% des Goldes importiert ein Schweizer Unternehmen. Maxima wünscht sich deshalb Unterstützung von der Schweizer Bevölkerung und Regierung, da es in ihrer Heimat keine Gerechtigkeit gebe. 
Schweizer Goldraffinerie mitverantwortlich
Die grösste Käuferin des Goldes der Minera Yanacocha, der Bergbaufirma, die Maxima das Leben schwer macht, ist die Tessiner Raffinerie Valcambi in Balerna: In den letzten Jahren kaufte Valcambi zwischen 60% und 70% des gesamten exportierten Yanacocha-Goldes, so die Gesellschaft für Bedrohte Völker in Bern. Alleine im ersten Quartal von 2014 importierte das Tessiner Unternehmen 5,9 Tonnen Gold im Wert von 157 Millionen USD von Yanacocha. Sowohl Minera Yanacocha als auch Valcambi werden vom amerikanischen Goldkonzern Newmont Mining kontrolliert. Recherchen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigen: Die Goldproduktion der alten Yanacocha-Mine geht deutlich zurück – die Mine brauche angeblich einen neuen Standort. LAMMP und die GfbV befürchten, dass Minera Yanacocha den Bau der Mine Conga aus diesem Grund – auch gegen den Willen grosser Teile der Bevölkerung – durchzusetzen versucht.

Ein Kampf zwischen David und Goliath

Zusammen mit ihrer Tochter Ysidora kämpft Maxima gegen die Vertreibung durch das Yanacocha-Unternehmen. Ständig sind die Frauen Einschüchterungen ausgesetzt. Manchmal stehen 300 Polizisten vor dem Haus von Maxima und fordern sie auf, ihr Land aufgrund von illegaler Besetzung zu verlassen. Die Eigentumspapiere von Maxima kümmern die Polizei nicht. Der öffentliche Bus, der sie in die nächste Stadt bringt, hält auf Anordnung der Yanacocha-Mine meistens nicht. Manchmal müssen sie Tage in ihrem Haus eingeschlossen bleiben, weil Männer vor ihrem Anwesen lauern, die ihnen etwas antun könnten. Männer haben ihr Haus verwüstet und in Brand gesetzt. Nicht einmal ein Löffel ist ganz geblieben. Maxima bleibt stark. Als Beschützerin des Wassers, wie sie sich nennt, weigert sie sich, ihr Land zu verkaufen.

Maxima Acuña de Chaupe: the defender of the water – from Mama Tierra on Vimeo.

nocarboelectricaGuasare

Vor dem Bergbau, nach dem Bergbau (Venezuela)

Zerstörung der Umwelt

Der Bau der Mine Conga hat massive Eingriffe in die Umwelt zur Folge: Vier Bergseen werden verschwinden und damit wird eine ganze Region in den Anden mit bedrohten Tierarten trockengelegt. Das Gebiet mit der reinsten Luft der Welt würde verseucht werden.

Das Einverständnis der betroffenen Bevölkerung wurde nie eingeholt

Die Macht der Akteure ist in Peru sehr ungleich verteilt. Im Dezember letzten Jahres zeigte die GfbV zusammen mit peruanischen Organisationen auf, wie Rohstofffirmen mit meist geheimgehaltenen Verträgen jederzeit Einsätze der Nationalpolizei gegen die Bevölkerung beantragen können. Diese Rohstofffirmen unterstützen die Einsätze finanziell, materiell und logistisch. Staatliche und wirtschaftliche Interessen verbünden sich damit gegen die Interessen der lokalen Bevölkerung, eine Lösung des Konflikts rückt in weite Ferne.

Brutale Auseinandersetzungen 

Seit Herbst 2011 nehmen die Konflikte um die Mine Conga zu; im Juli 2012 starben bei Protesten fünf Personen. Kurz darauf besetzten Dutzende von Polizisten ohne richterliche Genehmigung das Landgut von Maxima Acuña.

Maxima Acuña ist 150 cm gross

Maxima Acuña ist 150 cm gross

Forderungen

Maxima und Ysidora Acuña sowie die GfbV und LAMMP fordern die Schweizer Raffinerie Valcambi auf, sich bei ihrer Schwesterfirma Yanacocha für eine friedliche Lösung des Konflikts einzusetzen. Valcambi soll Einfluss nehmen, damit Yanacocha das Mitbestimmungsrecht der Lokalbevölkerung respektiert. Ausserdem wird das Schweizer Unternehmen aufgefordert, eine Sorgfaltsprüfung aller Aktivitäten durchzuführen und die Namen sämtlicher Rohgoldlieferanten zu publizieren. Denn die Firmen haben es in der Hand, ob einer der blutigsten Rohstoffkonflikte Perus friedlich gelöst wird oder weiter eskaliert.

Vom Opfer zur Aktivistin

Die Nichtregierungsorganisation Latin American Mining Monitoring Programme (LAMMP) schult Indigene und Bäuerinnen zu Aktivisten. So können Sie Eigenverantwortung übernehmen und selber für ihre Rechte kämpfen. Maxima beschützt weiter die Wasserquellen. Begleitet von LAMMP informiert sie die Menschenrechtsgremien bei der UNO in Genf über die massiven Einschüchterungsversuche.

Was kannst du tun, um Maxima zu helfen?

– Schreibe eine Postkarte an Valcambi, via Passeggiata 3, 6828 Balerna

Bitte die Raffinerie, die Menschenrechte der Quechua-Indigenen wie Maxima zu respektieren.

– Schreibe eine Postkarte an die peruanische Botschaft in Bern: Embajada del Perú en Suiza, Thunstrasse 36, 3005 Bern
Bitte die Regierung von Peru, die Menschenrechte der Quechua-Indigenen wie Maxima zu schützen.

– Spende hier, dieses Geld geht direkt an Maxima

http://www.mama-tierra.com/de/home/195-support-maxima.html

Kein Blut am Finger!

Heiratest du bald? Recycle Gold, es liegt genügend Gold in den Banken oder in Antiquitätenläden. Gehe zu einem Goldschmied und lass dir daraus einen Ehering anfertigen. Ich persönlich boykottiere die Goldindustrie, weil ich den Gedanken nicht aushalte, Menschen das Leben mit meinem Kauf zur Hölle zu machen und dazu die Umwelt zu zerstören.

Quellen:
www.lammp.org
www.gfbv.ch
Ein Teil des Textes basiert auf einer Pressemeldung der GfbV

Miriam Romero, Tochter des Yukpa-Caciques Sabino Romero, ist tot

Miriam RomeroSierra de Perija, Venezuela – Die Yukpa-Indigene Miriam Romero Martinez fiel am 5. Mai in Ciudad Bolivar der Malaria zum Opfer. Eine Krankheit, die in Europa seit den 60ern ausgerottet ist, an der aber weltweit noch Hunderttausende sterben. Die älteste Tochter des Häuptlings Sabino Romero hinterlässt vier minderjährige Kinder.

Ihr Vater Sabino Romero war der meistgefürchtete Häuptling in Venezuela. Er kämpfte bis zum bitteren Ende um das Land seiner Vorfahren. Drei bewaffnete Männer erschossen den Kaziken am 3. März 2013 in der Sierra de Perija. Er hatte es gewagt, sein Land, seine Kultur und seine Familie zu verteidigen. Sein Tod ist bis heute noch ungesühnt und die Familie ungeschützt. Silverio Romero, Sabinos Sohn, wurde im Januar dieses Jahres angeschossen. Seine Angreifer sind noch auf freiem Fuss. 

Todesfälle in Venezuela durch vermeidbare und heilbare Krankheiten!

Sabino Romero LusbiPortillo AlexanderFernandez

Sabino Romero LusbiPortillo AlexanderFernandez

Laut der Non-Profit Organisation Homo et Natura aus Maracaibo starb Miriams Tante vor kurzem ebenfalls an Malaria im Perija-Regenwald. Vor zwei Wochen hörte ihr frühgeborener Neffe in der Universitätsklinik von Maracaibo wegen Unterernährung auf zu atmen. Kürzlich verstarb auch Ipica Ishishu mit 30 Jahren an Tuberkulose. Alle Verstorbenen waren unterernährt und  zeigten Blutmangel auf, so die Organisation.

Spannungen zwischen Grossbauern und Indigenen wegen Landesrechten

Obwohl der verstorbene Präsident Hugo Chavez im Jahr 1999 die venezolanische Verfassung änderte, hatte dies wenig Nutzen für die Indigenen. Heute haben weniger als 3 % der Urvölker das Land für ihre Gemeinschaften zurückerhalten. Die Verzögerung bei der Rückgabe des Landes an die Urvölker hat zu starken Spannungen zwischen Bauern und Indigenen geführt, so auch in Perija, wo jeden Monat ein Indigener aufgrund dieses Streites ermordet wird. Die Familienmitglieder von Miriam und Sabino Romero sind fast alle tot. Miriams 90-jähriger  Grossvater, José Manuel Romero, erlag im Alter von 90 Jahren seinen Verletzungen nach dem Sicarios ihn verprügelt hatten, die angeblich die Großgrundbesitzer Vargas geschickt hatten.

Los indigenas en Venezuela son para la politica publicidad gratis

Die Korruption ist das grösste Hindernis in der Gesundheitsförderung

Das grösste Problem der Krankheitsprävention, Heilung und Behandlung liegt aber in der Korruption. Die Budgets der Regierung, um die Gesundheit der Urvölker in Venezuela zu fördern und zu schützen, werden gestohlen. Die Indigenen sprechen meistens kein Spanisch und wissen auch nicht, wie sie sich wehren könnten. Soziale Projekte werden wankelmütig improvisiert, öffentliche Budgets verschwinden in Korruption. Die Gier der Politiker leert die Kassen, die die Grundrechte der Indigenen finanzieren sollten, in rasantem Tempo. 

Die Prävention muss im Einklang mit der einheimischen Kultur erfolgen

Gesundheits-Vorhaben für die Indigenen sind in Venezuela nicht nur knapp, sondern in vielen Gebieten inexistent. Das Misstrauen der Indigenen wie der Yukpa gegenüber den westlichen Leuten ist gross. Es erschwert den Urvölkern den Zugang zur Medizin zusätzlich. Es braucht einen starken Willen und viel Vorbereitung seitens der Regierung, um eine nachhaltige Lösung für die indigenen Gemeinschaften zu schaffen. Ohne die Urvölker zu erschrecken, ohne ihre medizinischen Rituale zu verspotten und ohne sich über ihre Bräuche lustig zu machen.

In Venezuela gibt es Tausende von indigenen Gemeinschaften in schlechtem Gesundheitszustand. Während die sozialistische Regierung angibt, den Indigenen zu helfen, und ihre Fotos in politischen Kampagnen verwendet, verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Indigenen. Im Jahr 2008 kam eine 10-Bolivar-Fuerte-Note mit dem Portrait des Kaziken Guaicaipuro heraus, ein indigener Führer der Karibik, der im XVI. Jahrhundert bis zum Tode gegen die Eroberer gekämpft hatte. Aber welchen Vorteil hat diese Note gebracht? Ausser gute Publicity für das Chavez-Lager?

muecke-moskito-malariaWas ist Malaria?

Malaria ist ohne Medizin tödlich, aber vermeidbar und mit etwas Geld in der Tasche meistens auch heilbar. Diese Krankheit wird durch Parasiten, die dem Menschen durch den Biss von infizierten Moskitos übertragen werden, verursacht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, dass die Malaria im Jahr 2012 fast 627.000 Todesfälle verursacht hat. Alle in Schwellen- oder Drittweltländern. 

Was gäbe es für Möglichkeiten der Prävention?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Verwendung von Moskitonetzen oder Insektiziden in den Innenräumen der Schlüssel für den Schutz gegen dieses Übel. Heilmittel, die kostengünstig und sehr effektiv sind. Es wären 2,6 Milliarden Dollar nötig, um den Auswirkungen dieser Krankheit, die 90 Länder auf der ganzen Welt bedroht, entgegenzuwirken. Doch Prävention allein ist nicht genug: Früherkennung und Behandlung reduzieren die Ausbreitung von Krankheiten und Todesfällen.

Wo ist Malaria verbreitet?

places20affected20by20malaria

Mutter Erde: indigene Mütter und ihre Lebensweise

Heute ist Muttertag. Viele Mütter feiern diesen Tag nicht, sie haben eine andere Sicht der Dinge. Für die Indigenen ist die Erde die eigentliche Mutter, hierbei sind sich alle Urvölker einig. Die Erde ist unsere Mutter weil sie uns alles Nötige zum Leben schenkt. Spirituell wie auch materiell.

miriam

Miriam Romero ist letzte Woche an Malaria gestorben. Ihr Vater Sabino Romero war ein Kämpfer um die Landesrechte der Yukpa Indigenen. Landbauer, Minen und eine Inflation von 60% fördert die Ausrottung der Yukpa-Indigenen in Venezuela. Das Volk zählt noch 8000 Personen. Foto: Juan Carlos La Rosa

wayuu

Bei den Wayuu-Indigenen bestimmt die Mutter den Nachnamen und somit die Kaste der Kinder. Sie ist zuständig für die Übermittlung der Kultur an die Nachfahren. Fotos: Mama Tierra 

1398866905_494355_1398867379_album_normal

Die Yanomamis geben über Jahre ihren Kindern die Brust, somit vermeiden sie eine weitere Schwangerschaft sagen sie. Foto:Claudia Andujar/Survival

añu

Die Añu Frauen, ein fast ausgestorbenes Volk in Venezuela kämpfen mit Umweltverschmutzung. Viele der Frauen fehlt ein Auge, weil sie Stunden im Meer Algen sammeln. Da dieses Wasser stark verschmutzt ist, löst es in den Augen der Frauen Infektionen aus. Einen Besuch im Krankenhaus können sie sich nicht leisten. Die Laguna de Sinamaica, das Gebiet in welches die westliche Kultur vor über 500 Jahren in Amerika eingedrungen sind, war noch nie so arm wie heute.  Fotos: Mama Tierra 

Penan

Die Penan-Kinder in Malasia lernen seit früher Kindheit, dass um ein friedliches Leben in ihrer Gesellschaft zu führen, steht das Kollektive über den persönlichen Bedürfnissen. Fotos: Survival International

Bosquiman

“Wir sind nicht hier für uns selbst, sondern für unsere Kinder und Grosskinder”. Bosquimano, Botsuana.
Foto: Fiona Watson Survival International

penanes

Die Penanes aus Malaysia erzählen, dass der Regenwald die Mutter der Menschen sei. Sie gehört den Verstorbenen, den Lebenden und denen, die noch geboren werden. Foto: Survival International

awas3

Die Awas aus Brasilien, geben den verwaisten Baby-Affen die Brust. Foto: Survival International

nana olee daagaanaa

Das Jumma-Volk aus Bangladesch wird stark bedroht. Hunderte von Frauen, Männer und Kinder wurden bei lebendigem Leibe verbrannt, erzählt Sophie Grig von Survival International.

hadzas

Die Hadzas, das letzte Volk von Jägern und Nomaden in Afrika. Die Bevölkerung zählt noch 1300 Personen.

awa1

Die Awas aus Brasilien glauben an Gleichberechtigung. Frauen haben verschiedene Partner. Sie sind das zweitletzte nomade Volk in Brasilien. Ihr Territorium ist wegen dem Bergbau um 30% geschrumpft. Foto Survival International

awa

Eine Awa Mutter sagt: “Wenn der Urwald getötet wird, sterben auch wir”. Foto Survival International

yanomami

 Yanomami, Brasil.
Foto: Survival International

Wayuu Frau in Paraguaipoa Venezuela

Wayuu-Taschen ethisch produziert!

Indigene Mythen und Traumdeutung zum Anziehen

Die Wayuu gehören einer ethnischen Gruppe an, die den nördlichsten Zipfel Südamerikas bewohnt. Die Indigenen sind vor der westlichen Kultur in das Wüstengebiet zwischen Kolumbien und Venezuela geflüchtet.

Die Wayuu-Frauen bringen ihre Intelligenz und ihr Wissen, durch die sorgfältige Erarbeitung der Taschen zum Ausdruck. In ihrer Kultur geniesst eine begabte Kunsthandwerkerin einen hohen Sozialstatus. Es ist ein Zeichen der Gewandtheit der Frau.

Die Designs der Handtaschen spiegeln Elemente der Mutter Natur wider, die von Generation zu Generation – von Mutter zu Tochter – weitergegeben werden. Ferner symbolisieren die Muster den Kontakt mit dem Jenseits. Die Wayuu-Indigenen kommunizieren im Traum mit Verstorbenen. Diese Gespräche halten sie auch in ihren Taschen-Designs fest.

Die Tribal-Taschen sind auf der internationalen Bühne ein Renner: Elle bezeichnet die Ethno-Bags als Must-Have und die New York Times erklärt sie zum Kult-Objekt. VIPs wie der Prinz von Monaco Andrea Casiraghi, Paris Hilton und Uma Thurman tragen die Kult-Taschen.

Schlechte versus gute Qualität

Qualitätsunterschiede der Wayuu-Taschen

Aufgrund der steigenden Nachfrage der Wayuu-Taschen, produzieren die Indigenen diese Bags immer schneller, mit einfachen Muster, mit tieferer Qualität: hauptsächlich effizient und günstig. Mittlerweile werden die Wayuu-Taschen nicht nur von Indigenen gefertigt.

Der Qualitätsunterschied ist aber leicht erkennbar. Es rät sich den Schnürbändel genau anzuschauen, wenn dieser aufwendig verarbeitet ist, dann ist das ein Qualitätszeichen. Es gilt je feiner das Gewebe, je komplexer das Design, umso wertvoller ist die Tasche.

MAMA TIERRA vertreibt nur hochwertige Wayuu Taschen, die in Harmonie mit den Traditionen der Wayuu Indigenen stehen. Unser Ziel ist es, die indigene Kultur zu erhalten und die Wayuu-Taschen sind Teil ihrer indigenen Kultur.

Soziales Engagement

Auch wenn der Vertrieb der Wayuu Kunst ein zunehmender wirtschaftlicher Zweig für die indigenen Frauen darstellt, haben die Indigenen gravierende Probleme zu bewältigen. In Gemäss die NGO Benposta, fordern Hunger und heilbare Krankheiten in La Guajira rund monatlich 50 Kinderleben .

Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen zeigte Besorgnis über die Gewalt gegen die Wayuu, die gezielt Drohungen, Erpressungen, Morden und Vertreibung ausgesetzt sind. MAMA TIERRA arbeitet mit Indigenen zusammen, für eine verbesserte Lebensqualität von indigenen Völkern.

MAMA TIERRA ist eine Non-Profit Organisation, die indigene Völker in ihrem Streben nach Selbstbestimmung, Menschenrechten und Umweltschutz unterstützt.

Den indigenen Frauen steht eine besondere Rolle zu, weil sie die grösste Verantwortung in ihrer Gemeinschaft tragen. Deshalb stehen indigene Frauen bei uns im Zentrum. Sie sichern den Unterhalt der Familie, erziehen die Kinder, kämpfen für die Erhaltung der Natur und geben ihre Kultur weiter.

Wenn die indigene Frau Unterstützung erhält, wird ihrer ganzen Gemeinschaft und ihrem Umfeld geholfen. Deshalb vertreiben wir indigenes Kunsthandwerk, da Mama Tierra damit die finanzielle Unabhängigkeit der indigenen Frauen fördert. Mama Tierra hält sich an die Grundsätze und Standards von Swiss Fair Trade.

Umweltschutz spielt bei Mama Tierra eine grosse Rolle! Die Indigenen sind auf ihre Umwelt angewiesen, um zu überleben. Diese Abhängigkeit hat ihr umweltfreundliches Verständnis stärker als in anderen Kulturen geprägt. Alles was wir tun ist mit Umweltschutzförderung verbunden. 

Die Vision von MAMA TIERRA ist die Selbstbestimmung der Indigenen. Deshalb setzen wir uns für die Erhaltung der indigenen Kultur sowie der Mutter Erde ein. Hand in Hand mit den Indigenen, machen wir auf ihre Probleme aufmerksam. Als Schweizer mit wayuu-indigenen Wurzeln liegen uns die Urvölker sehr am Herzen.

mama-tierra.org – NGO

mama-tierra.com – Webshop

VEREIN MAMA TIERRA
Baden, Schweiz
Tel. +41 78 721 0630
info@mama-tierra.org

ASOCIACIÓN MAMA TIERRA
Maicao, Kolumbien
Tel. +57 319 660 7129
colombia@mama-tierra.org

Die schönsten Frauen der Welt fordern Frieden in Venezuela

Miss Universe 2013 Maria Gabriela Isler

Miss Universe 2013 Maria Gabriela Isler

Die  Schweizer Bankerin und ehemalige Schönheitskönigin Angelika Hernandez hat zusammen mit den schönsten Frauen der Welt ihre Stimme für den Frieden in Venezuela erhoben. Angelika hat in Zürich die Social-Media-Initiative Misses4Peace ins Leben gerufen, um weltweit auf die Gewaltausbrüche in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Innerhalb von zwei Wochen haben sich so 300 Schönheitsköniginnen und hunderte von Promis aus aller Welt für den Frieden in Venezuela ausgesprochen. Das Ziel der Musen ist es, die Welt über die Gewaltausbrücπhe in Venezuela in Kenntnis zu setzen. Mit Erfolg: Die Bilder und Videos der Misses überfluten die Social-Media-Kanäle gleich in mehreren Sprachen. Inzwischen haben die Videos auf YouTube in wenigen Tagen über 120.000 Views erreicht. Besondere Aufmerksamkeit zieht Miss Universe Maria Gabriela Isler auf sich: „Wir wollen unsere Landsleute vereint sehen. Wir sehnen uns nach Frieden“, so die Venezolanerin mit Schweizer Wurzeln.

„Die Ermordung von Monica Spears (Miss Venezuela 2004) und Genesis Carmona (Miss Tourismus 2013) hat uns zutiefst geschockt. Unsere Initiative ist kein politischer Angriff, sondern ein Schrei nach Frieden“, präzisiert die Initiatorin Angelika Hernandez.


Die Misses bringen ans Licht, was Medien und Politiker in Venezuela herunterspielen: die brutale Gewalt auf den Strassen des Landes. In Venezuela wird alle 20 Minuten jemand umgebracht, 200.000 Personen sind innerhalb von 15 Jahren gewaltsam ums Leben gekommen. Somit hat Venezuela eine der höchsten Mordraten weltweit, wie sie sonst in Kriegsgebieten üblich ist. Laut der NRO Observatorio Venezolano de Violencia (OVV) wurden letztes Jahr 24.763 Menschen ermordet. Die Tendenz ist steigend. Selbst Priester, Schwangere und Kinder werden getötet. Und das überall: in Einkaufszentren, Schönheitssalons, Fitness-Studios, Krankenhäusern und Universitäten. 90% der Delikte werden nie aufgeklärt.

Angelika Dorendorf Miss Trujillo 2005 3.Venezuela ist eigentlich berühmt dafür, das Land mit den schönsten Frauen der Welt zu sein. Sieben Misses Universe, sechs Misses World, sechs Misses International und zwei Misses Earth untermauern diese Aussage. Doch heute rangiert Venezuela zuoberst auf anderen Listen: nämlich als Land mit der höchsten Kriminalität, Korruption und Währungsabwertung der Welt.

Angelika Hernandez ist eine ehemalige Kandidatin bei der Miss Venezuela-Wahl 2006 und war im Jahr 2005 Miss Trujillo. Beruflich ist sie Bankerin und lebt seit vier Jahren in Zürich.

#misses4peace

Twitter @misses4peace

Facebook: https://www.facebook.com/Misses4peace

 

Beitrag von CNN über die Initiative: http://youtu.be/QSqs4It8hng

Mehr Informationen und Berichte über Venezuela hier.

Der Weg zur Traumfigur, Jungbrunnen und langer Gesundheit

Immer dieser Yo-Yo Effekt, mal 15 Kilo abnehmen, wieder 5 zunehmen. Meine Frust wandelt sich blitzschnell in Kilos um¨! Plötzlich ertappe ich mich beim Nutella und Gipfeli, Brot, Chips und vor allem Süssigkeiten mampfen. Manchmal ziehe ich mir sogar Kondensmilch mit Butterbrötchen rein … Aus ethischen Gründen esse ich kein Fleisch mehr. Frische Säfte und Smoothies bereite ich mir auch schon länger zu. Dennoch behalte ich mein Idealgewicht einfach nicht. Kürzlich traf ich meine Freundin Isa Silva aus der USA, die plötzlich schlank, und knackig vor allem strahlend gesund aussah. Verblüffend fragte ich nach ihren positiven Wandel zur Traumfigur. Sie sagte, ganz einfach: Rohkost.

Als ich mich über Rohkost schlau machte erfuhr ich, dass Maximilian Bircher-Brenner der Vater der Rohkost ist. Meine Grossmutter erzählte mir, dass Dr. Bircher ihr Cu-Cousin war. Also ist der Erfinder des Bircher-Müssli und Vorreiter der Rohkost, zufälligerweise mein cu-cu-cu-Cousin. Nun ist es klar, weshalb ich mich so sehr an diese Ernährungsweise hingezogen fühle.

Rohkost ist eine Essgewohnheit, keine Diät!

Isa weihte mich also in die Welt der Rohkost ein, eine Essgewohnheit bei der pflanzliche Lebensmittel nicht über 42 Grad erhitzt werden. Weder Fleisch noch Milch sollten auf den Teller kommen. Sie zeigte mir Videos von Rohkost-Veganer wie Mimi Kirk, eine 74 Jährige die wie 40 aussieht oder Angela Stokes, die innerhalb eines Jahres 70 Kilo abgenommen hatte. Eine Amerikanerin im Dritten Alter, die seit 27 Jahren sich aussschliesslich von Rohkost ernährt und wie 35 aussieht! Was mir den Rest gab, ist ein Beitrag über den fittesten 109 Jährigen den ich je gesehen habe, der natürlich auch seit Jahrzehnten als Rohköstler lebt. Aber auch Promis wie Demi Moore, Cher, und Madonna haben die Wunderernährung auch für sich entdeckt.

74-Jährige auf Rohkost

Die Lebensmittelindustrie will Geld – nicht uns gesund machen

Jetzt esse ich viel bewusster: Bei genauer Betrachtung von Lebensmitteletiquetten beispielsweise der Algensalat (Wakame) bei der Migros, frage ich mich weshalb der Geschmacksverstärker E 567 und Farbstoffe braucht? Ganz einfach, die Lebensindustrie produziert Produkte, diese müssen primär wirtschaftlich erfolgbringend sein. Nicht uns gesund machen. Also fügt man alle die krebserregende Chemie um den Salat neongrün zu färben um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen und länger haltbar zu machen. Um den Konsum zu fördern, natürlich. Aufklärungsfilme sind unten aufgelistet.

Was genau ist Rohkost?

Bio-pflanzliches Essen, das weder industriell hergestellt noch über 42 Grad erhitzt wurde, und welches frei von Genmanipulation und Chemie ist. Im Hinblick auf das Essverhalten der Menschen, brachten die letzten 100 Jahre krasse Veränderungen mit sich. Heute konsumieren wir zu viel Zucker, Stärke, Fett, Fleisch, Milch und vor allem: Chemie im Essen. Unser Körper erkrankt weil er sich dieser Füllkost nicht anpasst.

Man sagt, dass wenn man Lebensmittel über 42 Grad erhitzt die Enzyme kaputt gehen (Darüber streiten sich zwar die Leute, manche geben 37 Grad an). Enzyme sind lebenswichtig für uns.  Sie sind an jedem körperlichem Vorgang beteiligt, da sie den Stoffwechsel in Gang setzten –  damit der Körper überhaupt Nahrung aufnehmen kann. Also mit dem Kochen zerstören wir die Enzyme, unser Körper verbraucht die eigenen und das macht uns alt und krank. Achtung; der Mensch hat nur eine gewisse Anzahl davon!

Das Kochen im Herd und vor allem in der Mikrowelle wie auch das Backen fügen Schadstoffe hinzu und verändert chemisch das Essen so, dass es für unseren Organismus schädlich ist. Gemäss den Rohköstlern soll 80% der Lebensmittel nicht über 42 Grad erhitzen werden. Einige Leute nehmen Rohkost fast als Religion an, andere wünschen schlicht ihre Gesundheit zu verbessern. Man muss jetzt nicht den Look zu Hippie ändern, eine bewusste Ernährung reicht.

Wer denkt Rohkost ist gleich Salat, der irrt sich gewaltig. Für mich ist diese Ernährungsweise ein Hobby geworden. Ich lerne immer wieder etwas dazu, weil für mich soll Essen fein und gesund sein. Ich frage mich also: was genau tut dieser Rüebli-Saft für meine Gesundheit?

Rohkost-Lasagne

lasagna

Hier einige Einsichten von meiner Recherche:

  • Gewinnende Vitalität und Energie: In allen Beiträgen scheinen die Autoren gleicher Meinung zu sein.  Rohkost schöpft Lebenskraft durch gesunde Ernährung. Man ist energiegeladener, durch den Verzehr der vielen Vitaminen, Aminosäuren und Enzymen.
  • Gewichtverlust: Sehr interessanter Punkt. Gemäss Rohköstler ist eine Gewichtabnahme garantiert, die meisten nehmen rasant ab. Man kann so viel essen wie man will, solange es Rohkost ist. Rohkost wird ja schnell verdaut, im Gegensatz zu Fertiggerichten.
  • Verlängerte Jugend: die meisten Rohköstler sehen fit aus mit ihren rosa Wangen. Verblüffend wahr bei der 74 Jährige Mimi Kirk. Grund dafür ist dass, der Enzymspiegel im Laufe des Lebens stetig abnimmt. Die Nahrung wird aber nicht von selbst verdaulicher, nur weil man an Jahren gewinnt. Frisches Obst und Gemüse sorgen für eine hohe Enzymaufnahme, und durch das nicht Überhitzen bleiben auch die Enzyme in der Rohkost erhalten. Auch helfen Sie bei Krankheiten und unterstützen massiv die körpereigenen Abwehrreaktionen.
  • Der Einzige Nachteil scheint der Mangel an B12 zu sein, ein Vitamin wichtig für die Zellteilung und Blutbildung sowie die Funktion des Nervensystems, das durch tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eiern zugeführt wird. Veganer argumentieren, dies sei Angstmacherei von der Lebensmittelindustrie, man könnte dem Mangel auch durch dunkles Gemüse  in Notfall auch durch Vitamintabletten entgegenwirken.
  • Soll Heisshunger, Überessen und Völlegefühl verschwinden lassen. Man überisst sich weil der Körper Vitaminen und Nährstoffen durch das Hungergefühl verlangt. Isst man Junkfood entsteht Heisshunger weil der Körper die Nährstoffen nicht erhalten hat.

Isa nach der Rohkost

isa

 

Beitrag von RTL über Mimi Kirk

Must-See-Filme über die Lebensmittelindustrie

Die Milch-Lüge

 

Dok-Filme über Rohkost

Gabel statt Skalpell auf Apple TV oder iTunes suchen oder sonst die DVD kaufen: es lohnt sich!

Einen Film über einen Australier der innerhalb 60 Tagen 50 Kilos dank einer Saftkur abgenommen hat waren auch sehr motivierend. Weitere Filme siehe unten.